zur Navigation springen

FEINSTES KABARETT in der stadthalle : Gott schwärmt für Helene Fischer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Theatergemeinschaft Eckernförde präsentierte am Freitag das Kabarett Pfeffermühle aus Leipzig. Witzige und spritzige Unterhaltung auf allen Ebenen brachte das Publikum in Schwung.

Eckernförde | Witzig, spritzig – nicht unbedingt scharf oder wirklich boshaft – so unterhielt das Kabarett aus Leipzig am Freitagabend seine Gäste in der ausverkauften Stadthalle. Mit dem Griff auf die „Pfeffermühle“ hat die Eckernförder Theatergemeinschaft seinem Publikum sicher einen Gefallen getan: Denn wer lacht nicht gern über die aktuellen Probleme in Deutschland? Sorgen kann man sich später wieder machen.

Und um die ging es: Sorgen und Probleme – Schlag auf Schlag ohne Gnade, schön übertrieben und auf die Spitze getrieben, sprachlich oft „underground“, damit es auch richtig lustig wurde. In der Tat blieb einem manchmal die Luft weg – vor Überraschung und auch vor Lachen.

Wo hat man das schon? Einen „lieben Gott“, der vor Frust über seine schlimmen Menschen auf Erden mit Burn-out in die Langzeit-Reha verschwindet. Seine angestellten drei Engel, für Deutschland zuständig, bleiben sich selbst überlassen. Da gibt es so einiges zu bearbeiten, Sketch an Sketch reiht sich durch den Abend, und zum Schluss weiß man, was man vorher auch schon wusste – nur nicht aus der „himmlischen“, gemeint übergeordneten Perspektive.

Des Öfteren eine ungewohnte Sichtweise: Da wird Marias Empfängnis zum One-night-stand mit Gott, einem vermenschlichtem Gott, der für Helene Fischer schwärmt. Aus Pegida in Friesland wird Frigida, es gibt ganz neue Krankheiten – wie zum Beispiel die Multiple Phimose – und unerwartete Sprüche: „Vom Heimbewohner zum Bildschirmschoner“. Überhaupt macht man sich Gedanken über die digitale Zukunft und den Verlust der gewohnten Kommunikation – „auf der Erde spricht man nicht mehr miteinander“. Gedanken über die allgegenwärtige NSA und Überwachung bis in die Darmspiegelung, über bevorstehende Pannen bei computergesteuerter Haushaltsführung und über Karrierefrauen. Ja, die Frauen, die beizeiten ihre Eier einfrieren lassen, um zu einem späteren Zeitpunkt doch noch schwanger zu werden.

Und womit will die kinderreiche Karrierefrau und Verteidigungsministerin Ursula eine größere Bundeswehr aufbauen? Pannen, Pech und Pleiten. Und fragen die Pfeffermüller nach der Jugend, dem Nachschub, dann sind’s angeblich lauter „adipöse Fleischklöpse“, die im Schwimmbad erst mal ihr „Nilpferdchen“ machen müssen. Billigflüge, mit denen man sich in Italien seine Pizza schon selber holt. Und Moses als erster Schleuser, der sein Volk – ebenfalls Flüchtlinge – aus Ägypten führte. Frauke Petry sitzt mit Hitler in der „braunen Brühe“ einer Wanne, und Angela Merkel boxt gegen Putin – unterstützt vom Trainer: „Hol ihn dir, den Vladimir und denn voll eene druff uff de Wodkaleber!“ Angetrunkene Fußball-Glückseligkeit und – bäh – die Vegetarier! Da wolle man beim Abendmahl statt des Bluts des Herrn doch lieber ein Stück von der Dornenkrone – Die „drei Engel“ alias Elisabeth Sonntag, Rainer Koschorz und Frank Sieckel tanzten, sangen, agierten, das hatte Art – oder Unart. Wie man’s nimmt. Handfestes Kabarett eben.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen