Bilanz : Gleichstellung – ein weites Einsatzfeld

Ist seit 1. Januar als hauptamtliche Gleichstelungsbeauftragte im Amt Schlei-Ostsee im Dienst und zieht eine positive Bilanz: Nina Jeß.
Ist seit 1. Januar als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte im Amt Schlei-Ostsee im Dienst und zieht eine positive Bilanz: Nina Jeß.

Nina Jeß ist seit 1. Januar als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftrage beim Amt Schlei-Ostsee im Einsatz. Sie zieht eine positive Bilanz der ersten Monate. Mit Infoveranstaltungen will sie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
01. November 2013, 06:00 Uhr

Eine Arbeitsstelle und die Familie unter einen Hut zu bringen, das ist eine Herausforderung. Nina Jeß (39) kennt die Schwierigkeiten, nach der Geburt eines Kindes wieder in die Berufswelt einzusteigen. Sie ist seit gut 300 Tagen als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte mit zehn Wochenstunden im Amt Schlei-Ostsee im Dienst und zieht eine recht positive Bilanz der ersten Monate.

„Die Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern der Verwaltung ist sehr gut“, sagt Jeß, die in einer ersten Phase bemüht war, jeden Mitarbeiter der Verwaltung, aber auch die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der 19 Gemeinen des Amtes persönlich zu treffen. „Fast alle Gemeinden habe ich inzwischen besucht und auch mit vielen Gemeindevertretern gesprochen.“ Ihr sei es sehr wichtig, die Menschen persönlich kennen zu lernen, so falle es leichter, auch später als Ansprechpartner für sie da zu sein. Ihre Arbeit sei mit sehr viel Wertschätzung und Ernst begegnet worden.

Wie groß das Feld der Gleichstellung ist, überraschte die gelernte Erzieherin, die dann Betriebswirtschaft studierte und viele Jahre in der Personalabteilung eines großen Kommunikationsunternehmens arbeitete, doch. Als Ansprechpartner für die Mitarbeiter, als Begleiter bei Personalentscheidungen im Amt und als Ansprechpartnerin für die Bürger baut sie stark auf Vernetzung. So tauscht sie sich eng mit den Gleichstellungsbeauftragten der Ämter Hütterner Berge und Dänischer Wohld aus, die eine vergleichbare Amts- und Gemeindestruktur aufweisen. Im Amt Dänischer Wohld ist die Stelle allerdings derzeit vakant. Neue Kontakte und einen Austausch hat Jeß mit dem Familienzentrum Eckernförde der Kirchengemeinde Borby gestartet.

Parallel zu den Gemeinden stellt sich Jeß in den Kindertageseinrichtung vor. Die Reaktionen waren sehr positiv, sehr gerne wurden ihr auch Räumlichkeiten angeboten, wenn sie diese benötigt. Und auch in den Schulen will sie sich vorstellen, um ein eigenes Bild zu haben und bei Lehrern und bei Schulsozialarbeitern bekannt zu werden. „Gute Kontakte sind eine solide Basis für die Arbeit“, sagt Jeß. In allen Gemeinden war sie angetan von dem großen ehrenamtlichen Engagement. Dabei habe sie ganz deutlich gespürt, wie wichtig der Erhalt von Kindertagesstätten und Schulen in den Orten sei.

Dies sei auch ein Ergebnis einer Befragung, bei der sie alle Bürgermeister um Aussagen zu Wünschen zur Gleichstellung, zur Situation in der Gemeinde und zu besonderen Aspekten der Gleichstellung bat. Die Ergebnisse sollen, wie eine Frauenförderplanung für die Amtsverwaltung, beim Hauptausschuss vorgestellt werden. Von der Einführung einer so genannten Frauenquote für Führungspositionen hält sie nichts. Durch einen grundsätzlichen Wandel in der Gesellschaft und die entsprechende Qualifizierung der Frauen für Spitzenpositionen, wäre der Gleichstellung mehr geholfen.

Schwerpunktthema ihrer Arbeit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein, das bestätigten auch die bisherigen Gesprächswünsche der Bürger. So konnte sie in neun Beratungen mit Frauen, Ehepaaren und Familien ihre Hilfe anbieten. Das höre sich zunächst wenig an, räumt Jeß ein, es sei aber im Vergleich zu anderen Gleichstellungsstellen eine recht gute Zahl. Sie sieht sich als Wegweiser, der helfen kann, aber immer auch weiß, wo es die richtige Hilfe, beispielsweise in Rechtsfragen, gibt. Angesichts ihrer persönlichen Vorstellung in Gemeinden, Kitas und Schulen könne sie sich vorstellen, dass künftig mehr Menschen das Gespräch suchen würden. Männer mit eigenen Anliegen, beispielsweise Mobbing aufgrund ihrer Homosexualität, kamen nicht. Doch auch sie seien genau wie Jugendliche willkommen, denn sie sei eben keine Frauenbeauftragte, sondern eine Gleichstellungsbeauftragte.

Speziell zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie plant Jeß eine mehrteilige Informationsreihe im kommenden Frühjahr. Fachreferenten sollen beispielsweise über Berufswiedereinstieg oder Möglichkeiten von Teilzeitmodellen informieren. Zudem sollen Gäste aus der Praxis und von ihren Erfahrungen berichten, so Jeß. Es seien oft Kleinigkeiten, die den Berufswiedereinstieg erschwerten, da wolle sie ansetzten.

Jeß ist dienstags und mittwochs von etwa 8.30 bis 12 Uhr in der Hauptverwaltung im zweiten Stock erreichbar. Darüber hinaus können via Telefon (04351/73 79 130) oder per E-Mail (nina.jess@amt-schlei-ostsee.de) Termine vereinbart und Fragen gestellt werden.

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