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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 16:21 Uhr

Tourismus : Gesundheitstourismus per Mausklick

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Studie der gesundheitstouristischen Angebote in der Schlei Region vorgestellt. Sie weist viele Angebote nach. Die Ostseefjord Schlei GmbH möchte die Vernetzung der Anbieter für neue Tourismusprodukte ausbauen.

von
erstellt am 25.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die Schlei-Ostseeregion hat für Urlauber viel zu bieten – Natur, Kultur und Gesundheit. Speziell der Gesundheitstourismus gilt als wichtige strategische Ausrichtung, die Prof. Dr. Roland Trill 2012 der Schlei-Ostseeregion in seinem Konzept zum Ausbau des Gesundheitsstandortes Schleswig und der Region Schlei-Ostsee empfahl. Er sprach von großem Potenzial, deren Basis aber nicht beziffert ist. Eine Ist-Analyse der gesundheitstouristischen Angebote der Region liefert jetzt die Fallstudie „Gesundheitstouristische Landkarte der Ostseefjord-Schlei-Region“, die vier Studentinnen des Studiengangs „International Tourism“ der Fachhochschule Westküste Donnerstag in Damp vorstellten.

Ergebnis der studentischen Studie: Eine Vernetzung und professionelle Vermarktung der vorhandenen Angebotsvielfalt rund um das Alleinstellungsmerkmal Ostseefjord-Schlei fehlt. Sie empfehlen der Ostseefjord Schlei (OFS) GmbH als Auftraggeber, einen Gesundheitsmanager zu berufen. Zugleich müssten Anbieter untereinander mehr kooperieren, um touristische Angebotspakete zu schnüren. Handlungsbedarf sehen sie in der Vermarktung, die über die Homepage der OFS klarer und einfacher mit Wegweisern erfolgen müsste.

Gefördert von der Aktiv-Region Schlei-Ostsee und dem Unternehmensverbund Nord, hatten Sophie Yeim, Nicola Neumann, Ramona Lüdke und Derya Avci seit Oktober gesundheitstouristische Anbieter des ersten und zweiten Gesundheitsmarktes ermittelt. In den ersten Gesundheitsmarktes fallen Angebote für kranke Menschen, im zweiten Gesundheitsmarkt sind Angebote für Menschen, die ihre Gesundheit präventiv fördern wollen, aber auch ganzheitlich Ruhe, Entspannung, Bewegung suchen und Abstand vom Alltag gewinnen wollen, enthalten. Darauf wies Stefan Wesemann von der IHK Flensburg hin. Die IHK tritt als unabhängiger Partner auf und begleitet die Entwicklung der Region.

Der Schwerpunkt der vorgelegten Studie liegt auf dem zweite Gesundheitsmarkt. In Einzelkarten trugen die Studentinnen des fünften Semesters, die von Anke Lüneburg – früher selbst OFS-Geschäftsführerin, jetzt Lehrbeauftragte der FH-Westküste – betreut wurden, die Ergebnisse ihrer Recherchen und Vor-Ort-Besuchen zusammen. So entstanden Karten zu Medizin, Wellness, Natur, Gastronomie, Beherbergung, Sport und Kultur. Alle Vermerke weisen für den Gesundheitstourismus spezifische Merkmale auf. Beispielsweise in der Gastronomie der Einsatz von Bioprodukten, im Wellnessbereich Kurse für Yoga oder Gi-Gong, in Sachen Natur geführte Wanderungen, Kräutergärten oder Parks für alle Sinne, erläuterte Sophie Yeim. In einem Baukastensystem werden die Angebote unter den Begriffen Wasser, Balance, Medizin, Ernährung/Kräuter und Bewegung in Verbindung gesetzt. Jeder Urlauber kann so seinen individuellen Aufenthalt zusammenstellen.

Damit das auch gelingt und Urlauber künftig über neue Wegweiser auf der Homepage der OFS ihren Gesundheitsurlaub buchen können, muss eine Vernetzung erfolgen. Und es müssen neue Produkte, zum Beispiel Reisepakete, durch neue Kooperationen der Anbieter geschaffen werden. Hier setzt die OFS an, stellte Geschäftsführer Max Triphaus fest: „Die Analyse ist für uns eine sehr gute Basis.“. Nun gehe es darum, noch weitere Anbieter zu erfassen, und dann Produkte zu entwickeln. Neu ist der Gesundheitstourismus für die OFS nicht, das Motto Entschleunigen in einer tollen Landschaft stehe schon im Fokus der Vermarktung, so Triphaus. Die Entwicklung von neuen Vermarktungsaktivitäten wird durch eine weitere Förderung der Aktiv Region mit der Gemeinde Damp als Träger begleitet.

„Nur gemeinsam sind wir stark“, fasste Horst Böttcher, Damps Bürgermeister, das Ergebnis der Studie zusammen. Sie habe gezeigt, dass Tourismus gut für die Region sei, mit Gesundheitstourismus aber noch viel besser werden könne. Ralf Germer, Geschäftsführer der ostsee resort damp, fehlten Angebote für junge Gäste. Wenn man für Eltern Gesundheitsangebote bereithalte, dann müssten auch Möglichkeiten für Kinder oder Jugendliche angeboten werden. Diese Altersklasse hatte die Studie nicht erfasst, da es unwahrscheinlich sei, dass junge Menschen gesundheitsorientierte Urlaube buchen würden, erklärte Sophie Yeim. In der Studie waren die Interessen der 40 bis 60-Jährigen, der 50-70-Jährigen und der über 70-Jährigen berücksichtigt worden.

Die Studie zeige neue Wege auf, aber sie könne noch nicht alle Anbieter enthalten, warb IHK-Vertreter Wesemann dafür, Ergänzungen an die OFS zu liefern. Das könnten auch Pflegedienste oder Anbieter von medizinischen Pflegemitteln sein, die den Aufenthalt, auch älter Menschen, oder Personen mit Pflegebedarf, erleichtern. Die Alleinstellung des Ostseefjords Schlei mit seinen Möglichkeiten des Gesundheitstourismus sei gut herausgearbeitet worden.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Studie und wissen, dass es viele Anbieter gibt“, sagte Hans-Werner Berlau, Vorsitzender Aktiv-Region Schlei-Ostsee. Die vorgestellte Studie sei ein sehr guter Anstoß, den die OFS nun fortführen müsse.

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