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Eröffnungsgala : Green Screen: Land in der Verantwortung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Ruf nach finanzieller Unterstützung durch das Land wird lauter. Landtagspräsident Klaus Schlie hat bei der Eröffnungsfeier in der Stadthalle die Verantwortung des Landes zur Unterstützung des Festivals eingefordert. Es gab tosenden Applaus der 500 Gäste.

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erstellt am 06.Sep.2014 | 06:50 Uhr

Der Traum vom Geld, er treibt auch das notorisch klamme Internationale Naturfilmfestival Green Screen um. Allerdings gibt es Schamgrenzen. Und eine solche hat bei der Eröffnung am Donnerstagabend (wir berichteten) Festivalleiter Gerald Grote an die Wand projizieren lassen. Die Schamgrenze hat einen Namen – Sepp Blatter, allmächtiger Chef des Weltfußballverbandes FIFA und mit allen Mitteln der Vorteilsnahme und persönlichen Bereicherung vertraut. Green Screen braucht zwar Geld, aber von Blatter und seinen stets im Ruch der Korruption stehenden FIFA-Funktionärskollegen soll es nicht fließen. Und so verflogen Grotes „Green Screenien“-300 000 Euro schweren Prämienträume für die Gründung einer eigenen Fußballrepublik so schnell wie sie gekommen waren. Grote wäre nicht Grote, wenn er sich nicht den Vertreter der Landespolitik – in diesem Fall den Landtagspräsidenten Klaus Schlie (CDU) – schnappen und ihn auf die immer noch fehlende Landesförderung für das größte deutsche Naturfilmfestival hinweisen würde. Schlie stieg ein. Er wies auf die landesweite Bedeutung des Festivals hin. „Das bedeutet, dass das Land in der Verantwortung ist“, sagte Schlie unter dem Beifall des Publikums in der ausverkauften Stadthalle. Bürgervorsteherin Karin Himstedt dankte unter anderem dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) für seine Filmtour in 15 Spielorten und dankte auch Klaus Schlie, dass er die Botschaft eine finanziellen Festivalförderung durch das Land nach Kiel tragen werde.


Dreh unter extremen Bedingungen


Der Eröffnungsfilm zeigte, wie faszinierend, aber auch anstrengend und gefährlich die Arbeit der Naturfilmer ist. Regisseur Heike de Groot ließ in „Australien – Das Abenteuer“ die Naturfilmer Thoralf Grospitz, Jens Westphalen, Klaus Weißmann und R. Sziringer zu Wort kommen, die unter zum Teil extremen Bedingungen in Down Under gedreht haben. Der „Making of“-Film bestach durch Authentizität, eine einzigartige Tierwelt und humorvolle Statements unerschrockener Kameramänner. Sie bekamen Riesen-Kängurus, Koalas, riesige Wellensittichschwärme, Wombats, Leistenkrokodile, Honigtopfameisen und Kasuare (große Laufvögel) oder die seltenen Baumkängurus vor die Kamera. Im Interview mit Wolfgang Herda vertieften sie ihre Eindrücke auf der Bühne. In Australien sei der Klimawandel bereits deutlich spürbar, sagte Klaus Weißmann. Die höchste Temperatur lag bei 49,6 Grad – wer im Outback dreht, müsse höllisch aufpassen, mobil zu bleiben. Ansonsten beträgt die Überlebenszeit nur wenige Stunden. „Das schärft die Sinne. Mit den Filmen möchte ich einen Druck erzeugen, politisch mehr zu tun“, sagte Weißmann unter tosendem Applaus des beeindruckten Publikums.

Politisch mehr tun wollen auch die Macher des Films „Die Saatgut-Retter“, der gestern Vormittag im Kommunalen Kino im „Haus“ gezeigt wurde. Sie waren aus Hamburg angereist, um dem Publikum im Anschluss Rede und Antwort zu stehen. Das Thema bot sich in besonderer Weise an: Monokulturen, Gentechnik und der Verlust biologischer Vielfalt. In „Die Saatgut-Retter“ porträtiert Regisseurin und Autorin Anja Glücklich kleine Zuchtbetriebe, die alternative Wege einschlagen, um einer Handvoll Weltkonzernen die Stirn zu bieten und die Vielfalt des Saatguts zu retten. „Der Film ist sehr interessant und hat Vieles gezeigt, das ich noch nicht wusste“, sagte eine Schülerin der 7. Klasse der Jungmannschule. Die Schüler löcherten die Filmemacher mit Fragen zur Dauer des Drehs oder wie man eine Drehgenehmigung erhält. Das Interesse der Schüler freute Anja Glücklich und Jasmin Gravenhorst (Produzentin). Sie rechneten nicht mit einem so angeregten Austausch und lobten die Konzentration und kompetenten Fragen der Schüler. „Es ist schön, dass Kinder Interesse für dieses Thema zeigen“, sagte Glücklich. Gerade für Kinder sei es wichtig, dass sie den Geschmack natürlicher Produkte kennenlernen. Gravenhorst unterstrich die Bedeutung des Green Screen-Festivals für den Norden, das auch unter Filmleuten sehr bedeutend sei.

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