60 Liter Öl an Bord : Gesunkener Fischkutter in Eckernförde: Die „Schwalbe“ wird geborgen

<p>Der kleine Kutter wird gehoben.</p>

Der kleine Kutter wird gehoben.

Noch ist unklar, warum der Kutter sank. Das dürfte sich nach Abschluss der Bergung bald herausstellen.

shz.de von
01. März 2018, 18:17 Uhr

Eckernförde | „Ecke 2“ lag unter „Ecke 3“. Der Fischkutter von Jens Mahrt ist in der Nacht zu Donnerstag aus bislang ungeklärter Ursache im Hafen von Eckernförde gesunken und direkt vor der Holzbrücke unter den Kutter seines Sohnes Lasse gedriftet. Dort lag die etwa sechs Meter lange „Schwalbe“ mit gestutzten Flügeln etwa fünf Meter tief auf Grund, nur die Antenne guckte noch raus. 

Den flüchtigen Passanten fiel die Havarie gar nicht auf, die Umrisse des gesunkenen Kutters waren von der Holzbrücke nur schemenhaft zu erkennen. Die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde war schon frühmorgens um 5.40 Uhr ausgerückt, um eine Ölsperre um die Unfallstelle zu legen, da sich nach Angaben der Polizei noch rund 60 Liter Kraftstoff im Tank und Schmierstoffe im Motor befanden.

<p>Ein Taucher bei der Bergungsarbeit.</p>
Gernot Kühl

Ein Taucher bei der Bergungsarbeit.

Der Untergang seines Kutters trifft Fischer Jens Mahrt hart. Er kann sich nicht erklären, wie das passieren konnte und half mit Sohn Lasse bei der Bergung, wo er konnte. „Schleitaucher“ Christian Hüttner aus Lindaunis war am Morgen angerückt, um den Havaristen für die Bergung unter Wasser vorzubereiten. Er ist Spezialist für alle kniffligen Unterwasseraufgaben, -erkundungen und -bergungen – nicht nur in der Schlei.

Hüttner zog seinen Taucheranzug an, legte sich die dicken Taue und Bergungsschlaufen zurecht, stieg ins eiskalte Wasser und tauchte ab. Oben an der Pier hatte Manfred Zappe von „De lütte Werft“ gegenüber seinen Kran geholt, um die beiden von Hüttner um den Schiffsrumpf gelegten dicken Schlaufenösen an den Haken zu nehmen und damit den Kutter langsam nach oben zu hieven, nachdem der darüber liegende Kutter Richtung See verholt worden war. Nach und nach tauchte sie auf, Mahrts „Schwalbe“, und dümpelte auf der Oberfläche.

Die Stadtwerke-Crew um Geschäftsführer Dietmar Steffens hatte zwischenzeitlich Tauchpumpen geholt, mit deren Hilfe der vollgelaufene Kutter schnell abgepumpt und anschließend zur Begutachtung zur Werft geschleppt werden konnte, um dort genauer untersucht zu werden.

Die Ursache für die Havarie konnte bis Donnerstagnachmittag allerdings noch nicht festgestellt werden. Bei einer Begutachtung durch Beamte der Wasserschutzpolizei Kiel konnte kein Loch im Bug gefunden werden. „Wir haben derzeit noch keine konkreten Anhaltspunkte“, sagte Wasserschutzpolizist Michael Schaller. „Der Kutter ist offensichtlich nicht leckgeschlagen.“ Auch ein Überschlagen durch Wellen konnte ausgeschlossen werden. „Jetzt gibt es noch einige Möglichkeiten, die überprüft werden müssen.“ Dazu gehörten eine eventuelle Undichtigkeit im Stevenrohr der Wellenanlage oder am Kühlwasserventil oder auch eine zu hohe Schneelast.

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