Traumschiff : Golfen mitten im Meer

Auf dem Oberdeck befindet sich ein Putting Green. Wer draufhauen möchte, kann Golfbälle aus gepresstem Fischfutter ins Meer schlagen.
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Auf dem Oberdeck befindet sich ein Putting Green. Wer draufhauen möchte, kann Golfbälle aus gepresstem Fischfutter ins Meer schlagen.

Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ war gestern zu Besuch vor Eckernförde – mit Golfplatz auf dem Oberdeck und moderner Spa-Anlage.

shz.de von
10. August 2018, 06:26 Uhr

Eckernförde | Er sieht zwar nicht aus wie Sascha Hehn, hat aber mindestens genau so viel Charme: Der Norweger Arne Ernstsen ist im wahren Leben der Kapitän des Traumschiffes, das eigentlich „Amadea“ heißt und gestern in der Eckernförder Bucht vor Anker lag. Mit seinen 68 Jahren ist Ernstsen eigentlich schon im Ruhestand. „Aber ich bin noch in guter Verfassung und werde immer mal wieder als Kapitän angefragt“, sagte er gestern Nachmittag, als ihm Bürgermeister Jörg Sibbel und Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens auf der Brücke des 193 Meter langen Schiffs zur Begrüßung das in Holz geschnitzte Stadtwappen der Stadt überreichten. So ist es üblich, wenn ein Schiff zum ersten Mal eine Stadt anläuft.

Nach „Albatros“, „Deutschland“ und „Artania“ ist die „Amadea“ das vierte Kreuzfahrtschiff von Phoenix-Reisen, das Eckernförde anläuft. Einmal mehr noch kommt am 15. September die „Albatros“ – das war es dann für dieses Jahr. Die „Amadea“ ist mit ihren 470 Passagieren und 319 Mann Besatzung aus 27 Ländern zurzeit auf Ostsee-Rundreise. Mittwoch ging es los in Bremerhaven, gestern Halt in Eckernförde, heute sind Wismar und Rostock angesagt, weiter geht es nach Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Tallin und Riga. Das Durchschnittsalter der Passagiere beträgt auf dieser Reise 68,7 Jahre, der älteste Passagier ist 104 Jahre alt.

Ob und wenn ja wie viel Gewicht die Passagiere im Schnitt auf einer solchen Kreuzfahrt zunehmen, kann Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel nicht sagen und muss schon bei der Frage lachen. Dabei sei sie gar nicht unberechtigt: Zwischen 7 und 24 Uhr werden acht Mahlzeiten serviert. Und auch dazwischen sind jederzeit Snacks möglich. „Aber dafür muss man schon sehr großen Appetit mitbringen.“ Drei Bars und mehrere Restaurants gibt es an Bord, einen Fitnessraum, einen Spa- und Saunabereich, Whirlpool auf dem Sonnendeck, eine Bücherei, Ruheraum, Zigarrenlounge und ein eigenes kleines Theater. Ein kleiner Golfplatz steht unter freiem Himmel zur Verfügung, und wer möchte, kann seine Bälle von einer Driving Range ins Meer schlagen. Keine Sorge: Sie bestehen aus gepresstem Fischfutter und lösen sich im Wasser auf. Kosten: 1,20 Euro pro Stück.

Für Sabine und Wilhelm Becker aus Remscheid ist das verhältnismäßig kleine Schiff genau richtig: „Es gibt nur Außenkabinen, und es ist alles persönlicher. Sogar Führungen durch die Küchen und hinter die Kulissen des Theaters werden angeboten.“ Bleibt die Frage: Was kostet so eine zweiwöchige Reise? Je nach Luxusgrad zwischen 2900 und 15 000 Euro. Und wenn man Glück hat, ist auch gerade ein ZDF-Fernsehteam an Bord, um eine neue Folge zu drehen.

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