Glaubens-Abc: A wie Adam

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18. Dezember 2010, 03:59 Uhr

Eckernförde | Fangen wir bei Adam an. Wer ist er? Mann und/oder Frau, oder beides gleichzeitig? Oder ist Adam vielleicht "der Mensch an sich"? Schillernd und mehrdeutig sind die Erzählungen der Bibel. Nachdem Gott zuerst die Erde - die Adamah, wie sie in hebräischer Sprache genannt wird - mit all ihren Geschöpfen geschaffen hatte, heißt es nun: "Gott schuf den Menschen, den Adam, nach seinem Bilde und schuf sie/ihn als Mann und als Frau." (1. Mose 1, 27 f) Der Mensch ist also von seinem Wesen her zunächst ein Kind der Adamah, ein "Erdling", Bruder und Schwester aller anderen Geschöpfe Gottes.

Die Beziehung Gottes zum Menschen wird erst später ergänzt und verknüpft mit der nächsten grundlegenden Bestimmung des Menschseins, seiner Geschlechtlichkeit. "Gott sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei." (1. Mose 2, 18). Erst hier wird aus dem Gattungsbegriff Adam der Eigenname des Mannes, der nun das Wesen neben ihm, sein weibliches Pendent, auf den Namen Eva ruft. Eva erscheint dem Adam, als hätte sie schon von Anfang an dazu gehört. Im Gegenüber zu ihr erkennt Adam sich als Mann. Es ist gleichzeitig der Beginn der unendlichen Liebes-, Lust- und Leidgeschichte der Menschen bis heute.

Doch zurück zum Anfang. Wie bereits erwähnt, heißt es da: "Gott schuf den Adam zu seinem Bilde, und er schuf sie als Mann und als Frau. Und Gott segnete sie" und gab ihnen/ihm/ihr den Auftrag, dem Willen Gottes entsprechend die Erde zu gestalten. (1. Mose 1, 27ff)

So ist also Adam, der Mensch, nach biblischer Überlieferung nicht nur ein Kind der Erde. Er trägt auch Gottes Bild. Das ist seine besondere Würde. Doch damit verbunden ist auch eine Bürde: Adam und Eva tragen Verantwortung für den Auftrag, den Gott ihm und ihr als sein Ebenbild gegeben hat. Ist diese Bürde nicht zu groß? Ja, sie ist es, weil der Mensch eben nicht Gott ist, sondern nur ein begrenzter Erdenbürger, verstrickt und verschuldet in seinen Beziehungsgeschichten. Am Schluss bleibt ihm nur der Tod.

Was für ein trostloses Fazit - wenn da nicht die Erfahrungen wären, von denen die Bibel erzählt und die wir alle auch kennen, zusammengefasst in den drei Worten vom Anfang: "Gott segnete sie."

Dieser Segen bricht immer wieder herein in unsere Menschengeschichte und schenkt uns immer wieder neue Zukunft.. Gott, Adam und Eva lassen grüßen.

Pastor Christoph Huppenbauer ist im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde für Personal und Gemeindeentwicklung zuständig.

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