Schwanensee : Grazie, Anmut und der Sieg der Liebe

Spitzentanz der Spitzenklasse: Prinz Siegfried (Alexander Butrimovich) begegnet am Schwanensee bei Mondenschein den weißen Schwänen, unter ihnen die Schwanenkönigin Odette (Olga Grigorieva), die sich als verzauberte Odette entpuppt.
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Spitzentanz der Spitzenklasse: Prinz Siegfried (Alexander Butrimovich) begegnet am Schwanensee bei Mondenschein den weißen Schwänen, unter ihnen die Schwanenkönigin Odette (Olga Grigorieva), die sich als verzauberte Odette entpuppt.

Das „Klassische russische Ballett“ aus Moskau gastierte mit „Schwanensee“ in der Stadthalle.

shz.de von
18. Januar 2018, 05:56 Uhr

Eckernförde | Es dauerte nicht lange nach der Uraufführung des Balletts „Schwanensee“ 1877 in Moskau, da hatte diese Komposition des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky schon den Siegeszug um die Welt angetreten. Neben dem „Nussknacker“ und „Dornröschen“ gehört „Schwanensee“ nun einmal zu den bekanntesten und beliebtesten Ballettstücken weltweit. Welch eine Freude, dass eine Aufführung dieses märchenhaften Stücks am Dienstag auch in der Stadthalle zu erleben war.

Allerdings war es nicht das Bolshoi-Theater wie einst bei der Uraufführung, sondern das „Klassische russische Ballett“ aus Moskau unter der künstlerischen Leitung von Hassan Usmanow. Er selbst ist grandioser Tänzer mit Abschlüssen der Bolshoi Ballet Akademy, gründete „seine“ Ballettgruppe 2004 und führt sie seitdem von Erfolg zu Erfolg. Das „Klassische Russische Ballett“ ist inzwischen bekannt für höchst professionelle und ausdrucksstarke Ballettqualität. Zurzeit sind die Tänzer auf Deutschland-Tournée, Tschaikowskys wunderbare Musik wurde bei der Eckernförder Aufführung aus guten Lautsprechern übertragen. Wo hätte ein vielköpfiges Orchester auch Platz finden sollen? Schließlich war die Stadthalle restlos überbucht, und es mussten noch Stühle herbei gebracht werden.

Und dann gab es gut zwei Stunden Märchenwelt – Märchen für große und kleine Zuschauer. Alle saßen sie wie verzaubert – die Kinder und Erwachsenen aller Altersstufen – fasziniert vom Klang der Musik, den Farben des Bühnenbilds, den fantasievollen, prächtigen Kostümen.

Verständlich, dass bei allem dekorativen Beiwerk vor allem der perfekte Ausdruckstanz gefangen nahm. Geschichten mit der Beweglichkeit anmutiger Körper so darzustellen, dass gemeinsam mit der Musik Freude und Trauer, Hinterlist und der Sieg des Guten, der Liebe zum Ausdruck kommen. Was für eine Kunst.

In vier Akten entfaltete sich die Geschichte von Prinz Siegfried (Alexander Butrimovich), der sich auf einem Ball im Schloss seine Braut aussuchen soll: Höfischer Glanz, ein tanzender Hofstaat, ein herrlicher Hofnarr (Hassan Usmanow), viel Prunk und Pracht, das alles entzückte und entrückte vom Alltag.

Am Schwanensee trifft der Prinz als Jäger auf die Schwanenkönigin Odette (Olga Grigorieva). Der böse Zauberer (Alexey Krul) hat sie verzaubert. Nur die Liebe und ein Treueschwur können sie erlösen. Siegfried und Odette verlieben sich, alles scheint sich zu fügen. Doch der Zauberer versucht, den Prinzen mit der schwarzen, bösen Kopie von Odette – mit Odile – zu verführen. Gott sei Dank fliegt der Schwindel beizeiten auf, das Gute gewinnt den Kampf, die Liebe siegt.

Grazie bis in die Fuß- und Fingerspitzen der Tänzerinnen, kraftvolle Körperbeherrschung bei den Tänzern – das beeindruckte sehr. Schönheit, Anmut und Kraft der Darsteller, die fantasievolle Umsetzung der Musik, der Handlung in Bewegungsabläufe – das konnte nur in hohem Masse begeistern. Mit Sicherheit kamen die vielen Gäste von nah und fern in den Genuss von Sternstunden.


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