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Nachfolger : Glückstreffer: Nachfolger für Landarztpraxis gefunden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Allgemeinmediziner Dr. Andreas Hahn hat ab 1. Oktober Nachfolger gefunden / Übergangszeit wird vertreten

Damp | „Wir haben unglaubliches Glück gehabt“, sagt Dr. Andreas Hahn (65) und freut sich für sich und seine Patienten. Wenn der Allgemeinmediziner am 30. Juni mit Ehefrau Ulrike seine Praxis in Vogelsang-Grünholz verlässt, dann geht der Betrieb weiter. Ab dem 1. Oktober wird ein 44-jähriger Arzt, der zurzeit noch in London praktiziert, die Praxis fortführen. Gerüchte, dass die Praxis mit Hahns Fortgang schließt, sind unbegründet. Bis Oktober wird es eine Vertretungsregelung geben, stellt Hahn fest. Mehr noch, auch die beiden Arzthelferinnen Krista Petersen und Silke Rapf werden die Patienten auch künftig empfangen und sich um sie kümmern.

„Wir finden die Lösung sehr gut“, sagt Damps Bürgermeister Horst Böttcher auf Nachfrage der EZ. Es sei für die Damper Bürger und aus der ganzen Region sehr erfreulich, dass die Praxis einen Nachfolger bekomme. Die Gemeinde ihrerseits hatte beschlossen, die beiden Arzthelferinnen für maximal sechs Monate ab 1. Juli anzustellen, um den Übergang für einen Nachfolger der Praxis zu erleichtern, sagt Böttcher. Die Arbeitsverträge hätte er bereits unterzeichnet.

Für Krista Petersen, sie ist seit 42 Jahren in der Praxis tätig und Silke Rapf (bald drei Jahre) endet mit dieser Lösung eine sehr schwere Zeit. Sie mussten sich die letzten fast zwei Jahre viel anhören und wurden auch beschimpft. „Da war viel Unsicherheit“, sagt Petersen, aber sie hätten ja auch nichts sagen können, denn das es eine so gute Lösung gebe, war lange Zeit nicht absehbar.

Seit etwa zwei Jahren haben sich Ulrike und Dr. Andreas Hahn um eine Nachfolgeregelung für ihre Praxis bemüht. Doch die Suche nach wirklich Interessierten an der Übernahme einer „Landarztpraxis“, die war mehr als schwierig, sagt Dr. Hahn. Acht Bewerber meldeten sich, berichtet seine Frau. Einige hätten sich sehr bemüht und man sei auch fast vertragseinig geworden, sagen sie. Am Ende aber schreckte viele wohl ab, dass sie das Praxisgebäude auch erwerben müssten, sagt der Hausarzt. Nachdem sie sowohl das Praxishaus als auch ihr benachbartes Wohnhaus an einen Käufer veräußerten, meldete sich der Nachfolger, der in Vogelsang alles so vorfindet, wie er es wünscht, und gerne segelt, berichten die beiden. Klar sei der Abschied schwer, aber er habe die Entscheidung schon lange vor sich hergeschoben, eben in Sorge um seine Patienten, macht Hahn deutlich.

Seit 1986 ist er in Vogelsang tätig und mag sich gar nicht vorstellen, sie hätten keinen Nachfolger gefunden. 650 bis 950 Patienten werden im Quartal behandelt, sie hätten das Nachsehen gehabt. Viele Alternativen gebe es zwischen Kappeln und Eckernförde nicht. Die nächsten Ärzte seien in Karby und Rieseby, sagt Hahn. Ob sie aber freie Kapazitäten hätten, sei fraglich. Nun werden sie Ende Juni ihre provisorische Wohnung räumen und ihre in Dresden gemietete Wohnung beziehen.

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erstellt am 10.Jun.2016 | 06:47 Uhr

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