Tag gegen Homophobie : Gottesdienst unterm Regenbogen

Im Gespräch: Maik Gill (von links), Pastor Steffen Poos, Renate Brunkert, Pastor Jens-Olaf Grothjan und Dr. Karl-Heinz Weber vor dem Pastorat.
1 von 2
Im Gespräch: Maik Gill (von links), Pastor Steffen Poos, Renate Brunkert, Pastor Jens-Olaf Grothjan und Dr. Karl-Heinz Weber vor dem Pastorat.

53 Besucher im Sehestedter Gotteshaus St. Peter und Paul zum Internationalen Tag gegen Homophobie

shz.de von
19. Mai 2015, 06:34 Uhr

Sehestedt | Vor dem Rendsburger Kreishaus wehten gestern vier Regenbogenflaggen, in Sehestedt wurde ein „Regenbogen-Gottesdienst“ gefeiert. Anlass war der „Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie“, den es seit 2005 gibt.

In der Kirche St. Peter und Paul in Sehestedt hielt Pastor Steffen Poos aus Sülfeld (Kreis Segeberg) den Gottesdienst vor 53 Besuchern. „Toleranz und Akzeptanz fangen bei jedem Einzelnen an“, machte er deutlich. Jeder habe seinen Platz und seine Aufgabe in der Gesellschaft. Er müsse herausfinden, welches seine Aufgabe ist und zugleich anderen ihren Platz lassen, sagte der Pastor. Die Gottesdienstbesucher konnte ihre Wünsche auf rosa Papier schreiben und diese zu Papierfliegern falten, die danach durch die Kirche flogen.
„Ein Gottesdienst macht noch keine bessere Welt“, räumte Poos ein. „Aber wir setzen damit ein Zeichen. Wir machen uns auf den Weg.“

„Ein traumhafter Gottesdienst“, fand Renate Brunkert. Die SPD-Kreistagsabgeordnete, die sich auch für das Hissen der Regenbogenflaggen vor dem Kreishaus stark gemacht hatte, war auch am Zustandekommen des Gottesdienstes in Sehestedt maßgeblich beteiligt. Nachdem sich die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Schleswig-Holstein vorgenommen hatte, einen Regenbogen-Gottesdienst zu veranstalten, hatte Brunkert einen Brief an Propst Matthias Krüger geschrieben, der diese Anfrage an alle Kirchengemeinden weiterleitete. „Unsere Kirchengemeinde hat sofort zugestimmt“, erklärte der Sehestedter Pastor Jens-Olaf Grothjan. „Es ist ein gutes Gefühl, die Rückendeckung der Gemeinde zu haben.“ Nach dem Gottesdienst gab es Gelegenheit zu Gesprächen im Pastorat. „Wir wollen einfach nur gleich behandelt werden“, stellte Dr. Karl-Heinz Weber, Vorsitzender der SPD-AG der Lesben und Schwulen, fest. Sein Stellvertreter Maik Gill aus Rendsburg zeigte sich erfreut darüber, dass die Kirchengemeinde Sehestedt den Regenbogen-Gottesdienst in ihrem Gotteshaus ermöglichte. Und Renate Brunkert fand es „toll, dass Kirche und Politik mitgemacht haben“.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen