Jahresempfang : Gettorfer TV sucht neue Wege

An insgesamt acht Tischen wurde zum Thema Sport diskutiert – hier (v.l.) Thomas Liebsch-Dörschner (Kreissportverband), Ehrenbürger Hans-Christian Sacht, GTV-Geschäftsführer Thomas Glüsing, Bodil Maria Busch (Bündnis90/Die Grünen) und Bernd Lenz (Schachclub Phönix).
An insgesamt acht Tischen wurde zum Thema Sport diskutiert – hier (v.l.) Thomas Liebsch-Dörschner (Kreissportverband), Ehrenbürger Hans-Christian Sacht, GTV-Geschäftsführer Thomas Glüsing, Bodil Maria Busch (Bündnis90/Die Grünen) und Bernd Lenz (Schachclub Phönix).

Vorsitzender kündigt Rückzug bei Neujahresempfang an / ehrenamtliche Struktur bereitet Probleme

shz.de von
19. Januar 2015, 06:05 Uhr

Gettorf | Die Spitze des Gettorfer TV will den eingeschlagenen, aber nicht unumstrittenen Weg seiner Ausrichtung in die Zukunft weg vom traditionellen Sportverein hin zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb weiter gehen. Das wurde beim Jahresempfang des Gettorfer TV am Freitag im Vereinsheim deutlich. Über 50 Gäste aus Politik, Verwaltung, Institutionen, Vereinen und Verbänden waren der Einladung des Vorstands gefolgt.

Der GTV-Vorsitzende Gunnar Buchheim dankte allen, die den Verein im vergangenen Jahr unterstützt haben. Der Politik, der Verwaltung und den Sponsoren. „Ohne diese Unterstützung kann der Verein ein für jeden finanzierbares Sportangebot in dieser Qualität, wie wir es anbieten, nicht vorhalten“, machte er deutlich. Das fehlende Ehrenamt werde immer mehr zum Problem des Vereins. „Da müssen wir Lösungen finden.“ Er bekannte, dass die Zukunftsausrichtung des Vereins vor Ort nicht nur positiv gesehen wird. Kreis-, Landes- und Bundesebene dagegen reagierten uneingeschränkt positiv. Das hätten die Festreden zur 125-Jahr-Feier im vergangenen Sommer gezeigt. „Bisher geführte kritische Gespräche müssen wir bis zum Ende ausführen, Missverständnisse ausräumen, Gemeinsamkeiten finden.“ Später darauf angesprochen, erklärte er, auf der Mitgliederversammlung am 12. März eigentlich nicht noch einmal zur Wahl des Vereinsvorsitzenden antreten zu wollen. „Ich suche einen geeigneten Nachfolger“, sagte er. Die Zukunft des Gettorfer TV sieht er darin, die Strukturen zu ändern und mehr Aufgaben an den Geschäftsführer zu übertragen. Der bis dato befristete Vertrag mit Thomas Glüsing wurde gerade in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis geändert. Strukturen zu ändern bedeutet für Gunnar Buchheim auch, den Vorstand zu verschlanken. Seit Jahren seien nicht alle Posten im Vorstand besetzt, sagte er. „Wir sind zu unbeweglich.“Andere Vereine hätten das längst gemacht. Vor 2016 ginge das jedoch nicht. Erst müsse die Satzung geändert werden.

GTV-Geschäftsführer Thomas Glüsing kündigte an, er wolle weiter die internen Prozesse verbessern, versuchen neue Leute zu finden, die sich einbringen, und noch stärker mit Institutionen wie Schulen und Schulverband zusammenwirken. Auf der Internetseite des GTV hat er unter MeinGettorf.de. inzwischen einen Terminkalender, eine Ehrenamtsbörse und ein Informationsportal zur Sporthallenbelegung eingerichtet. „Es ist tatsächlich immer schwerer mit dem Ehrenamt“, bestätigte Bürgermeister Jürgen Baasch in seinen Grußworten. Der GTV habe im vergangen Jahr hohe Anstrengungen unternommen, sein 125-jähriges Bestehen zu feiern. „Allen Beteiligten ganz herzlichen Dank. Es war toll. Ein Bundesorchester haben wir noch nie dagehabt.“ Stolz berichtete er über den Startschuss für das Sportforum. „Nicht nur der GSC, dem wir dafür alles wegnehmen, auch der GTV profitiert davon“, merkte er an, nannte die Leichtathleten, deren Stadion aufgewertet werde, und die Rollschnellläufer, die eine komplett neue Anlage erhielten.

Dann wurde die Idee des Speed-Talking aufgegriffen: Wechselnde Gesprächspartner tauschten an acht Tischen jeweils zehn Minuten lang Ideen, Kritik und Gedanken aus. An einem Tisch wurde nach Möglichkeiten gesucht, für junge Turnerinnen, die an Wettkämpfen teilnehmen möchten, 3000 Euro für Geräte zusammenzubekommen. An anderen Tischen ging es um Visionen und Wünsche für die neue Sportanlage am Schulzentrum oder um die Jugendarbeit im Verein und die Integration von Zugezogenen und Flüchtlingen. Wesentliche Ideen sollten notiert werden, um später vom Vorstand ausgewertet werden zu können.

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