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Marketing : Gettorf muss zeigen, was es zu bieten hat

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Diplomarbeit von 2004 zeigt Schwachstellen und Handlungsfelder auf und ist damit noch heute aktuell / Marketing ließe sich schnell aufbauen

Schon Mitte des Jahres könnte in Gettorf ein Marketing für die Gemeinde betrieben werden, meint Stefan Borgmann. Der Geschäftsführer der Lokalen Tourismusorganisation (LTO) Eckernförder Bucht und der Eckernförde Touristik GmbH hat sich schon vor zehn Jahren mit den Chancen des Unterzentrums auseinandergesetzt – in seiner Diplomarbeit. Die könnte nun mit den Erkenntnissen des Handels- und Gewerbevereins (HGV) aus Gesprächen im vergangenen Jahr die Grundlage für das im Herbst geforderte Marketingkonzept bilden, für dessen Umsetzung bereits Geld im Haushalt berücksichtigt wurde.

Viele der Punkte, die Borgmann 2004 feststellte, sind heute noch gültig – etwa das stetige Wachstum der Bevölkerung, die starke Kaufkraftbindung insbesondere im Lebensmittelbereich, die gute Verkehrsanbindung nach Kiel und Eckernförde, die gute Infrastruktur im Bereich Gesundheit und Soziales und den Tierpark als Magneten – inzwischen ergänzt um das Verrückte Haus. Daneben nennt er die kleinen Gässchen, die Kirche, den Brunnen. „Das ist Schleswig-Holstein, das ist authentisch. Urlauber finden das gut“, erklärt der Touristiker. Doch auch die mahnenden Aspekte der Arbeit haben noch Bestand: So fehlt nach wie vor ein Parkleitsystem, das Besucher in die Innenstadt führt, und das mit dem Bau der Umgehungsstraße B 76 noch dringender einzurichten ist, als es vor zehn Jahren schon war. Denn durch die Schnellstraße läuft die Gemeinde Gefahr, von einem Großteil der Menschen umfahren zu werden. „Gettorf muss zeigen, was es dort Tolles gibt, angefangen vom Tierpark über die Mühle bis zur Einkaufstraße“, macht Borgmann deutlich.

Um die Menschen in den Ort zu ziehen, wären Banner beispielsweise am Eingang zur Herrenstraße, Hinweistafeln am Kreisverkehr oder Pylone denkbar. Zudem könnte die Gemeinde die LTO für ihre Zwecke nutzen und für sich, ihre Angebote und Veranstaltungen werben. Wie gut das laufe, habe sich in Schwedeneck und Strande gezeigt, merkt Borgmann an. Darüber hinaus wäre die in der Podiumsdiskussion des HGV angeregte Installation eines Marketing-Beauftragten oder Kümmerers ratsam. Borgmann: „Die Unternehmer im Ort können und müssen gemeinsam Ideen entwickeln, aber es braucht jemanden, der es umsetzt.“ Mit seinem Geschäft habe jeder zwölf bis 14 Stunden am Tag zu tun.

Mit dem Geld, was die Gemeinde im Haushalt für die Belebung der Innenstadt bereit gestellt hat, ließe sich die Befragung der Bürger, was ihrer Meinung nach fehlt und was auf keinen Fall kommen soll, zeitnah umsetzen. Daraus ergebe sich der rote Faden für das weitere Vorgehen, erklärt Borgmann. Mit den Kaufleuten wäre abzuklären, inwieweit sie bereit sind, sich am Marketing und weiteren Schritten zu beteiligen. Das Ziel, das vorhandene Angebot zu verbessern und auszubauen und so die Nachfrage zu steigern, könne so gemeinsam erreicht werden, ist Borgmann überzeugt.

Für eine nachhaltige Organisation hält auch Andreas Kobzik, Immobilienmakler, die Einrichtung eines Kümmerers für „richtig und wichtig“. Die positive Stimmung, die bei der Herbstververanstaltung des HGV zu spüren gewesen sei, empfiehlt er, als Rückenwind zu nutzen, „um die notwendigen Schritte auf den Weg zu bringen“, schreibt er in einem offenen Brief an den HGV-Vorsitzenden.

 

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erstellt am 29.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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