Kunst aus Glas : Glühende Leidenschaft für Glas

Perlenmacherin Jeanette Stanislowski in ihrer Werkstatt in Fleckeby. Mikadoartig stecken die Rohlinge in dem Gefäß auf ihrem Arbeitstisch.
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Perlenmacherin Jeanette Stanislowski in ihrer Werkstatt in Fleckeby. Mikadoartig stecken die Rohlinge in dem Gefäß auf ihrem Arbeitstisch.

Jeanette Stanislowski hat in Fleckeby eine Glasperlenwerkstatt eröffnet / Jedes ihrer Schmuckstücke ist ein Unikat

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29. Dezember 2014, 18:36 Uhr

Wie Mikadostäbe stecken die langen Glasrohlinge in dem Gefäß auf ihrem Arbeitstisch. Aus ihnen macht Jeanette Stanislowski kleine Kunstwerke – Perlen, Broschen, Ohrringe und Ketten. Zwar können die Perlen für wenig Geld aus Fernost bezogen werden, doch die Neu-Fleckebyerin will es selbst ausprobieren und ihre eigenen unverwechselbaren Perlen herstellen. Wenn das Glas unter der Hitze des Brenners flüssig wird – das ist es, was Jeanette Stanislowski so an dem Handwerk fasziniert. Mit ruhiger Hand hält sie die Spitze der Glasstäbe bis zum Schmelzen in die offene Flamme. Angeschlossen sind eine Propangasflasche und ein Sauerstoffkonzentrator. Es entsteht eine Flamme, die heiß genug ist, um das Murano-Glas zum Schmelzen zu bringen – gut 1000 Grad Celsius. Mit einer speziellen Brille schützt sich Jeanette Stanislowski vor winzigen Glassplittern und vor dem Licht des Feuers.

Das Glas beginnt zu glühen, bis es einen Zustand wie flüssiger Honig erreicht hat. Sie tropft die zähe Masse auf den Edelstahlstab und beginnt diesen zu drehen, bis das flüssige Glas zu einer kleinen Kugel wird. Dann kann Jeanette Stanislowski mit Farben und Formen spielen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Alle Perlen sind Unikate“, sagt sie. Um die Perlen in die richtige Form zu bringen, ist es ein ständiges Spiel zwischen Abkühlen und Erhitzen des Glases. Etwa eine bis anderthalb Stunden braucht sie für jede Perle. Anschließend wird das Glas in einem Granulat oder im Ofen gekühlt, quasi zur Entspannung, sonst würde es zerspringen.

„Entspannung pur“ empfindet auch Jeanette Stanislowski bei ihrer Arbeit. Das Glas zum Schmelzen zu bringen habe dabei fast schon etwas Meditatives, sagt sie.

2005 kam sie erstmals auf Sylt in Kontakt mit der Glaskunst, brachte es sich selbst bei. „In ihrem neuen Haus in Fleckeby hat die Perlenmacherin eine eigene Werkstatt: Die Garage wurde kurzerhand umgebaut. Ihre Schmuckstücke verkauft sie überwiegend über das Internet.

Auf der Internetseite www.jennybeads.de gibt sie einen Einblick in ihre Arbeit, bietet auch über Facebook Glasperlen zum Verkauf an. Viele ihrer Kunden lassen sich Sandkörner des letzten Urlaubs in das Glas einarbeiten oder Haare des Lieblingstieres, auch mal eine Locke oder den Milchzahn des Kindes. In Workshops können Interessierte die ersten Schritte des Kunsthandwerks erlernen.

>Jeanette Stanislowski, Louisenlunder Weg 21, Fleckeby, www.jennybeads.de.

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