Gilde-Eiche: Freundschaft und neue Traditionen

Die Gilde-Eiche wächst und gedeiht. Jedes Jahr treffen sich Abgeordnete aller Eckernförder Gilden hier. Am 3. Juni findet hier von 15 bis 18 Uhr ein gemeinsames Fest für alle Bürger Eckernfördes statt.
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Die Gilde-Eiche wächst und gedeiht. Jedes Jahr treffen sich Abgeordnete aller Eckernförder Gilden hier. Am 3. Juni findet hier von 15 bis 18 Uhr ein gemeinsames Fest für alle Bürger Eckernfördes statt.

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31. Mai 2018, 06:04 Uhr

Die Gilden in Eckernförde stehen für Tradition. Doch nicht nur altes Brauchtum soll gepflegt werden, sondern auch neues hinzukommen. Für eine neue Tradition ist der Grundstein gelegt: Nachdem alle vier Gilden Eckernfördes – Bürger schützengilde, Borbyer Gilde, Beliebung und Plattdüütsch Gill – 2015 gemeinsam eine Eiche am Steindamm gepflanzt hatten, haben sich Abgeordnete aller Gilden jedes Jahr an dieser „Gilde-Eiche“ getroffen und so auf ihre Freundschaft hingewiesen.

Auch gestern wurden die Gilden vom Ältermann der Eckernförder Beliebung, Klaus-Peter Holst, an der Eiche begrüßt. Die Beliebung ist jedes Jahr die letzte der Eckernförder Gilden, die ihre jährliche Hauptveranstaltung abhält. Weil sie ihre Generalversammlung ohne Umzüge, Fest und Vogelschießen durchführt, wird sie auch Stille Gilde genannt. Kassenwart Otto Schlotfeldt verlas das Gedicht „Mien Eckernför“ eines unbekannten Dichters mit dem Kehrreim: „Süh, dor is mien Heimat – een schön Placken Eer, veel Water un Woold birüm, mien ol, leev Eckernför“.

Anschließend ging es zum Empfang im Rathaus, wo Bürgermeister Jörg Sibbel und Bürgervorsteherin Karin Himstedt die Abordnung empfingen. Sibbel sprach die Symbolkraft der Eiche an, die – wie die Gilden selbst – Kraft, Ausdauer, Beständigkeit, aber auch Zukunft beinhalte. Klaus-Peter Holst erinnerte an die Anfänge der Gilde im Jahr 1629 zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Sie sicherte ihren Mitgliedern im Falle eines Pesttodes ein christliches Begräbnis zu. „Was heute selbstverständlich ist, erledigte damals die Gilde“, so Holst, der 300 Mitgliedern vorsteht.

Um den Nachwuchs muss sich die Beliebung keine Gedanken machen. Ein Generationswechsel hat bei den Zwölfern – dem Aufsichtsgremium der Gilde – stattgefunden. So ist zum Beispiel in diesem Jahr Arne Metzger (45) nachgerückt, dessen Vater Arnold Metzger Ehren-Ältermann der Gilde ist. „Wir geben die Tradition innerhalb der Familie weiter“, sagt dieser. Auch die nächste Generation ist schon bedacht: Der damals achtjährige Enkelsohn war bei der Pflanzung der Gilde-Eiche mit dabei.

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