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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 03:11 Uhr

Glitzernde, leuchtende Weihnachtszahlen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Weihnachten ist auch ein Fest für die Statistik – hier geht es um die Anzahl der Nadeln an einem durchschnittlichen großen Christbaum

Mein Weihnachtsgeschenk für Sie, liebe Leser der Seniorenseite, sind Zahlen, chaotische und weniger chaotische. Die Statistik hat mir vor kurzem verraten, dass jeder Schleswig-Holsteiner 89 Liter Bier trinkt. Da kann ich nur lachen, denn ich trinke nie Bier, aber das ist ja das beste Beispiel für Statistik. Wir müssen alle ran, jeder hilft mit, ob er es weiß oder nicht. Der Heilpraktiker und Schriftsteller Erhard Blanck hat etwas Schlaues gesagt: „Wir alle sind Statisten der Statistik. Sie ist schön und gut, wenn nur die Zahlen nicht wären.“

Nun steht Weihnachten vor der Tür, und da hat sich der WDR, genauer die Leute von „Quarks & Co.“, des Weihnachtsbaumes angenommen. Erstaunliches trat 2008 zutage: Weil bei uns im Schnitt (Achtung, Statistik!) der Weihnachtsbaum 1,63 m groß war, wurde seinerzeit ein Tannenbaum dieser Größe heftig geschüttelt, bis keine Nadel mehr dran hing. Dann wurde fleißig gezählt, und das Ergebnis waren dann 178  333 Nadeln, oder vielleicht auch 178  334? Da machen es sich die Amerikaner einfacher, 80 Prozent kaufen einen künstlichen Baum für 58 Dollar, der dann natürlich „alle Jahre wieder“ aufgestellt wird. Verrückt sind „wir Deutschen“ aber schon irgendwie, denn die 8,5 Milliarden Lämpchen an unseren Weihnachtsbäumen in etwa 40 Millionen Haushalten verschlingen in dieser Zeit 500 Millionen Kilowattstunden (von einem weiß ich, der lässt die Statistik in unserer Stadt hochschnellen). Damit Sie sich das in voller Gänze vorstellen können: Mit diesen 500 Millionen „Stromstunden“ könnte man, wenn man stattdessen die Kerzenindustrie unterstützen würde, 140  000 Haushalte das ganze Jahr mit Strom versorgen. Seit ich mal unvorsichtig war, befestige ich an meinem Weihnachtsbaum nur noch acht bis zehn echte Kerzen (ich passe höllisch auf!) und eine Lichterkette mit 50 Lämpchen. Wenn wir nun die Milliarden Lämpchen durch die Haushalte teilen würden…, nein, wir müssen nicht rechnen, es gibt ja die Statistik. Und die hat sich zum Jubiläum der Uni in Kiel die Mühe gemacht, ach was, eher abgelesen, dass die CAU in ihren 200 Gebäuden „nur“ 30 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2014 verbraucht hat (vergleiche Weihnachtszeitverbrauch von 500  000 Kilowattstunden). Das hat bereits stolze 5,2 Millionen Euro gekostet. Als ich letztens las, es war die „Zahl der Woche“ in der EZ, dass der Faden von einem Milligramm DNA 320  000 Kilometer lang ist, habe ich überlegt, ob jemals jemand den Vergleich mit einer aneinandergereihten Strecke von 178  333 oder vielleicht sogar 178  334 Tannenbaumnadeln wagen würde.

Wussten Sie, dass 2014 in Deutschland 29 Millionen Weihnachtsbäume verkauft wurden? Der Anteil an Nordmanntannen, übrigens benannt nach dem Finnen Alexander von Nordmann, betrug 75 Prozent, sie sind der Deutschen liebste Tannenbäume, weil sie nicht pieksen. Sie werden nur für die ach so „fröhliche, selige Weihnachtszeit“ angebaut, überwiegend im Sauerland. Allerdings ist der „echte Norden“ mit einer Million beteiligt, wovon wiederum die Hälfte u.a. bis nach China exportiert wird. „Weihnachten ist der Höhepunkt des Christenjahres, denn Weihnachten hat der Heiland den Einzelhandel gerettet“, hat Dieter Nuhr zum Besten gegeben. Und wie gefällt Ihnen, dass das kommerzielle Weihnachten bereits im August beginnt? Ich jedenfalls sträube mich, so lange vor dem 1. Advent Weihnachtliches zu kaufen und bin dann froh, wenn mir rechtzeitig einfällt, einen Adventskranz zu besorgen. Nun aber steht das Familienfest vor unserer Tür, und daher wünsche ich Ihnen fröhliche und besinnliche, aber vor allem gesunde Weihnachtstage.
PS: Wenn Sie nun nach Neujahr einmal gar nicht wissen, wie Sie sich die Zeit vertreiben sollen, dann schütteln Sie Ihren Weihnachtsbaum, inzwischen statistische 1,69 Meter groß, und zählen Nadeln. Aber vergessen Sie nicht, vorher den 12 Tonnen schweren Baumschmuck aus China, der hierzulande an Mann und Frau gebracht wird, abzuklauben.

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von
erstellt am 22.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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