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Annemarie Stoltenberg : Große Leselust für Bücherwürmer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

NDR-Kulturjournalisten Annemarie Stoltenberg zu Gast im Ratssaal: Unterhaltsame Entdeckungen aus der Welt des Buches.

Und wieder einmal ein glanzvoller Abend mit Annemarie Stoltenberg, die am Freitag ihre zurzeit liebsten Bücher vorstellte. Es hat sich nach allen Jahren ihrer bisherigen Besuche im Ostseebad herumgesprochen: Annemarie Stoltenberg ist nicht nur eine „Weltmeisterin“ im Lesen der jeweils neu erschienenen Literatur. Als unermüdliche Leseratte im Dschungel der aktuellen Neuerscheinungen hält sie auch Kontakt zur Außenwelt. In bewährter Manier bringt sie dabei ihre erlesenen Literaturschätze zu begeisterungswilligen, ansteckungsbereiten Buchfans. Dabei bleibt sie in ihren Vorbereitungen und ihrer Auswahl offen für die unterschiedlichen Genres. Ob Politisches, Amouröses, Gesellschaftskritisches, Kriminelles oder einfach „nur“ Schönes – alles hat sie auf der Liste.

Ob es um märchenhafte Integrationshilfen in Berlin-Mitte geht („Sungs Laden“), um „bezaubernde Lebensweisheiten“ zum Thema unerfüllte Liebe („Etwas fehlt“), um einen Rechtsanwalt mit „lakonischem Humor“ („Ein untadeliger Mann“) oder eine heftige Mutter-Sohn-Geschichte („Nacht der Wahrheit“), ob Untermieter oder Geheimnisträger – alle Buchvorstellungen versprechen größtes Lesevergnügen.

Die Bücherliste liegt abends im Ratssaal aus. Da findet man Titel, Verfasser und Verlage verzeichnet und kann die vorgestellte Auslese sinnfällig begleiten. Die Zeit wird knapp, zu reichhaltig ist die Spät-Lese, und in Kürze soll das Rathaus schon geschlossen werden. Aber gut Ding will Weile haben. Da muss auch Raum und Zeit für Annemarie Stoltenberg bleiben, um ihre Begeisterung für ein gelungenes Buch vor dem zugeneigten Publikum auszubreiten und – wenn’s passt – auch mit privaten Erfahrungen, Erlebnissen, Beobachtungen zu ergänzen. Das kommt besonders gut an, und ihre Zuhörer werden im Laufe des Abends immer vergnügter, tauchen mit ein in die Welt von „Annemaries Leben mit Büchern“.

Sie liest nicht nur gern, sie liest auch gern vor. Und das macht sie wohl unter anderem beim Autofahren mit ihrem Angetrauten so gut, „dass mein Mann oft noch ein paar Runden extra fährt, bevor wir nach Hause kommen.“

Im übervollen Ratssaal las die Literaturwissenschaftlerin, ehemalige TV-Redakteurin, Autorin beim NDR-Hörfunk, selbst Buchverfasserin und jetzt als „Literatur-Radar“ (google.de) stets auf Tour – nein, sie las nicht vor. In freier Rede, Aug’ in Auge mit ihrem zugewandten Publikum, locker, immer liebenswert und mit oft bemerkenswerter Formulierfreude erzählte sie von „ihren“ Büchern. Sie umriss jeweils kurz den Inhalt, ohne jedoch den Ausgang zu verraten – frei nach ihrem Motto: „Hauptsache, man bekommt Lust aufs Lesen“.

Dann schilderte sie einzelne Passagen, Episoden, strich dabei besondere Aspekte von Spannung, Sprachschönheit, historischen Hintergründen, Psychologischem oder einfach auch nur Lustigem heraus. Fröhliche Wortwendungen gingen ihr dabei leicht von den Lippen – Romane, Krimis, Sachbücher warteten dann auch dringend darauf, nun bald verschlungen zu werden. Eine Werbung für Leseleidenschaft, der sich wohl kaum jemand entziehen konnte. So waren in der Pause alle mitgebrachten Exemplare auf dem Büchertisch von Gerd Kieckbusch (Bücherstube am Gänsemarkt) auch im Handumdrehen vergriffen. Aber Zuhörer Hans-Jürgen Simon, Leiter der Stadtbücherei und Vater von LesArt, ließ einen durchaus auch an Ausleihen denken.

Literaturexpertin Annemarie Stoltenberg versprach, auch im nächsten Jahr mit neuen Literatur-Schätzchen zu kommen. Dann will man aber eher mit ihrer Vorstellung von Neuerscheinungen beginnen und bis dahin vor allem auch einen anderen, größeren Raum finden. Notwendig, denn Annemarie Stoltenbergs Fangemeinde wächst stetig.


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