„Give me five“ und Marine-Millionen

porträt kühl 1

von
15. Mai 2015, 13:04 Uhr

Wenn schon Kino, dann richtig. Das sagen sich die Investoren und Kinobetreiber, die der pulsierenden Ostseestadt und Touristenhochburg nach nun schon drei Blockbuster-freien Jahren ohne Aussicht auf Abhilfe dringend ans Herz gelegt haben. Eine abgespeckte Kino-Version passe nicht nach Eckernförde, es müssten schon – „give me five“ – besagte fünf Säle mit 770 Plätzen sein. Rolle rückwärts also für den Ansatz der Stadt, eine etwas abgespeckte Variante vielleicht platzsparender in der Innenstadt platzieren zu können, um sich dadurch weitere Standortoptionen zu den bisher bekannten zu sichern.

Vier Säle hat zum Beispiel das Capitol in Schleswig, ein angesagtes, kuscheliges Kino in der Schleistadt. Dort, wie auch in Rendsburg und Kiel, trifft man übrigens viele Exil-Cineasten aus Eckernförde und Umgebung und erlebt, dass Kinofilme viel beeindruckender sind als das funzelige Puschen-Kino zuhause. Ob es für Eckernförde tatsächlich die große Variante sein muss, müssen Fachleute beurteilen. Aber warum nicht, gegen ein vielfältiges Angebot ist nichts einzuwenden, und das Risiko tragen schließlich der Kinobetreiber und der Investor.

Ganz wichtig ist jetzt, dass umgehend ohne Heckmeck die Weichen in Richtung Umsetzung gestellt werden: Standortentscheidung treffen und zwar schleunigst, Investor und Betreiber vorstellen, Einzelhändler mit ins Boot holen, Gebäude planen und ab dafür. Sonst glaubt einem keiner mehr, dass Eckernförde wirklich ein Kino will.

Nein, ein wirklicher Trost ist es sicher nicht, dass auch bei anderen Waffenhersteller der Wurm drin steckt. Während Sauer & Sohn in Eckernförde nach und nach sein Kerngeschäft nach Isny und Exeter ausgelagert hat, liefert auch Heckler & Koch mit dem bei Hitze und Sperrfeuer anfälligen Sturmgewehr G36 Negativschlagzeilen. Und auch der militärische Fuhrpark ist reichlich mangelbehaftet. Das ist die eine Seite. Die andere ist da schon weitaus erfreulicher aus Eckernförder Sicht. Denn der Bund baut. Und wie. 200 Millionen Euro fließen in den nächsten Jahren in die Infrastruktur des Marinestützpunktes und der Wehrtechnischen Dienststelle. Ein richtiger Schluck aus der Pulle. Darüber darf man sich im Ostseebad so richtig freuen, denn die Marine ist die Nummer 1 der Arbeitgeber und für die Stadt mindestens so wichtig wie ein gutes Schießgewehr für die Soldaten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen