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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:38 Uhr

Neue Sparte : Gettorfer steigen in den Ring

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach fast 70 Jahren soll in Gettorf wieder geboxt werden / Zwei verschiedene Ausrichtungen im Angebot

Was seit fast 70 Jahren beim Gettorfer Turnverein (GTV) in Vergessenheit geraten war, soll jetzt wiederbelebt werden: Boxen. Bis 1947/48 wurde unter Spartenleiter Stoltenberg in der alten Halle der Parkschule und in Sälen von Gaststätten geboxt, danach war Ruhe. Bis jetzt. Denn ab Januar heißt es in Gettorf wieder „Ring frei“. Zu verdanken hat es der Verein Alexander Kahn, der in seiner Heimat Kasachstan zunächst die Sportarten Judo und Taekwondo betrieb, bevor er vor etwa 15 Jahren über Freunde zum Boxen kam. Seit vier Jahren hat er die Kampfrichterlizenz und seit 2013 ist er auch Trainer. 2005 kam Kahn als Student nach Kiel, wo er heute Jugendliche im Jugendtreff „Kiste“ in Mettenhof trainiert, 2014 verschlug es ihn dann nach Gettorf. Und da war nichts mit boxen.

Also wandte er sich kurzerhand an GTV-Geschäftsführer Thomas Glüsing und dann ging es ganz schnell – nach zwei Tagen kam das Okay. Und nun soll es am 11. Januar losgehen mit der Erweiterung des Sportangebots um diese traditionelle Sportart. Zum einen soll das Amateurboxen – Olympisches Boxen – angeboten werden und für diejenigen, die nicht bei Wettkämpfen antreten möchten, zusätzliches Fitness-Boxen, bei dem niemand ein blaues Auge riskiert. Fitness-Boxen ist vielmehr eine ultimative Workout-Sportart, welche die traditionellen Boxübungen mit anderen Fitness- und Konditionsaufgaben vereint. „Es werden dabei“, so Alexander Kahn, „Elemente des klassischen Boxens genutzt, um die eigene Fitness zu verbessern“. Aber auch beim Amateurboxen geht es laut Spartenleiter Kahn nicht so hart zu wie beim Profiboxen. „Der Schutz der Kämpfer ist beim Amateurboxen oberstes Gebot“, so der 34-Jährige Controller. So wird beispielsweise schon beim ersten harten Treffer angezählt und nicht erst beim k. o., zudem müssen die Wettkämpfer mindestens einmal jährlich eine ärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen. Aber egal ob Fitness- oder Amateurboxen: Insbesondere das Schlagtraining am Sandsack oder die Pratzenarbeit, bei der sich der Trainer Schlagpolster über die Hände stülpt, auf die geschlagen wird, eignen sich hervorragend, um alltäglichen Stress abzubauen. Boxtraining schult zudem Orientierungs-, Reaktions- und Balancefähigkeit und ist schonend für Gelenke, Sehnen und Bänder. Mitmachen kann jeder ab einem Alter von zehn Jahren, besonderer Voraussetzungen bedarf es nicht. „Hallensportkleidung und vor allem gute Laune sollten Interessierte mitbringen, das war´s auch schon“, so Alexander Kahn lächelnd, der hofft, dass sich möglichst viele melden, die er dann trainieren kann. Und wenn alles klappt, könnten erste Wettkämpfe schon im Herbst kommenden Jahres stattfinden. „Ein halbes Jahr etwa dauert es, bis man soweit ist, dass man an Wettkämpfen teilnehmen kann“, so Kahn.

Warum das Boxen in Gettorf so lange vergessen wurde, konnte auch Thomas Glüsing nicht sagen. „Es war wohl einfach die Nachfrage nicht da“, vermutet er. „Aber wenn ein neues Mitglied kommt und gleich eine neue Sparte mitbringt – umso besser“, freut sich der Geschäftsführer. Das steht Alexander Kahn allerdings noch bevor: Er muss noch Mitglied im Verein werden. Was aber für ihn kein Thema ist. Im Gegenteil: Nach der Geburt der zweiten Tochter im Januar wird der GTV mit Kahns Ehefrau um noch ein weiteres Mitglied wachsen.

Trainingszeiten: Mo. und Do. jeweils von 20 bis 22 Uhr in der Sporthalle der Parkschule neben dem GTV-Heim (erstmals am Mo., 11.01.) Infos und Kontaktdaten unter www.gettorfer-tv.de/boxen.

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