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KEINE ANGST VOR FREMDEN : Ghanaischer „Fufu“ wird mit den Fingern gegessen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

An der Gudewerdt Schule wurde am Donnerstag ein Projekttag „Flucht nach Europa“ veranstaltet. Die Ergebnisse werden in der Eckernförder Friedenswoche gezeigt.

Mit der großen Flüchtlingswelle vor zwei Jahren aus den Kriegsgebieten dieser Welt sind auch viele Familien nach Eckernförde gekommen, darunter etliche schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Jede Schule nahm sie auf, auch die Gudewerdt Schule am Pferdemarkt. „Viele unserer Schüler haben Angst vor dem Fremden. Das ist uns im Unterricht aufgefallen“, erklärt die Mathelehrerin Eftychia Vitale. Grund genug für einige Lehrkräfte, gemeinsam einen Thementag auszuarbeiten, um Grenzen zu überwinden, die Angst vor dem Fremden zu verlieren und den anderen und seine Kultur kennenzulernen.

Unter dem Motto „Flucht nach Europa“ veranstalteten die Lehrer gestern für alle Klassen rund 20 Workshops, in denen das Thema altersgerecht behandelt wurde. „Unser Ziel ist es, Ängste bei den Schülern abzubauen“, erklärt Vitale. In einem der Workshops lernen die Teilnehmer fremde Speisen und Genüsse kennen und selbst zu kochen. Nach syrischen Rezepten bereiten Zehntklässler Hackfleischbrote zu. „Wir haben auch schon Lust, die zu essen“, sagt Marie (16) aus Eckernförde.

In einem anderen Raum steht Jeremy (12) im Zentrum. Der Junge aus Ghana zeigt seinen Mitschülern einen traditionellen afrikanischen Kartoffelbrei. „Der ist im Gegensatz zu dem deutschen sehr fest und wird mit den Händen gegessen“, erklärt er. Dabei wird der zähe Brei in verschiedene Soßen getaucht und dann in den Mund geführt. Das traditionelle Gericht heißt „Fufu“. „Es ist total interessant, was man in anderen Ländern isst“, staunt Ronja (15) aus Osterby. Auch dass in Ghana ganz selbstverständlich mit den Fingern gegessen wird, ist für die 15-Jährige eine völlig neue Erfahrung.

Künstlerisch geht es bei den Sechstklässlern zu. Sie erarbeiten, wie die Willkommenskultur in Eckernförde aussieht. Zusammen mit Mahdi (11) aus Afghanistan und Zakaria (12) aus Syrien basteln Nadine (11) aus Kosel und Elin (12) aus Rieseby ein großes Plakat mit Bildern und Texten. „Es ist schön, dass unsere Mitschüler Interesse an unserer Geschichte zeigen“, sagt Mahdi und lächelt schüchtern. Andere Schüler werfen mit einem Tageslichtprojektor eine Weltkarte an die Wand und zeichnen die Grenzen verschiedener Staaten ab. Dabei sollen vor allem die Länder, aus denen ihre Mitschüler kommen, im Fokus stehen.

Die Ergebnisse der Schüler werden am Ende gesammelt und sollen in der Eckernförder Friedenswoche im Mai in der Mensa ausgestellt werden. Da können auch die Eltern dann entdecken, was ihre Kinder über die fremden Kulturen gelernt haben und dass aus Fremden Freunde werden können.


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