zur Navigation springen

Taucher aus Eckernförde : Green Screen: 17-Jähriger auf den Spuren von Jacques Cousteau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dem 17 Jahre alten Philipp Hoy gelangen spektakuläre Unterwasseraufnahmen, die schon im Fernsehen gezeigt wurden.

Eckernförde | Green Screen kann das Leben verändern – bei Philipp Hoy aus Eckernförde macht es das gerade.

Der 17 Jahre alte Peter-Ustinov-Schüler war schon immer ein Fan von Naturfilmen. „Schon mit sechs Jahren habe ich mir mit meinem Vater die alten Cousteau-Filme angesehen“, sagt er. Die Unterwasser-Aufnahmen faszinierten ihn. „Taucher fand ich ganz toll damals.“ Trotzdem dauerte es noch neun Jahre, bis er merkte, dass er ja das Meer direkt vor der Tür hat und selbst tauchen könnte. Mit 15 machte er seinen Tauchschein, mit 16 kaufte er sich seine erste Kamera für Unterwasser-Aufnahmen und legte gleich los: Unter dem Pseudonym „phili DIVER“ veröffentlichte er mehrere Kurzfilme vom Unterwasserleben in der Eckernförder Bucht auf Youtube.

Es waren dann seine Eltern, die ihm im vergangenen Jahr vorschlugen, einen Film beim Internationalen Naturfilmfestival Green Screen einzureichen. „Green Screen fand ich schon immer gut. Also habe ich ein Best Of aus meinen Aufnahmen gemacht und mich in der Kategorie Wildes Schleswig-Holstein Jugendfilmpreis ohne Anleitung beworben.“ Die Schnittarbeiten stellten sich langwieriger heraus als gedacht: „Am Abgabetag hat mich meine Mutter noch abends um halbzwölf zum Briefkasten gefahren, damit ich den Film noch rechtzeitig einwerfen konnte.“

Doch die Arbeit hat sich gelohnt: Philipp Hoy belegte mit seinem Film „Unter der Mole“ den zweiten Platz, bekam sogar ein Preisgeld. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet“, sagt er. Als ihm hinterher ein Mann auf die Schulter klopfte und sagte, dass er seiner Meinung nach den ersten Preis verdient hätte, hat ihn das gefreut. Erst hinterher verriet ihm sein Vater, dass dieser Mann Volker Arzt war, der als Filmemacher und Moderator von Wissenschaftssendungen berühmt wurde.

Ende 2015 ging Philipp auf einen Nacht-Tauchgang. Zunächst dachte er, dass ihm ein paar kleine Fische vor das Licht seiner GoPro-Kamera schwammen, doch beim näheren Hinsehen stellten sich die Fische als Kalmare heraus – eine Seltenheit und kleine Sensation in der Eckernförder Bucht. Und sie blieben: Bei insgesamt sechs Nacht-Tauchgängen konnte Philipp die Tiere filmen, sogar wie ein Kalmar einen kleinen Fisch fängt.

Kurze Zeit später – das Kameraglück von Philipp Hoy hatte sich schon herumgesprochen – meldete sich der Filmemacher Matthias Kopfmüller. Der Extremtaucher und Dokumentarfilmer arbeitete gerade an einem neuen Film über die Veränderungen in der Ostsee: „Marcus und die Katzenhaie“ sollte er heißen und unter anderem für die Ostsee ungewöhnliche Tierarten zeigen. Philipp stellte dem „German Jacques Cousteau“ einige seiner Aufnahmen zur Verfügung. Am Dienstag vergangener Woche wurde der Film im NDR-Fernsehen gezeigt, und Philipp war überrascht: „Ich dachte, dass er nur fünf Sekunden Kalmar-Aufnahmen von mir übernehmen würde, aber auch Feuerquallen und ein frei schwimmendes Neunauge und einen Schwarm Grundeln hat er von mir gezeigt. Als ich dann meinen Namen im Abspann las, habe ich mich wahnsinnig gefreut.“ Er wurde als einer von vier Kameraleuten genannt.

 

Sein Entschluss, Naturfilmer zu werden, steht fest. „Sofort“ würde er den Beruf ergreifen, will aber erst einmal die Schule beenden. Doch das Ziel ist klar, und er arbeitet darauf hin: Zurzeit stellt er seinen nächsten Beitrag für das Naturfilmfestival Green Screen in der Kategorie Kurzfilme zusammen, der sich mit den Kalmaren in der Eckernförder Bucht beschäftigt. „Das Material ist da, der Rohschnitt ist fertig, aber es fehlen noch einige Szenen, wie ich mir den Taucheranzug anziehe und ins Wasser gehe.“ Abgabetermin ist der 15. März.

> Philipp Hoys Film „Unter der Mole“ ist im Internet unter www.greenscreen-festival.de/kids/jugendfilmpreis/filme/ oder auf Youtube unter „Unter der Mole“ zu sehen.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Feb.2016 | 06:22 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen