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Tierschutz : Grasernte in SH: Mit der Drohne auf Rehkitz-Suche

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rehkitze können bei der Grasernte dem Mähwerk zum Opfer fallen. Wiesen müssen daher vor der Mahd abgesucht werden. Die Drohne soll die Arbeit erleichtern.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 16:11 Uhr

Schwedeneck | Es ist wieder soweit die Mähwerke summen über die Felder, der Geruch von frischem Gras liegt in der Luft – Es ist Erntezeit. Zur gleichen Zeit bringen die Rehe ihre Kitze zur Welt, die sie gern im hohen Gras ablegen, um sie vor ihren natürlichen Feinden zu schützen. Erst nach circa 14 Tagen können die Kitze ihrer Mutter selbstständig aus dem Feld folgen, vorher müssen sie während der Abwesenheit dort auf sie warten. Dort liegen sie dann und sind den Mähwerken hilflos ausgeliefert. Ein Schutzmechanismus sorgt dafür, dass die Kitze sich nicht vom Fleck rühren, wenn ein Feind kommt. Sie laufen also auch nicht weg, wenn das Mähwerk anrollt, erklärt Christopher von Dollen, Leiter des Hegelehrreviers Grönwohld und Vorsitzender des Arbeitskreises Niederwild im Landesjagdverband.

Dem kann Abhilfe geschafft werden, indem die Rehe samt Kitz von den Weiden vergrämt werden. Dazu arbeitet der Landesjagdverband im besten Falle gemeinsam mit den Landwirten zusammen. Der klassische Weg ist es, die Felder mit Hunden abzuschreiten. Christopher von Dollen lädt dann seine Deutsch Drahthaar Jagdhunde Moppel und Eddi ein und durchkämmt die Wiesen. Die kleinen Kitze, die nicht weglaufen können, werden eingesammelt und nach dem Mähen wieder ausgesetzt, sodass die Ricke sie wieder findet. „Das darf aber keinen langen Vorlauf haben“, erklärt von Dollen, denn nach einer gewissen Zeit würden die verjagten Tiere wieder auf die Wiesen zurückkehren. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Kitze in dem hohen Gras übersehen werden. Deshalb setzt von Dollen sich aktiv dafür ein, die jungen Rehe mit Hilfe einer Drohne aufzuspüren.

Christopher von Dollen mit den Jagdhunden Moppel und Eddi.
Christopher von Dollen mit den Jagdhunden Moppel und Eddi. Foto: Jonna Lausen
 

Von Dollen beobachtete die Drohnenentwicklung, vor allem aber die Preise in den letzten Jahren ganz intensiv. „Im letzten halben Jahr hat sich das ganze dann so entwickelt, dass die Drohnen einen bezahlbaren Preis haben und die Technik so ausgereift ist, dass die Suche verlässlich ist“, so der Vereinsvorsitzende.

Das weiß auch der Drohnenpilot Phillip Dethleffsen-Jürgensen, der als Lohnunternehmer die Drohneneinsätze gemeinsam mit den Jägern durchführt. „Dethleffsen-Jürgensen berät uns auch in allen technischen Fragen, was die Drohnenanschaffung betrifft“, so von Dollen. Die Drohne wurde schon die gesamte Saison über eingesetzt, zuletzt im Hegelehrrevier Grönwohld sowie auf dem Lindhof in Lindhöft.

Das Ganze muss zu frühester Stunde am Mähtag erfolgen, da die Drohne mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, die die Körpertemperatur der Rehe misst. „Im Laufe des vormittags gleicht sich die Temperatur von Reh und Wiese an“, erklärt von Dollen. Deshalb müsse die Suche bis spätestens 10 Uhr beendet sein.

Sein Wunsch ist es, dass Drohnenprojekt so voranzutreiben, dass sich Jäger und Landwirte gemeinsam Drohnen anschaffen. Außerdem müssten einige Jäger an einer Schulung teilnehmen, denn das Fliegen einer Drohne bedarf einer Erlaubnis und braucht Übung.

Im Hegelehrrevier wurden bereits 60 Hektar gemäht und bisher sei noch kein Kitz zu Schaden gekommen, 20 Hektar seien noch übrig, so von Dollen, der den Drohneneinsatz zur Kitzsuche initiiert hat. „Wir bleiben dran und lassen uns von Phillip Dethleffsen-Jürgensen beraten, damit wir gut ausgestattete Modelle aussuchen und diejenigen, die sich für eine Anschaffung entscheiden, beraten können, so von Dollen. Er hofft, dass gleich mehrere Jagdbezirke sich eine Drohne zulegen, um die Kitzsuche im nächsten Jahr zur sicheren Sache zu machen.

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