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Eckernförder Zeitung

27. September 2017 | 00:01 Uhr

Unterwasser-Workshop : Green Screen taucht ab

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der erste Festival-Workshop über Unterwasser-Arbeitstechniken führte die Teilnehmer in die Seegraswiesen und unter die Außenmole.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 06:52 Uhr

Eckernförde | Es ist eine große Herausforderung: Trotz Feuerquallen möglichst regungslos in der Strömung ausharren, sich nicht umherwirbeln lassen und gleichzeitig mit der Kamera ruhig einem Fisch folgen. Dazu gehören schon besonders gute Tauchkenntnisse. „Die Aufnahmen, die die Kollegen da unten machen, sind schon große Kunst“, sagt deshalb auch Katja Becker und fröstelt etwas. Ihre Lippen brennen etwas von den Feuerquallen, aber sonst war der neue Workshop für sie eine absolute Bereicherung. Auch, wenn sie sich sonst beim Filmen über der Wasseroberfläche aufhält.

Zum ersten Mal hat das Internationale Naturfilmfestival Green Screen einen Workshop für Unterwasser-Arbeitstechniken ins Programm aufgenommen. Sein Titel: „Ostsee von unten“. Darin sind die Teilnehmer die Arbeitsweise der Profis durchgegangen, haben Tricks und Kniffs erfahren und sind schließlich selbst abgetaucht, um mit dem Profigerät der Kollegen zu üben. Voraussetzung war ein Tauchschein, die Ausrüstung – wenn nicht vorhanden – stellte Thorsten Peuster von der Tauchschule „Tauchen & Meer“ im Jungfernstieg.

Für die Filmemacherin Katja Becker war es reine Neugier, die sie zur Teilnahme bewegte. Für andere war es eine berufliche Weiterbildung. Robert Sigl aus München zum Beispiel ist ein erfahrener Unterwasser-Filmer. Normalerweise sind tropische Korallenriffe sein Arbeitsrevier, in der Ostsee war er noch nie. „Ich habe versucht, möglichst viele verschiedene Kameras in der Hand gehabt zu haben“, sagte er. Besonders die Reportagekamera „PMW 200“, die der Leiter des NDR-Tauchteams, Uli Baron, dabei hatte, hatte es ihm angetan. Mit einem Preis von 18  500 Euro ist sie nicht an jeder Ecke auszuprobieren.

Uli Baron war einer der drei Workshop-Leiter: Er, Christina Karlizek-Skoglund (Black Coral Film) und Filmemacher Ulf Marquardt nahmen unter der ortskundigen Leitung von Thorsten Peuster insgesamt sieben Interessierte unter ihre Fittiche. Die hatten nicht den besten Tag zum Tauchen erwischt: „Wir haben reihenweise tote Dorsche gefunden, die jetzt ein Festmahl für die Krabben sind“, so Uli Baron.

Ulf Marquardt dagegen, der bei Green Screen mit seinem Film „Supermann mit Flossen“ über den Rotfeuerfisch dabei ist, wies Guido Weßeler und Heiko Rahn in die Makroaufnahme ein. Eine besondere Herausforderung, denn wegen der geringen Größe der Darsteller und der geringen Schärfentiefe muss die Kamera extrem ruhig gehalten werden. „Es ist erstaunlich, was Berufsfilmer im Wasser alles anstellen können“, sagt Guido Weßeler, der als Privatperson an dem Workshop teilnehmen konnte. „Die schweben extrem ruhig im Wassser.“ Für ihn war der Workshop eine „herausragende und spannende Erfahrung“.

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