Der Wetterhahn ist wieder da : Goldene Doppelspitze für St. Nicolai

Architekt Dietrich Fröhler (r.) und Pastor Dirk Homrighausen (2. v.r.) haben Zeitung, Fotos und Kopien der Baupläne ins Innere der Weltkugel geschoben, die von Zimmermann Malte Matt gehalten wird (links sein Chef Christian Schäfer).
Architekt Dietrich Fröhler (r.) und Pastor Dirk Homrighausen (2. v.r.) haben Zeitung, Fotos und Kopien der Baupläne ins Innere der Weltkugel geschoben, die von Zimmermann Malte Matt gehalten wird (links sein Chef Christian Schäfer).

Der frisch restaurierte Wetterhahn und die Weltkugel sind wieder auf dem Dachreiter montiert. Dienstag kommt die 18 Meter hohe Konstruktion wieder aufs Dach.

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03. März 2018, 06:45 Uhr

Eckernförde | Der mit frischem Blattgold ummantelte Wetterhahn der St.-Nicolai-Kirche und die darunter befindliche, ebenfalls vergoldete Weltkugel strahlen wieder von ihrem angestammten Platz – der Spitze des Dachreiters. Am Dienstag um 10 Uhr wird der vollständig sanierte und mit einer neuen Kupferhaut versehene, gut 18 Meter hohe Dachreiter per Kran aus seinem Gerüst wieder auf das Kirchendach gehievt. Ein großer Moment für die Kirchengemeinde St. Nicolai, den gesamten Kirchenkreis und ganz besonders auch für die örtlichen Handwerker, denen Pastor Dirk Homrighausen und Architekt Dietrich Fröhler für die in jeder Hinsicht gelungene Sanierung der Nicolai-Kirche von Oktober 2016 bis heute allerhöchstes Lob aussprachen.

Gestern wurde der überarbeitete und mit einem neuen, goldenen „Federkleid“ versehene Wetterhahn wieder an seinen Bestimmungsort montiert. Zwar mit ein wenig Schwierigkeiten – durch die Kälte hatten sich die Stahlteile mit unterschiedlich dicker Wandung, die zusammengesteckt werden mussten, ungleichmäßig verzogen und mussten mit handwerklicher Improvisationskunst gängig gemacht werden –, aber letztlich thronte der goldene und sich leicht auf einem neuen Kugellager im Wind drehende Hahn wie neu geboren auf der Spitze des Dachreiters. Der Kopf gen Südost, daher kam der Wind mit einer leichten, aber kalten Brise am gestrigen Vormittag. Verzückt und begeistert über den prächtigen Anblick der in der Sonne blitzenden goldenen Installation, schauten Pastor Homrighausen und Architekt Fröhler, die die Montage in 20 Metern Höhe hautnah verfolgten, immer wieder nach oben zu Zimmermann Malte Matt und Dachdecker Rainer Neumann, die die Weltkugel und den Wetterhahn fachmännisch und mit großer Geduld in die richtige Position brachten. Was aufgrund der beißenden Kälte – wie gesagt – nicht ganz einfach war und Hilfsmittel wie Schmieröl, Schlagholz, Hammer, Kegelbohrer und Flex erforderte. „Er steht auf der Welt und erwartet die aufgehende Sonne“, beschrieb Pastor Homrighausen fasziniert den neuen Anblick. Der aus Kupfer gearbeitete Wetterhahn ist laut Inschrift das Werk des Eckernförder Kupferschmieds L. C. Petersen aus dem Jahr 1845. Restauriert und vergoldet hat ihn wie auch die Weltkugel die Kieler Metallrestauratorin Corinna Krömer.

Am Dienstag dürfte die St.-Nicolai-Kirche in einem noch strahlenderen Licht dastehen, wenn auch der komplett erneuerte und mit einer neuen, gefalzten Kupferhaut überzogene Dachreiter mitsamt Kugel und Hahn für die nächsten Jahrhunderte seinen Platz auf dem neu gedeckten Kirchendach einnimmt. Von Mai bis Oktober wird dann als letzter Bauabschnitt die Kirche innen renoviert. Die Gesamtmaßnahme St. Nicolai-Kirche kostet 1,9 Millionen Euro.

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