Elternbeteiligung : Gorch-Fock-Eltern fordern mehr Beteiligung

Die Eltern der Gorch-Fock-Schule fordern eine neue Ausrichtung der Schulentwicklungsplanung der Stadt Eckernförde: Birte Feilcke, Stefan Schnaut, Annette Kreuter und Dr. Roland Panzer (hintere Reihe, v. l.) sowie Dr. Bettina Stein mit Sohn Florian und Anja Bünte mit  Sohn Yannik (v. l.).
Die Eltern der Gorch-Fock-Schule fordern eine neue Ausrichtung der Schulentwicklungsplanung der Stadt Eckernförde: Birte Feilcke, Stefan Schnaut, Annette Kreuter und Dr. Roland Panzer (hintere Reihe, v. l.) sowie Dr. Bettina Stein mit Sohn Florian und Anja Bünte mit Sohn Yannik (v. l.).

Eltern der Gorch-Fock-Schule nehmen den geplanten Umzug der Grundschule nicht hin. Sie Forderung nach einer neuen Ausrichtung der Schulentwicklungsplanung und Einrichtung eines Runden Tisches.

shz.de von
26. Juni 2014, 06:35 Uhr

Die Eltern der Gorch-FockSchule sind wütend und empört. Sie bezeichnen sich selbst als „mündige engagierte Eltern“, die eine „intelligente Schulentwicklungsplanung“ fordern. Die Willers-Jessen-Grundschule ist bereits geschlossen. In drei Jahren könnte die Gorch-Fock-Schule ein ähnliches Schicksal ereilen.

Laut Schulentwicklungsplan der Stadt ist eine Zusammenlegung mit der Grund- und Gemeinschaftsschule Standort Süd, ehemals Albert-Schweitzer-Schule, geplant. Eine Entwicklung, die die Gorch-Fock-Schule-Eltern nicht so ohne Weiteres hinnehmen wollen. „Wir fordern mehr Mut zur Schulentwicklungsplanung im Dialog mit allen Beteiligten“, sagen Dr. Roland Panzer, Vorsitzender des Schulelternbeirats, und Stefan Schnaut, Mitglied des Schulelternbeirats und Vater von fünf Kindern.

Während einer der letzten Ratsversammlungen sei die Idee für einen Runden Tisch entstanden, erklärt Schnaut. Zuerst sollten an diesem Vertreter aller Grundschulen, Leitungen, Lehrer und Eltern teilnehmen. Die Eltern könnten mittlerweile keine gezielte strategische Zielrichtung der Politik mehr erkennen. „Wir fragen uns, wohin die Reise überhaupt geht?“, gibt Annette Kreuter zu bedenken.

Die Mutter eines Grundschulkindes und ihre Mitstreiter wollen weg von den Partikularinteressen jeder einzelnen Schule hin zu einer neuen Betrachtungsweise der Schulpolitik: „Wir wollen nicht länger auf jede Schule als einzelne Einrichtung schauen, sondern im Gesamtpaket“, so Kreuter. Sie als Eltern fühlten sich als Spielball der Stadtverwaltung, die Eltern und Lehrer der einzelnen Schulen gegeneinander ausspiele. Damit müsse Schluss sein. „Wir wollen uns zusammenschließen, um gemeinsam stark für unsere Kinder zu sein und unsere Meinung gegenüber der Politik zu vertreten“, so Schnaut.

Die Eltern werfen der Stadtverwaltung Konzeptionslosigkeit vor, da diese die Inhalte des Klemm-Gutachtens „nahezu vollständig und ohne den Ansatz einer kritischen Reflektion in den Schulentwicklungsplan“ übertragen habe, so der Tenor in einem Diskussionspapier. Die speziellen Gegebenheiten in Eckernförde seien in keiner Weise berücksichtigt worden, empört sich Birte Feilcke, Mutter eines Gorch-Fock-Schulkindes. „Es steckt überhaupt keine Eckernförder Idee dahinter. Wir wollen selbst Ideen zu unserer Schullandschaft gemeinsam entwickeln“, fordert Feilcke.

Von der Politik fühlen sich diese Eltern im Stich gelassen. Die Stadtverwaltung habe bislang nur eine unzureichende Bürgerbeteiligung zugelassen, so Stefan Schnaut. „Ein von der Schulleitung vorgeschlagener Runder Tisch wurde von der Verwaltung im Mai für entbehrlich gehalten“, kritisiert der Schulelternbeiratsvorsitzende Dr. Roland Panzer. Dabei sehe doch selbst die Landesregierung beziehungsweise das Bildungsministerium in einer Handreichung für Schulträger die Bildung ständiger Konferenzen zur Gestaltung der Bildungsregion vor, in denen alle relevanten Kräfte vertreten sein sollten.

Das erste Treffen des Runden Tisches am Montag, 30. Juni, um 20 Uhr im Restaurant Luzifer, richtet sich an die Schulelternbeiräte und Schulleitungen aller Grundschulen sowie an alle interessierten Bürger. Themen sind die aktuelle und zukünftige Situation der Eckernförder Grundschulen, Informationen und die Bildung einer aktiven Elternschaft aller Grundschulen sowie die Vorbereitung des zweiten Treffens des Runden Tisches, dann erweitert um den Kreis aller Fraktionen aus dem Rathaus.

>Informationen und Anmeldung per Mail an Dr. Roland Panzer: roland.panzer@imland.de


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