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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 19:23 Uhr

Museumsfest : Geschichte hautnah erleben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Museum feiert 40. Geburtstag mit über 300 Gästen: Festakt mit Geschenken, Überraschungen und Spielen rund ums Museum.

Eckernförde | Im Zentrum der Stadt, am Rathausmarkt, erzählt das Museum ein Stück Stadtgeschichte und ist nach nunmehr 40 Jahren selbst Teil davon. Anlässlich seines runden Geburtstags lud das Museum zum Fest und mit vielen Überraschungen und Mitmachaktionen. So begrüßte Werner Pötzsch in historischer Gewandung als Bürgermeister Friedrich Wilhelm Otte (1715-1766) die über 300 Besucher.

Für die Kinder gab es eine Rallye mit fünf Stationen, wo sie in die Geschichte eintauchen konnten. Wie war Schule früher, mit welchen Spielen wurde sich die Zeit vertrieben und mussten Kinder früher tatsächlich arbeiten? Nicht nur die Antworten darauf gab es, auch ein eigenes Schulheft konnte gebastelt, die alte Schönschrift Sütterlin geübt, Schiffe gefaltet oder altes Spielzeug kennengelernt werden. Mit Fischer Kuddel konnten die kleienen Gäste außerdem als Nageljung oder -deern Sprottenkisten nageln. Am Ende lockte der „Museumsstern“. Eine tolle Aktion fand Nicole Texter, die mit ihren Kindern Carlotta (7) und Lilith (7) das Museumsfest besuchte: „Schön spannend und mit lebhafter Geschichte. So lebt das Museum – eine schöne Feier.“

Wer etwas über die Tradition und Geschichte der vier Gilden erfahren wollte, war bei Arnold Metzger genau richtig. Der Ehrenvorsitzende der Eckernförder Beliebung von 1629 brachte nicht nur den Leitsatz der Gilde: „Fahret fort und trage der Eine des anderen Last“ den Besuchern näher, sondern füllte mit vielen Anekdoten seinen Vortrag.

Zwischen den Ausstellungsstücken wurden einige neue Exponate versteckt. Hier stellte sich die Frage, welche wirklich ins Museumsmagazin gehörten und welche hinein geschummelt wurden. Ein Spaß, den viele Gäste mitmachten.

Zu erfahren, wie ein Bild restauriert wird, welche Schritte die Restauratorin bedenken muss, damit es wieder im alten Glanz erstrahlt, vermittelte Uta Lemaitre anhand der kürzlich aufgearbeiteten Kapitänsbilder, die ein Geschenk der Heimatgemeinschaft an das Museum waren. „Ein interessanter Vortrag, wann erfährt man schon mal aus erster Hand, was hinter so einer Restauration steckt?“, sagte Besucher Hans Hinrich Jepsen aus Flensburg:

Nach all den Aktivitäten wurde es festlich – musikalisch umrahmt von Meike Salzmann (Konzert-Akkordeon) und Ulrich Lehna (Klarinette). Zu einem Geburtstag gehören Geschenke und die überbrachte die Abordnung der Borbyer Gilde. Gildeschreiberin Britta Schlegel überreichte dem Museum das Tafelsilber des Königsschießens: „Uns Gillbroder Manfred Luth hett sik, wie vele weten, al dreemal to’n König schoten, toletzt 2013. As denn de Börgermeester em de Schöppkell övergeven hett, hett he Manni frogt: ’Woto brukst du de ganzen Opfülllebel, kanns ja doch blots mit een de Supp opfülln?’“ Für Manfred Luth und Schützenmeister Claus Zander, der ebenso viele Schießpreise in der über 40 Jahre langen Zugehörigkeit zur Schützengruppe errungen hat, der Grund eine Ausstellungsplatte mit dem Tafelsilber für das Museum zu fertigen. „Die Gilden sind ein Stück Stadtgeschichte. Wir freuen uns sehr, damit ein weiteres Exponat zeigen zu können“, sagte Museumsleiter Dr. Uwe Beitz.

Glückwünsche und Grußworte im Namen der Stadt überbrachte Bürgervorsteherin Karin Himstedt, die gleichzeitig an die Anfänge des einstmals von Hans Jessen ehrenamtlich geführten Heimatmuseums erinnerte. Mit dem Kunsthistoriker und Museumspädagogen Uwe Beitz habe es mehr als 180 Sonderausstellungen mit den Schwerpunkten Kunst, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte gegeben, so Himstedt. Die Bürgervorsteherin wies auch auf das Jubiläum von Restaurator und Bestandsverwalter Ralf Schröder hin. Seit 25 Jahren wirkt er zuverlässig im Stillen des Museums und ist, wie er selber scherzhaft von sich sagt, „Mädchen für alles“.

Die Verbundenheit und die gute Zusammenarbeit würdigte ebenfalls Dr. Stefan Deiters, Vorsitzender des Museumsvereins. In seiner Rede stellte Deiters die kritische Frage: „Hat in der heutigen Zeit ein Museum wie dieses noch einen Platz, insbesondere auch für die jüngere Generation?“ Deiters beantworte sie selbst mit einem klaren: „ Ich meine Ja. Ein Museum bietet die Möglichkeit der direkten Begegnung mit Objekten unserer Geschichte und unserer Kultur. Es macht damit Geschichte erlebbarer als jede Wikipedia-Seite und jeder YouTube-Clip.“

Sowohl Uwe Beitz als auch Stefan Deiters dankten allen Gästen für ihr Kommen, allen ehrenamtlichen Helfern für die Gestaltung und Durchführung des Programms. Großer Dank wurde zudem den Sponsoren für die Tombola ausgesprochen.

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