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Eckernförder Zeitung

23. November 2017 | 03:08 Uhr

Gesucht: Werke von Malermeister Bock

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heimatgemeinschaft Eckernförde und Eckernförder Zeitung suchen Antworten auf Fragen ungeklärter historischer Zusammenhänge

von
erstellt am 04.Mai.2017 | 12:30 Uhr

Bei ihrer kulturhistorischen Forschungsarbeit stoßen Bürger aus Eckernförde und dem Altkreis immer wieder auf historische Bauten, auf Denkmäler und Bilder, die sie nicht vollständig deuten können. Die Eckernförder Zeitung zeigt in unregelmäßig erscheinender Serie Fotos von solchen Objekten, die die Heimatgemeinschaft Eckernförde und ihre „Arbeitsgemeinschaft Foto-Dokumentation“ aufgespürt haben. Die Leser werden gebeten, bei der weiteren Recherche über Hintergründe und Details zu helfen. Wer etwas zu Ursprung, Inhalt, Alter, ehemaligem Standort und anderen Aspekten der abgebildeten Motive beitragen kann, wird gebeten, diese Informationen der Heimatgemeinschaft mitzuteilen (Barbara Schäfersküpper, Telefon 04351/ 85427 (Büro) oder 04351/907366 (privat).

Seit längerem ist Malermeister Friedrich Heinrich Bock, (1862 – 1949) bekannt (siehe Aufsatz von Dörte Nürnberg im Jahrbuch 1994 der Heimatgemeinschaft). Vor kurzem sind sein Wohnhaus in Borby sowie seine Werkstatt in der Gudewerdtstraße in andere Hände übergegangen; dabei sind neue Werke von ihm entdeckt worden. Das eine sind Wand-Bemalungen im Wohnhaus in der Prinzenstraße, die der neue Eigentümer sorgsam freilegt und erneuert. Das andere sind zahlreiche handgemalte Tapeten-Rollen, die sich in der ehemaligen Werkstatt Bocks und zuletzt des Malermeisters Uwe Hansen auffanden. Die Wandbemalung betrifft u. a. den Flur (Schmucklinien, Blätter-Girlanden, Vögel) und das Wohnzimmer (Putten, Girlanden); die Tapetenrollen mit ornamentalen Schmuckmotiven aus den Jahren um 1900 tragen Bocks Unterschrift, aber auch die Namen anderer Maler (so eines C. Staack). Die Tapeten, in großer Fülle geprägt von Historismus, Neo-Barock und auch schon Jugendstil, waren Muster des Tapezierer-Meisters Bock für Auswahl durch die Kunden. Die Rollen wurden ans Stadtmuseum weitervermittelt.

Friedrich Bock kann auch als guter „Kunstmaler“ bezeichnet werden: Er bildete sich in Dresden, Nürnberg und Franzensbad weiter, lernte in Italien Mailand, Rom und Neapel und ihre Maler kennen, arbeitete in München und kehrte mit Familie und sieben Kindern nach Borby und später Eckernförde zurück. In Privatbesitz haben sich noch Ölgemälde von ihm erhalten, ebenso ein Selbstporträt. Eine besonders schöne Arbeit findet sich heute noch in einem Haus in der Langebrückstraße, ein sogenanntes „Vogelzimmer“ und ein einfühlsam bemaltes Treppenhaus. Gerade dieses Haus weckt die Erwartung, dass es in Eckernförde noch weitere Innenbemalungen von Friedrich Bock und seiner Werkstatt gibt. Der Arbeitskries „Foto-Dokumentation“ wäre sehr dankbar, wenn sich weitere Besitzer von Bock-Kunstwerken melden würden.

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