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Kripo ermittelt : Große Aufregung um Bombenattrappe in Ascheffel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kampfmittelräumdienst im Einsatz

von
erstellt am 25.Nov.2015 | 18:08 Uhr

Mittlerweile kann Familie Bogner wieder lachen. „Wir hatten unsere eigene Polizeischau“, sagt Ursel Bogner über das Spektakel am Sonntag vor ihrer Haustür in der Dorfstraße. Kriminalpolizei und der Kampfmittelräumdienst sorgten bei den Bogners und Nachbarn für unruhige Stunden. Das blinkende und piepende Päckchen auf dem Hinterreifen sah ganz schön echt aus, entpuppte sich aber schließlich nach Untersuchung durch die Experten als Attrappe. „Aber eine sehr gut gemachte“, sagte auch Kriminalhauptkommissar und Pressesprecher der Polizeidirektion Kiel, Oliver Pohl, auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Das Objekt werde derzeit vom Kommissariat 5 in Kiel kriminaltechnisch untersucht.

„Bereits am Sonnabend piepte es immer an dem Fahrzeug meiner Mutter“, berichtet Ursel Bogner, die direkt nebenan wohnt. Als sie dann die Tür öffnete und wieder zuschlug, war das Geräusch weg. Da sei gleich mehrfach passiert. Die Kinder erfreuten sich währenddessen im Schnee und spielten, als sie das Geräusch erneut hörten und aufgeregt ins Haus liefen. „Es piept im Tank“, haben sie gesagt. Dann entdeckte Sabine Bogner den Gegenstand auf dem Hinterreifen, etwa zehn mal zehn Zentimeter groß, zwei Zentimeter hoch, herauslugte ein Kabel und eine Leuchtdiode sowie ein Stück Holz, das wohl das Päckchen auf den Reifen sichern sollte. Sofort rief die Familie die Polizei. Als die Beamten den Gegenstand sahen, informierten sie die Dienststelle, die alles weitere veranlasste. Als der Kampfmittelräumdienst so gegen 16 Uhr anrückte, sollten die Bogners im Haus bleiben, die Feuerwehr sperrte in dieser Zeit die Dorfstraße ab. „Wir gingen rein und tranken Kaffee und aßen Kuchen“, erzählt Sabine Bogner. Auch die beiden Polizeibeamten, die zu erst vor Ort waren, wurden mit an die Kaffeetafel gebeten. Die hätten sonst im Auto warten müssen „Das war vor allem für die Kinder wichtig“, so Sabine Bogner gegenüber der EZ. Die seien schon sehr aufgeregt gewesen, doch mit den Polizisten im Haus fühlten sie sich wohler.

Angst, dass die Bombe hochgeht, hatte Sabine Bogner irgendwie nicht. „Die lag da ja schon seit Sonnabend, wir haben die Türen mehrfach auf und zu geschlagen. Wenn die echt gewesen wäre, wäre sie bestimmt schon hochgegangen“, dachte die Ascheffelerin.

Ein paar Tage später ist Sabine Bogner richtig „sauer“. Das war kein dummer Jungenstreich“ sagt sie, „das war ein Anschlag“. Sie selbst habe sich sicher gefühlt, sei kein ängstlicher Mensch, andere hätten vielleicht panisch bei dem Fund reagiert.

Ob die Attrappe konkret gegen sie gerichtet war oder ob die Bogners nur zufällig ausgewählt wurden, lässt sich zur Zeit nicht sagen. „Erzürnt habe ich mich im Dorf aber mit keinem“, sagt Sabine Bogner. Sie arbeitet in Schleswig und auch ihre Freizeit würde sie überwiegend dort verbringen. „Ich hoffe, dass die Polizei die Person zu fassen bekommt“, sagt sie. Normalerweise bleibe in der kleinen Stichstraße im Dorf nichts unbemerkt, „weil wir gut aufeinander aufpassen“, betont Sabine Bogner 

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