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bewerbubng : Gettorf will lebendigste Erinnerungsstadt 2014 sein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gemeinde nimmt am bundesweiten Wettbewerb der Stiftung Lebendige Stadt um die lebendigste Erinerungsstadt 2014 teil. Grundlage ist ihr Projekt „Historisches Wandern in Gettorf“. Die Entscheidung fällt im Juli.

Die Gemeinde Gettorf beweist Selbstbewusstsein. Mit ihrem im Sommer 2012 realisierten Projekt „Historisches Wandern in Gettorf“ bewirbt sie sich um den Stiftungspreis 2014 der Stiftung „Lebendige Stadt“ als lebendigste Erinnerungsstadt. „Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Gemeinde Gettorf mit gerade mal 7000 Einwohnern aus dem üblichen Rahmen der Kandidaten um den Preis herausfällt“, erklären die Initia-toren Bürgermeister Jürgen Baasch, der Vorsitzende des Gettorfer Windmühlenvereins Dr. Dieter Kolbe und der Vorsitzende des Ausschuss für Kultur, Sport, Jugend und Soziales, Gerhard Witte.

In den vergangen Jahren haben Städte wie Karlsruhe den Preis für das schönste Stadtfest oder Schwerin den Preis für die barrierefreieste Stadt gewonnen. Doch man ist zuversichtlich, dass das Projekt und seine Umsetzung gut geeignet sind, die Kultur der historischen Erinnerung in der Gemeinde zu stärken. Denn in diesem Jahr möchte die Stiftung gute praktische Beispiele fördern, die sich durch besondere Kreativität in der Planung, Ausgestaltung und Erinnerungspflege auszeichnen, zur lebendigen Erinnerungskultur der Bürger beitragen und deren Mitwirken dokumentieren. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Die mit Unterstützung der Verwaltung erarbeiteten Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 15. April bei der Stiftung „Lebendige Stadt“ in Hamburg eingereicht sein. „Die Größe der Stadt ist nicht entscheidend“, erklärt Bürgermeister Baasch als gebürtiger Gettorfer überzeugt. „Was in größeren Städten vielleicht anonymer wahrgenommen wird, ist hier tief mit den Bürgern verwurzelt.“ Denn die Idee, Geschichte greifbar zu machen, sei in der Bürgerschaft geboren worden. Durch die Erwanderung der Geschichte des Ortes werde diese plastisch und anschaulich gemacht und dürfte somit auch gerade junge Leute an die Geschichte heranführen.

Federführend durch den GeWindmühlenverein und finanziell gefördert über die AktivRegion wurde für die Umsetzung des Projekts „Historisches Wandern in Gettorf“ die geschichtliche Bedeutung von 20 Gebäuden, Denkmälern und Begegnungsorten vor Ort auf Täfelchen in kurzen Texten dargestellt. Von der St. Jürgen-Kirche, Baujahr 1250, über das ältesten Fachwerkhaus von 1750, die Pastorate von 1843 und 1845, die Windmühle von 1869, das königliche Amtsgericht von 1888 bis zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal von 1895. Große Tafeln im Ortskern und Faltblätter weisen den Weg. „Gettorf ist kein Nullachtfünfzehn-Dorf“, weiß Dr. Dieter Kolbe als gebürtiger Gettorfer. Zwischen 1180 und 1220 gegründet, war Gettorf Wallfahrtsort, ist abwechselnd von schwedischen und kaiserlichen Truppen geplündert worden. Nur noch drei alte Leute sollen da in Gettorf gelebt haben. Die anderen sind in die Sümpfe geflüchtet. Ende des 19. Jahrhunderts, als die Bahnstation eingerichtet, die Kieler Chaussee ausgebaut wurde, erfuhr Gettorf wirtschaftlich, kulturell und mit 14 Gaststätten und Brauereien auch als Vergnügungsort erheblichen Aufschwung.

Der Gewinner des Stiftungspreises wird voraussichtlich im Juli bekannt gegeben.






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