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Begleitung auf dem letzten Weg : Gettorf sucht Gebäude für ein Hospiz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

SPD-Antrag unterstützt Vision des Hospizvereins Dänischer Wohld / Beratung am Montag im Sozialausschuss

Gettorf | Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwerkranke oder sterbende Menschen und deren Angehörige in der Region ehrenamtlich zu begleiten. Inzwischen stehen über dem vor etwas mehr als zwei Jahren gegründeten Hospizverein Dänischer Wohld 28 ausgebildete Hospizbegleiter zur Verfügung, mit dem Café Courage wurde ein Trauercafé eingerichtet, der Verein bietet Beratung bezüglich Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht an und einen Ausbildungs-Kursus für Besuchshunde für kranke Menschen im Dänischen Wohld. Schon länger hat die Vorsitzende Dr. Friederike Boissevain die Vision, ein Hospiz mit acht bis zehn Betten im Dänischen Wohld zu errichten. Jetzt bekommt sie Unterstützung von der SPD.

Der Verein sucht nach einem geeigneten Gebäude oder Grundstück. „Die meisten Menschen möchten zu Hause sterben“, weiß die Ärztin. Doch trotz der verbesserten ambulanten medizinischen und pflegerischen Strukturen, trotz des Angebotes einer Begleitung durch den Verein, gebe es immer wieder Situationen, in denen ein Verbleiben in den eigenen Wänden nicht mehr möglich sei. Zum Beispiel wenn Menschen allein stehend sind, wenn der Partner ebenfalls nicht ganz gesund ist oder wenn die Erkrankung insbesondere nachts immer wieder Aufmerksamkeit erfordert. Hier könne die Verlegung in ein stationäres Hospiz zwar das eigene Heim nicht ersetzen, aber einen würdigen Rahmen schaffen, in dem der Betroffene und seine Angehörigen medizinisch, pflegerisch und psychosozial sehr umfassend betreut werden und so die verbleibende Zeit relativ ruhig miteinander verbringen können. „Wichtig ist uns ein heimatnahes Angebot eines stationären Hospizes in unserer Region“, betont sie. Der Verein prüft derzeit mehrere Möglichkeiten der Finanzierung. Die SPD-Fraktion in Gettorf unterstützt diese Idee und beantragt nun auf politischer Ebene einleitende Schritte zur Errichtung eines solchen Hospizes. „Das ist das, was fehlt“, betont der Sozialausschussvorsitzende Gerhard Witte, der den Antrag eingereicht hat. „Ambulante Versorgung haben wir.“ Und Gettorf sei der Mittelpunkt in dem angedachten Einzugsgebiet von Kiel Nord bis Eckernförde. Das nächste Angebot sei das Hospizhaus Pflege LebensNah in Rendsburg. „Ich merke wirklich, wie schwer es ist, entsprechende Betten für unsere Einwohner zu finden“, erklärt er. „Es ist ein großes Hemmnis. Das was es in der ersten Stufe braucht, ist ein Gebäude.“

Der Antrag soll am kommenden Montag in der Sitzung des Sozialausschusses diskutiert werden. Dann soll die Idee über den Amtsausschuss in die Umlandgemeinden getragen werden. Dr. Friederike Boissevain verspricht sich viel davon. „Von dem Antrag der SPD-Fraktion geht eine wichtige Signalwirkung aus, dieses langfristige Vorhaben weiter zu verfolgen“, sagt sie. „Es würde unsere Region sicherlich aufwerten, wenn man für das Lebensende eine heimatnahe Versorgung auch für jene anbieten könnte, die nicht in der Häuslichkeit verbleiben können.“ Es sei ein Vorhaben mit vielen Schritten, und der Verein stünde noch am Anfang. „Ein Gelingen ist keinesfalls sicher. Aber es ist eine Idee, die es lohnt, weiter verfolgt zu werden.“

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