Goosefelds Geschichte auf der Spur

<strong>Manfred Stratil,</strong> Verfasser mehrerer Dorfchroniken, erhielt gestern die Landesmedaille für sein Ehrenamt. Foto: Messerschmidt
Manfred Stratil, Verfasser mehrerer Dorfchroniken, erhielt gestern die Landesmedaille für sein Ehrenamt. Foto: Messerschmidt

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14. Juli 2010, 03:59 Uhr

Goosefeld | Die Liste der Schriften und Bücher, die der Goosefelder Manfred Stratil in den vergangenen Jahren veröffentlicht hat, ist lang. Ob Beiträge zum Wappen, und zur Gilde, die Chronik der Schule oder sogar Kochbücher mit Rezepten aus der Gemeinde - der 72-Jährige hat recherchiert, in Bibliotheken gelesen und mit Zeitzeugen gesprochen, um die Geschichte des Dorfes ausführlich zu dokumentieren. Für dieses ehrenamtliche Engagement ist Stratil gestern im Kieler Yacht-Club von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. Die Ehrennadel gilt als ein verbindliches Zeichen der Wertschätzung seiner persönlichen Leistungen.

"Manfred Stratil leistet an haltende Arbeit durch die Aufstellung von verschiedenen Festschriften für Vereine sowie das Zusammentragen von historischen Akten aus Archiven und Landesämtern", heißt es in der Laudatio für den Goosefelder. Stratil habe damit einen wesentlichen Beitrag für den Zusammenhalt der Gemeine sowie die Aufklärung und Überlieferung von geschichsträchtigen Daten geleistet.

Der gelernte Maschinenbauingenieur kam 1974 in die Gemeinde Goosefeld. Dort liefen gerade die Vorbereitungen für das 50-jährige Bestehen und Stratil wurde gebeten einen Beitrag für die Heimatgemeinschaft zu verfassen. Nach einem ersten Gespräch mit dem damaligen Vorsitzenden Detlef Thomsen begann sich Stratil in die Dorfgeschichte hineinzuknien. Schließlich lieferte er nicht nur einen Artikel, sondern gleich zwei Chronik-Bände ab. Es entstand ein dritter Band, der vierte soll Ende des Jahres erscheinen und umfasst den Zeitraum 2000 bis 2010.

Manfred Stratil begann sich mehr dafür zu interessieren, er tauchte immer tiefer in die Geschichte der Gemeinde ein. In Sonderschriften schrieb er über das Wappen der Gemeinde, die Gilde, die Flurnamen, die Flagge und gemeinsam mit dem Hüttener Ludwig Hünger über den Ortsteil Ravenshorst. In Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und den "Goosefelder Dorfstrolchen" entstand sogar ein Kochbuch.

Doch nicht nur die jüngere Geschichte lag ihm am Herzen, Stratil setzte sich auch dafür ein, dass einige Megalithgräber, die bis dahin von Gestrüpp bedeckt waren, freigeschnitten und zugänglich gemacht wurden.

Von 1974 bis 1978 und von 1989 bis 1998 war Manfred Stratil Mitglied der Gemeindevertretung. Als Vorsitzender des Kulturausschusses setzte er sich außerdem für die Kinderfest und Flohmärkte im Ort ein. Während seiner Zeit nahm die Gemeinde zweimal am Kreiswettbewerb teil und belegte den zweiten und vierten Platz.

Vorgeschlagen für die Ehrennadel, die seit 1982 verliehen wird, wurde Stratil vom Alt-Bürgermeister Karl Wermker.

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