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Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 11:40 Uhr

Große Musik in der Borbyer Kirche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kantorei der Gemeinde Borby und Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Kiel führen erste Kantate des Weihnachtsoratoriums auf

von
erstellt am 08.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Am Sonnabend und Sonntag leuchtete die Borbyer Kirche. Zum einen war sie angestrahlt und sah schmuck aus so hoch über der Stadt. Zum anderen strahlte sie mit einem Chor- und Orchesterkonzert zum Advent. Unter der Leitung von Kirchenmusiker Heino Henrich gab es Feiertagsmusik: die erste Kantate des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach und den ersten Teil von Georg Friedrich Händels Messiah.

Wie Heiko Henrich in seiner Begrüßung und Einführung darlegte, sei es spannend, Musik von diesen beiden Komponisten an einem Abend, zusammen in einem Programm aufzuführen. Beide seien zwar im selben Monat und Jahr geboren, seien jedoch in ihrem Wesen, ihrer damaligen Anerkennung und der Art ihrer Kompositionen recht unterschiedlich. Spannende Geschichten gab’s zum einstigen „Popstar“ Händel, dessen Werke damals alle – auch er selber – in erster Linie als Entertainment sahen, während der ernste Bach nach seinem Tode erst einmal in Vergessenheit geriet.

Die Kantorei der Gemeinde Borby, Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Kiel und als Solisten Constanze Berger, Betty Klein (für Anne-Beke Sontag), Florian Sievers und Jörg Sabrowski sorgten unter dem Dirigat von Heiko Henrich dann für ein beeindruckendes, unvergessliches Konzerterlebnis – gelungen im Namen beider Komponisten.

Mit Pauken und Trompeten ging es in die Weihnachtszeit: „Jauchzet, frohlocket, preiset die Tage …“ schallte es mitreißend. Mit Bachs Weihnachtsoratorium gingen die Festtagslichter an, begann der Advent mit Paukenschlag. Am liebsten hätten wohl viele laut und voller Freude mitgesungen. Aber das konnte der Borbyer Chor schon so gut, so überzeugend und mit so guter Stimme, da brauchte sich jeder nur noch zurückzulehnen und glücklich zuzuhören. Das Orchester mit Geigen, Cello, Bläsern, Pauke und Cembalo trug seinen lebendig wohlklingenden Teil zum Gesamterlebnis bei.

Und die Solisten? Sie hatten ihren großen Auftritt bei Händels Messiah, da gab es für alle viel zu tun. Im Nachhinein lässt sich schwer beurteilen, wer von ihnen die meisten Zuhörer einfing. War es Jörg Sabrowski mit seiner wundervollen, ausgewogenen Bassstimme? Oder nahm Tenor Florian Sievers mit seinem warmen Timbre und der Leichtigkeit seiner sensiblen Interpretationen besonders gefangen? Sopranistin Constanze Berger überraschte mit nicht enden wollenden Coloratur- Hochseil-Akten, während Betty Kleins samtener, vollklingender Alt wohlig anrührte. Da fehlte eigentlich nur noch das „Hallelujah“ zum Schluss – und das kam und war so großartig, mit so viel Seele gesungen und gespielt, dass wohl alle Herzen aufgingen. Noch zu steigern? Kaum – aber mit der Zugabe, der wiederholten Aufforderung „Jauchzet, frohlocket …“ ließ sich gut heimkehren.

Zwei Feststunden voller Musik und Emotion, voller Begeisterung und Freude – und auch großem Stolz auf die Borbyer Kirchenmusik. Wie sagten viele im Hinausgehen? „Dass wir so etwas Tolles hier in Eckernförde haben!“


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