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Eckernförde-Premiere : Gitte braucht keinen Cowboy als Mann

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die dänische Sängerin Gitte Haenning gibt ein umjubeltes Konzert in der ausverkauften Stadthalle. Es war Gitte Eckernförde-Premiere, die sie mit viel Swing und Jazz würzte.

Eckernförde | Extra-Bestuhlung für Gitte Haenning – die Stadthalle war ausverkauft, Gitte hat ihren Bandscheibenvorfall auskuriert, das Publikum ist erwartungsvoll. Die vier Bandmitglieder stimmen die Konzertbesucher mit einem swingenden Jazztitel auf Gitte ein, die dann locker in Trenchcoat und Turnschuhen auf die Bühne kommt. Und diese Frau soll nächste Woche 69 Jahre alt (jung) werden? Nicht zu glauben, wenn man sie so sieht und ihre kraftvolle Stimme in „Flimmerndes Herz“ hört – eine perfekte akustische Einstimmung. Sie begrüßt mit ihrem dänischen Akzent : „Ich glaube, ich war noch nie hier in Eckernförde. Der Strand gleich in der Stadt - Kompliment, schöne Stelle hier“ und hat das Publikum sofort auf ihrer Seite. Eine Sache der Ausstrahlung und des Auftretens.

Gitte kann auf eine große Karriere zurückblicken. Bereits als Achtjährige stand sie auf der Bühne und wurde zum berühmtesten Kinderstar in Skandinavien. Schon 1960 wurde sie für den deutschen Schlagermarkt entdeckt und noch heute ist ihr Gewinnersong bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden von 1963 „Ich will ’nen Cowboy als Mann“ auf so mancher Ü40-Party zu hören. In den 1980-iger Jahren begann ihr Imagewandel zur gereiften Pop-Interpretin und auch auf diesem Gebiet war Gitte, die heute in Berlin lebt, nicht weniger erfolgreich. Seit 2007 sind ihre Konzerte eher jazz- und poporientiert, außerdem ist sie auf deutschen Schauspielbühnen zu erleben.

Auf der Bühne in der Stadthalle führt sie am Mittwochabend selbst durch das Programm und kündigt an, dass ihr Publikum viele neue Titel zu hören bekommt. Zum Auftakt ein schwedisches Lied als Reminiszenz an ihren Vater, einen dänischen Liedermacher und Gesangslehrer. Ihre weiteren Stücke jazzig, die tiefsinnigen Texte handeln von Liebe, guten Gewohnheiten und immer wieder davon, das Leben als einzigartig zu betrachten und es doch bitte schön zu genießen. Titel wie „Aufwärts“ oder „Salz in der Luft“ sind rockig mit einer gewissen Lyrik und man spürt, wie sehr Gitte sich mit diesen Songs identifiziert. Im „Salz in der Luft“ verspricht sie dem Publikum „der Sommer wird richtig gut“.

Kurz vor der Pause stellt sie ihre Band vor, ihre „Spielkameraden“, wie sie liebevoll sagt. Gitarrist Benedict Reidenbach zeigt sein Talent in einigen Soli, auch Oliver Potratz am Bass brilliert neben dem von Gitte als „einem der besten Jazz-Trommler Europas“ bezeichneten Schlagzeuger Thomas Alkier. Schließlich noch Friedemann Matzeit am Piano sowie überzeugend perfekt auch am Saxophon. „Ich will alles“ sind dann die deutlichen Worte und Töne von Gitte – in Anbetracht dieser herausragenden Musiker war das eine absolut passende Aussage.

Im zweiten Teil überzeugt Gitte mit internationalen, anspruchsvollen Jazz-, Blues- und Swing-Hits und die wechselnden Einlagen der Musiker erinnerten an eine Jam-Session vom Feinsten. Das Publikum geht mit, es wird mitgeklatscht, auf den Sitzen geswingt, was Gitte und Band auf der Bühne sichtlich gefällt. Gitte – das ist Lebenslust und Musikgenuss pur. Das Publikum dankt ihr mit kaum endenden Beifallsstürmen. Als erste Zugabe dann doch noch der „Cowboy als Mann“, allerdings angenehm „verjazzt“. Mit stehenden Ovationen werden Gitte und Band erst nach der dritten Zugabe von der Bühne gelassen.

„Es hat sich absolut gelohnt“, meinen Sieglinda und Hans-Joachim Glase aus Kiel. Das haben an diesem Abend wohl alle so gesehen.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 06:57 Uhr

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