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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 16:39 Uhr

Ecke 100 : Gnadenbrot für „Elisabeth“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der ehemalige Kutter „Ecke 100“ steht seit fünf Wochen am Strand. Gestern ist er mit Führerhaus, Steuerrad und Ruderpinne versehen und offiziell auf den Namen „Elisabeth“ getauft worden. Das Spielschiff erfreut sich großer Beliebtheit bei den Kindern.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Jetzt ist es komplett: Das Boot „Ecke 100“ ist vor fünf Wochen als Spielschiff auf den Platz neben der Galerie gestellt worden, wo es der Spielreuse Gesellschaft leistet. Gestern hat es Kutterhaus mit Steuerrad und Ruderpinne erhalten und wurde offiziell eingeweiht.

Initiator ist der Leiter des Ostsee Info-Centers, Claus Müller. Er hatte das rund 100 Jahre alte und komplett marode Schiff vom Vorbesitzer für einen Euro gekauft. Im April 2011 wurde „Ecke 100“, das auch einige Zeit als „Anita“ unterwegs war, mit einem Kran aus dem Hafenbecken geholt. Mit dem befreundeten Bootsbauer Gernot Gänssle aus Fellhorst bei Hummelfeld machte sich Claus Müller daran, das im Laufe der Zeit mehrfach umgebaute Schiff wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Der Schiffsmotor wurde aus-, das Schanzkleid und die Aufbauten abgebaut. Schwierig dabei: „Die Eisennägel waren schon so weggerostet, dass sich die Planke nach außen bogen“, erklärt Gernot Gänssle. „An die 1000 Niroschrauben habe ich deshalb in das Boot gedreht.“ Für ihn sei das Aufbereiten des alten Bootes eine besondere Herausforderung gewesen, „weil die Arbeit eigentlich nichts mit Bootsbau zu tun hatte, sondern viel mehr damit, ein altes Relikt bespielbar zu machen.“

Insgesamt hat „Ecke 100“ von der maroden Variante bis zum Spielschiff knapp 11 000 Euro gekostet. 5800 Euro davon hat die Förde Sparkasse beigesteuert, 5000 Euro die Elisabeth-Eifert-Stiftung. Wohl deshalb ist das Schiff auf den Namen „Elisabeth“ getauft worden, hat Elisabeth Eifert ihr Vermögen bei ihrem Tod im Jahr 2009 doch der Stadt vermacht unter der Auflage, eine Stiftung zu gründen, die mit den Erträgen des Kapitals soziale und gemeinnützige Zwecke unterstützt.

Die Schiffstaufe hat gestern der vierjährige Mika Hironimi aus Eckernförde übernommen, indem er das den Namen verdeckende Tuch lüftete. Angespornt wurde er von Elvis, dem Schaf, das Claus Müller zuvor interviewte. Die Figur vom Lübecker Wasser-Marionetten-Theater wurde gespielt von Wolf Malten und Simone Frömming und erzählte von ihren Erfahrungen mit verschiedenen Schiffen.

Die Kinder haben derweil schon längst Besitz von dem Spielschiff ergriffen. Claus Müller: „Es war im August kaum vom Haken, das waren schon 20 Kinder auf dem Schiff.“

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