Gitarrenriffs im Garten

Ein eigenes Musikfestival im Garten: Andrej Siebert (l.) und Jens Görlich hatten Woodbunge zusammen mit Helfern organisiert.
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Ein eigenes Musikfestival im Garten: Andrej Siebert (l.) und Jens Görlich hatten Woodbunge zusammen mit Helfern organisiert.

Rockmusik in verschiedenen Facetten: Woodbunge-Festival lockt 13 Bands und 300 Besucher nach Holzbunge

shz.de von
14. August 2018, 06:37 Uhr

Der Schlagzeugbeat schalt bis auf die B 203, Menschen in Gummistiefeln und Regenjacken laufen Seite an Seite mit Menschen in T-Shirts und kurzen Hosen. Einmal die Straße überquert vernimmt man auch Gesang und Gitarrenriffs. Bässe sind zu hören. Holzschilder mit der Aufschrift „Festival“ weisen den Weg. Noch einmal um die Ecke gebogen und schon ist man mittendrin im Woodbunge-Festival. Das Holzbunger Musikfestival hatte am Wochenende wieder seine Tore geöffnet. Schätzungsweise rund 300 Besucher kamen an beiden Festivaltagen vorbei und feierten zu der Musik von 13 Bands darunter Leeroy, Never Come Rain und auch Pay Pandora, die sogar schon auf der Kieler Woche gespielt haben. Aber: „Für uns ist jede Band gleich wichtig“, betonte Andrej Siebert, Vorsitzender des Vereins „Woodbunge“.

In Holzbunge war alles etwas kleiner. Zwar berichtet Andrej Siebert, der das Festival zusammen mit Jens Görlich und der Unterstützung von rund 30 Helfern organisiert hatte, dass in diesem Jahr doppelt so viele Musikliebhaber wie im Vorjahr vor Ort waren, aber man wolle langsam wachsen: „Wir wollen die gemütliche Atmosphäre beibehalten. Es soll nicht so anonym werden wie bei den großen Festivals.“ Noch ein Unterschied: Das Woodbunge-Festival findet nicht wie Hurricane, Wacken Open Air und Co. auf großen Wiesen statt, sondern in Andrej Sieberts Garten. Warum er das macht? „Weil es geil ist“, sagt er. „Es hat nicht jeder sein eigenes Festival im Garten.“

Jens Görlich war für die Bands verantwortlich. Diese konnten sich bewerben. Im Dezember beginnt er, Bands zu buchen, einen Monat vor der Veranstaltung beginnt dann die heiße Phase der Vorbereitungen. Mittlerweile seien alle gut abgestimmt, sagte er. Die musikalische Mischung sei bunt. Gespielt werde „alles, was uns gefällt“. Handgemachte Musik gab es auf die Ohren. Es sei eher rockiger, „aber wir hatten auch schon Jazz und Punkrock.“

Zum Line-up 2018 gehörte auch die Eckernförder Band Leeroy. Im November 2016 hatten sich die Musiker zusammengetan und machen seitdem Rockmusik mit deutschen Texten. Sie singen über Alltagsthemen wie beispielsweise Feiern mit Freunden. Zwölf Auftritte hatte die Band bereits und hat sich unter anderem schon im Eckernförder Carls und beim Bootshafensommer in Kiel präsentiert. In Holzbunge waren sie zum ersten Mal dabei. „Woodbunge ist ein kleines Festival, das mit sehr viel Herz und Leidenschaft zur Musik aufgebaut ist“, so der Schlagzeuger und betonte, dass das Ganze bereits professionell angehaucht sei.

Die Musiker hatten Spaß – und die Besucher auch: Lisa Marie May und Vincent Seidler zum Beispiel. Die beiden campten in Holzbunge. „Das gehört zum Festival dazu“, sagte Lisa Marie. Für sie war es das erste Festival. Woodbunge sei für Einsteiger perfekt, weil es noch nicht zu groß sei, meinte sie. Vincent gefiel das abwechslungsreiche Programm: „Es wäre langweilig, wenn zwei Tage lang die gleiche Musik gespielt würde.“ Denn Rock ist eben auch nicht gleich Rock, betonte Lisa Marie: „Rock hat verschiedene Ausrichtungen wie ein großer bunter Baum. Man merkt, dass jede Band anders klingt.“ Wenn das Woodbunge-Festival wieder stattfindet, wäre sie wieder mit dabei.

„Ich wüsste nicht, warum es nicht weitergehen sollte“, sagte Andrej Siebert nach dem Festival. Die Resonanz von Bands, Besuchern und den Bürgern sei positiv gewesen – „wir sind zufrieden.“ Für eine Fortsetzung des Woodbunge-Festivals sieht es also gut aus.

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