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Empfang im Rathaus : Gilden wollen mehr Geld für die Traditionspflege

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Lorenz Marckwardt hofft auf mehr öffentliche Förderung für Gildefeier.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:35 Uhr

Eckernförde | Joachim Fey wird es Petrus gedankt haben. Bei Sonnenschein schwenkte er gestern im Anschluss an den traditionellen Empfang im Rathaus die Fahne der Borbyer Gilde. Zuvor ist er von Bürgervorsteherin Karin Himstedt für sein ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet worden. Bereits im April fand die Verleihung statt, jedoch war der Fahnenschwenker erkrankt. Joachim Fey, 1967 in die Gilde eingetreten, ist vor 30 Jahren stellvertretender Fahnenschwenker geworden und übernahm 2001 das Amt gänzlich von Lorenz Marckwardt, der in diesem Jahr Vorsitzender wurde. Er betonte, dass die Gilde zum 50. Mal zu Gast im Rathaus sei. Der Brauch sei von Bürgervorsteher Martin Krebs eingeführt worden, der 1964 zum König der gilde geschossen worden war.

Die besonders enge Verbindung zur Bevölkerung betonte Bürgermeister Jörg Sibbel, der bei den "drei tollen Tagen von Borby" eine herzliche Gemeinschaft und viel Geselligkeit festgestellt hatte. Zudem räumte er mit Gerüchten um die Richard-Vosgerau-Schule auf und versicherte, dass es keine Pläne gäbe die Schule zu schließen, sondern für den Erhalt und die Instandsetzung eine Investition von 130 000 Euro vorgesehen ist. "Wir machen das nicht, um sie im nächsten Jahr dichtzumachen."

Diese Aussage kam auch bei Lorenz Marckwardt gut an. Der Vorsitzende der Borbyer Gilde dankte der Stadt für die Unterstützung, drückte aber auch seine Hoffnung auf zusätzliche Sponsoren und mehr finanzielle Hilfe aus. "Die Weitergabe von Traditionen an die Jugend ist nicht mit guten Wörtern allein getan", sagte er bei der anschließenden Gästeversammlung im Haus der Borbyer Kirchengemeinde. Dennoch dankte er der Stadt "für den Anfang".

Auch Jörg Czarnowski, Vorsitzender der Bürgerschützengilde, griff das Thema auf: "Ich will gar nicht mehr Salz in die Wunde streuen, aber: Du hast Recht, du hast Recht, du hast Recht."

Jörg Meyer von der traditionell mit der Gilde stark verbundenen SPD zollte allen Ehrenamtlichen Anerkennung für ihr Engagement bei den Feierlichkeiten. Auch Katharina Heldt (CDU) betonte, dass ihre Partei zur Gilde stehe.

Für die meisten Lacher sorgte erneut der ehemalige Ältermann der Eckernförder Beliebung Arnold Metzger, der sich stets dafür ausgesprochen hat, dass die Generalversammlung seiner Gilde nach alter Tradition ohne Frauen abgehalten wird: "Ihr habt jetzt schon eine dritte Juchfru aufgenommen", sagte er. "Aber Ihr müsst auch mal weiterdenken. Warum soll es nicht auch mal eine Schützenkönigin bei euch geben?" Waldemar Behn hatte die richtige Antwort: "Arnold, dat het Heidi di opschnackt." Arnold Metzger: "Kiek mol, wie got düsse Herr mine Fru kennt." Großes Gelächter.

Am Ende klangen die drei tollen Tage von Borby mit der traditionellen Fahrt von Vorstand, Zwölfern und Gästen auf dem Kinderkarussell auf dem Dorfplatz aus. Für Juchfru Petra Johannsen und Schaffer Peter Becker war es der letzte Gildeabschluss in ihren Funktionen. Die beiden machen Platz für die jüngere Generation. Petra Johannsen hat die Feierlichkeiten seit 2001 mit ihrem Juchzen begleitet, Peter Becker seit 2007 für Getränke gesorgt.

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