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Rentenpaket : Große Nachfrage bei der Rentenberatung

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Rentenberatung in der Bürgerbegegnungsstätte erfreut sich reger Nachfrage. Die ehrenamtlichen Versichertenberater beantworten dort alle Frage zum Thema Rente.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 19:19 Uhr

Seit Anfang Juli dieses Jahres gilt das neue von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegte Rentenpaket: Die Rente mit 63, die Mütterrente sowie die Erwerbsminderungsrente sind die wichtigsten darin geregelten Eckpfeiler. Unter Politikern haben die Neuregelungen zu massivem Unmut, unter Bürgern zu neuer Unsicherheit und vielen Fragen geführt.

Das bekommen vor allem die ehrenamtlichen Versichertenberater Horst Kunze, Ingrid Schlewitz und Horst Brasch in ihren Beratungsgesprächen zu spüren. Ihr Beratungsangebot in der Bürgerbegegnungsstätte (BBS) am Rathausmarkt 3 wird derzeit rege nachgefragt. „Augenblicklich herrscht ein hoher Beratungsbedarf“, sagt Horst Kunze. Jeweils mehrmals im Monat geben die drei Ehrenamtler eine Sprechstunde in der BBS, um alle Fragen rund um das Thema Rente zu beantworten. Ob Erklärungen zum Rentenbescheid oder Rentenverlauf, die Aufnahme von Rentenanträge oder die Beglaubigung rentenrelevanter Unterlagen – ihr Angebot ist umfangreich.

„Die Prüfung des Versicherungsverlaufs ist eine der wichtigsten Aufgaben“, erklärt Kunze. Mit Beginn der Versicherungspflicht richtet der zuständige Rentenversicherungsträger jedem ein Rentenkonto ein. Der Versicherungsverlauf ist ein Auszug dieses Kontos und gibt Auskunft über alle rentenrechtlichen Zeiten, die bei der Berechnung der Rente berücksichtigt werden. Ab dem 43. Lebensjahr wird er in regelmäßigen Abständen versendet oder kann bei Bedarf jederzeit beantragt werden.

„Ohne diese Unterlagen wäre die Beratung ein Blindflug“, sagt Horst Brasch. Anhand des Versicherungsverlaufs können die ehrenamtlichen Berater unter anderem erkennen, wann Beiträge geflossen sind oder Ausbildungs- und Kindererziehungszeiten waren. „Der Verlauf spiegelt das gesamte Berufsleben wider“, erklärt Ingrid Schlewitz. Wie viele Beitragsmonate hat die- oder derjenige? Wie könnte eine spätere Rente aussehen? Ein Blick in den Versicherungsverlauf beantwortet diese Fragen. „Wir können ja keinen Antrag stellen, wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass der Antragsteller auch eine Rente bekommen kann“, sagt Brasch.

Der erste Beratungsschritt ist daher immer die Durchsicht des Versicherungsverlaufes. „Mitunter fehlen Angaben, weil der Arbeitgeber zum Beispiel versäumt hat eine Meldung zu machen – das kann natürlich die Rente schmälern“, so Brasch weiter. Mit den Informationen aus dem Rentenverlauf haben die Ehrenamtler die Möglichkeit, Maßnahmen zur Klärung fehlender Beitragszeiten zu veranlassen. „Viele – darunter auch junge Leute oder Frauen, die Auszeiten für die Kindererziehungszeiten nahmen – haben Lücken im Verlauf und wissen es gar nicht“, berichtet Schlewitz von ihren Beratungsgesprächen. „Einfache Rentenverläufe sind eher selten der Fall.“ Je früher darin enthaltene Lücken ausfindig gemacht werden, desto besser.

Auskünfte über die Höhe der Rente machen die Ehrenamtler jedoch keine. „Wir können ja nicht in die Glaskugel schauen.“ Das würde sich nur auf Schätzungen belaufen, die ohne Gewähr wären und sich an den jetzt geltenden gesetzlichen Bestimmungen bemessen würden. Eine weiteres Aufgabenfeld in ihren Beratungen: Sie unterstützen bei der Stellung des Rentenantrags und dessen Weitergabe an den Rentenversicherungsträger, der dann eine erste Prognose über die Rentenhöhe berechnet.

Ihre Beratungstermine werden nach eigenen Angaben von einem gemischten Publikum, jeder Altersgruppe, wahrgenommen.„Das Feedback für unsere Arbeit ist sehr positiv“, erzählt Schlewitz. Viele ihrer Kunden würden sich freuen, nicht extra nach Kiel, Schleswig oder Rendsburg zu einer der hauptamtlichen Beratungsstellen fahren zu müssen, wo sie zum Teil Wartezeiten von drei Monaten in Kauf nehmen müssten.

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