Gestaltungsbeirat beklagt: „Zu wenig Projekte im öffentlichen Teil“

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28. November 2018, 11:46 Uhr

1:4 – so lautete das Verhältnis von öffentlich und nicht-öffentlich behandelten Themen im Planungs- und Gestaltungsbeirat am Dienstagabend im Ratssaal. Auch Beiratsmitglied Fredo Wiescholek bedauerte diese Entwicklung. „Wir haben leider zu wenig Projekte im öffentlichen Teil“, sagte Wiescholek, der den aufgrund eines Unfalls verhinderten Beiratssprecher Helmut Riemann vertrat.

Trotz dieses Missverhältnisses waren zahlreiche Bürger zur Sitzung gekommen. Sie bekamen ein allseits gelobtes, privates Bauprojekt in der Sehestedter Straße vorgestellt, um dann 15 Minuten später wieder den Sitzungssaal verlassen zu müssen – der nicht-öffentliche Teil begann. Darin wurden private Bauprojekte im Domstag / Auf der Höhe, Domstag / Rendsburger Straße, in der Kieler Straße und der Gasstraße vorgestellt und diskutiert. Die Öffentlichkeit erfuhr darüber nichts, nichts über Stärken und Schwächen.

Im Blickpunkt stand dafür aber das Bauprojekt in der Sehestedter Straße 13 links neben den großen GWU-Mehrfamilienhäusern neben der Jugendherberge. Nachdem sich die anfängliche Irritation darüber gelegt hatte, dass weder der Bauherr noch der Architekt anwesend waren, entpuppte sich dieses Projekt als sehr vorzeigbar. Beiratsmitglied Rainer Steffens war jedenfalls „ziemlich glücklich“ über diesen Entwurf, der sich „wunderbar einfügt“. Aus einem Einfamilienhaus auf einem großen Grundstück soll ein Flachdach-Neubau mit Tiefgarage, Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachterrasse werden. Steffens lobte die „sehr moderne Fassade, wir gratulieren dem Bauherrn und geben den Entwurf frei“.

Fredo Wiescholek lobte die „einfache, schlichte Architektur“ und die „Materialität“ der Klinkerfassade. Dieser Entwurf sei „beispielhaft für eine moderne Architektur. Ich bin überzeugt, dass die Eckernförder davor keine Angst haben müssen.“

„Die haben wir auch nicht, aber warum müssen es immer Kästen sein?“, fragte Doris Rautenberg, Ratsmitglied der Linken. Von einem Kasten könne keine Rede sein, entgegnete Rainer Steffens. Dieses Gebäude sei gerade kein Kasten, sondern ein durchgegliedertes Gebäude mit unterschiedlichen Formen und großen Balkonen. Wiescholek empfand die „Verschmelzung von Natur und der Vor-Ort-Situation“ als „sehr gut gelungen“. Es müsse nicht zwingend immer ein Flachdach sein, doch wenn es angemessen sei und in die Situation passe, biete es Vorteile gegenüber einem Satteldach.

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