zur Navigation springen

Stundenlange Suche nach Hermine : Glückliche Rückkehr nach Odyssee durch Loose

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eigentlich ist Hermine ein ausgebildeter Suchhund, doch am Wochenende musste sie selbst gesucht werden

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 15:16 Uhr

Fast zehn Stunden musste Lydia Borgers warten, bis sie Hermine im Arm halten konnte. In Kürze kann die Hündin wieder zu ihrer eigentlichen Besitzerin, die nach dem Verkehrsunfall auf ihre Entlassung aus dem Krankenhaus wartet. Vorausgegangen war eine aufregende Suche mit zahlreichen Freiwilligen nach der Hündin, die nach einem Verkehrsunfall ihrer Besitzerin am Sonntagnachmittag gegen 16.20 Uhr auf der B  203 in Loose aus Panik weggelaufen war.

Aus bislang noch unbekannter Ursache ist das Fahrzeug der Hundebesitzerin mit ihren drei Vierbeinern, den Border Collies Ace und Arkani sowie dem Bayrischen Gebirgsschweißhund Hermine, von der Fahrbahn abgekommen und hat sich mehrfach überschlagen. Die Hundeboxen wurden dabei aus dem Auto auf die Straße katapultiert. In Panik liefen die Tiere, allesamt ausgebildete Hunde des Suchhundezentrums K  9 Nord, weg.

Die Border Collies konnten nach kurzer Zeit wieder eingefangen. Spurlos verschwunden blieb aber Hermine. Mittlerweile hatten sich neben den 15 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Loose auch zahlreiche andere Helfer – Anwohner und Freunde – an der Unfallstelle eingefunden, um bei der Suche zu unterstützen. Sie informierten die Bürger in den Häusern und Höfen in einem Umkreis von etwa fünf Kilometern, die die Augen nach Hermine offen halten sollten.

„Immer wenn wir von einer Sichtung erfuhren, war Hermine schon wieder weg“, berichtet Lydia Borgers von der Suche. Da die Hündin auch noch eine enge Beziehung zu ihr habe, habe sie Spuren gelegt, um ihr den Weg von der letzten Sichtung zu einem sicheren Ort, dem Auto, wo Lydia Borgers und eine Freundin auf die Hündin warteten, zu zeigen. Gegen Mitternacht brachen sie die großangelegte Suche ab. Sie ließen die Tür des Autos einen Spalt offen und legten eine Decke vor das Fahrzeug.

Gegen 1 Uhr hörte Lydia Borgers dann ein Fiepen vor dem Auto – Hermine hatte den Weg zurück gefunden. Doch noch immer stand die völlig durchnässte Hündin aufgrund des Unfalls unter Schock. Mit kleinen Fleischstückchen ließ sie sich dann aber Stück für Stück ins Auto locken.

„Wir haben das Verschwinden Hermines auf Facebook gepostet“, erzählt Lydia Borgers. Innerhalb von zwei Stunden wurde der Hilferuf 16  000 Mal gelesen und 40 mal geteilt, die Unterstützung sei von allen Seiten großartig gewesen, betont die Hundetrainerin auf EZ-Nachfrage. Ihr Dank gilt auch Tierärztin Eva Brockhaus, die noch am Unfallort die beiden Border Collies auf Verletzungen untersuchte.

Vor allem aber hätten alle Beteiligten, Fahrerin und die Hunde, mächtig Glück im Unglück gehabt. „Wenn man das Fahrzeug sieht, weiß man: Das hätte auch anders ausgehen können“, sagt Lydia Borgers. 

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen