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Gestochen scharf: Frauen- Power auf der Convention

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tattoos sind vor allem bei Frauen stark in Mode / Großveranstaltung in der Halle 400

von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Alle Jahre wieder. Vor kurzem wieder – Tattoo Convention in Kiel, Halle 400. Wieder ausgerichtet von Bea. Andrang wie immer ungebrochen. Der Sicherheitsdienst hatte drei Stunden zu tun, um die endlos scheinende Warteschlange einzulassen. Ein Höhepunkt des Tages ergab sich allein schon in der Erwartung an die angehängte Halloween-Party (es ging bis nachts um 3 Uhr). Etwa 150 Tätowierer, Piercer, Verkäufern von Tattoo-Zubehör, entsprechender Mode und Zeitschriften. Zwei Augen pro Person und Zuschauer waren einfach zu wenig. Allerdings fehlten einige mir bekannte Gesichter, vor allem Mia aus Trier. Es fehlten mir auch die sonst anwesenden Rockabellas, die für modische Lichtblicke gesorgt hatten. Vielleicht sind die aber, ähnlich der Groupies, an bestimmte Bands gebunden.

Trotzdem war Frauenpower angesagt. Neue Frauen braucht das Land. Nicht, dass sich immer mehr Frauen tätowieren lassen, nein, sie verdrängen auch die meist männlichen Tätowierer. Bianca und Kim aus Erfurt, (Inky &Pain, Tattoo & Piercing) ), Peppi aus Isny*, (Versatile Arts), Yvonne, Bianca, Melina und Saskia aus Wiehl (Tattoo Studio Hautnah) und Flöcken Upsala (Nadine) aus Itzehoe, der ich wieder einmal zum Opfer fiel (Lucky Heads Tattoo) – sie verpasste mir ein Puzzle-Teil.

Alles, was das Herz begehrte war vertreten: Old School, Aquarell, Maori, Mandala, Tribal, Comics, La Catarina, und so weiter. Für das Beiprogramm sorgten „Mein Ton“, „The Silverballs“ und als Sänger und Moderator Ski King, für besondere Aktionen körperlichen Leids sorgte Pain Solution und als Höhepunkt an beiden Tagen Tattoo Contests mit Preisverleihung, Best of Saturday, (best of day), Best of Show. Das Kuriose war, dass der erste Preis am Sonnabend ein auf den Oberschenkel einer jungen Frau tätowierter Nordseestrandkorb war, mit Beiwerk Kugelbake, dem Wahrzeichen von Cuxhaven, gestochen von Peppi. Erinnerungen wurden bei mir wach, denn ich war dort in Cuxendorf 62 in Grimmershörn, einer noch kaiserlichen Kaserne, als Mariner untergebracht.

Leider ist die Tragezeit der Tattoos sehr begrenzt. Nämlich von 18 bis Ende. Dem könnte man vorbeugen. Um die Tragezeiten zu verlängern, könnte man das Startalter herabsetzen. Ähnlich wie bei den Autofahrern in Begleitung schon gang und gäbe. So ab zwölf, im Beisein Erwachsener. Ringelnatz hat schon einmal vor dem ersten Krieg einen Vorstoß gewagt – der war als Seesoldat auch in Grimmershörn stationiert gewesen. Mit seinem Seemann Kuddel Daddeldu, denn der tätowierte den strampelnden Kleinchen, schon damals, Anker und Kreuze auf Ärmchen und Beinchen.

Es ist nie zu früh!


* den Ort kennt jeder Sauer & Sohn-Geschädigte Eckernförder.

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