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Heimatmuseum : Geschichte ergründen und weitergeben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die neue Leiterin des Heimatmuseums, Dr. Dorothee Bieske, hat ihre Arbeit aufgenommen. Verankerung des Museums im Bewusstsein der Eckernförder.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2016 | 06:20 Uhr

Wie kann man der Stadt Eckernförde zeigen, was es für eine Perle hat – es ist die Beantwortung dieser Frage, die die neue Leiterin des Eckernförder Heimatmuseums, Dr. Dorothee Bieske, unter anderem in der Zukunft beschäftigen wird. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit stellt das Thema Sonderausstellungen dar, dem sich Dr. Bieske vorrangig widmen möchte. Ein großes Aufgabengebiet wartet auf die 54-Jährige, die vor drei Tagen ihren Dienst als Museumsleiterin angetreten hat. Die in Kiel lebende Kunsthistorikerin, Volkskundlerin und Pädagogin, die ihren persönlichen Schwerpunkt in der Malerei des 19. Jahrhunderts sieht, folgt Dr. Uwe Beitz, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Dr. Dorothee Bieske war 20 Jahre auf dem Flensburger Museumsberg tätig, zuletzt als stellvertretende Leiterin. Die Stelle als verantwortliche Leiterin im Heimatmuseum Eckernförde habe sie gereizt: „Ich wollte mich auch persönlich weiterentwickeln, neue Menschen kennen lernen, neue Erfahrungen sammeln“, sagt die gebürtige Niedersächsin. Obwohl ihre Einarbeitungszeit gerade erst begonnen hat, hat Dr. Bieske bereits viele Ideen im Kopf. So möchte sie die aus ihrer Flensburger Zeit herrührenden Kontakte zu deutschen Gegenwartskünstlern nutzen, um Sonderausstellungen ins Museum zu holen. Den Fokus legt sie dabei auf Künstler aus Schleswig-Holstein, die möglichst einen Bezug zu Eckernförde haben sollten. Ihre erste Sonderausstellung, die sie bereits vor Antritt der Stelle zu organisieren hatte, widmet sie Peter F. Piening. Der Ahrensburger präsentiert nach Abschluss der Friedel Anderson-Sonderausstellung (17. April) begehbare Großobjekte aus Holz und „laubgesägte Bilder“.

Schauen, ausloten, wenn nötig, korrigieren – so beschreibt die neue Leiterin ihre Vorgehensweise. „Ich habe den Staffelstab von Dr. Beitz übernommen und werde nicht alles neu erfinden“, sagt sie. Ihr roter Faden sei das Museumskonzept, das der Museumsverein vor zwei Jahren erarbeitet hat.

Eigene Akzente möchte sie im Bereich der Museumspädagogik setzen – sie möchte Geschichte erlebbar machen. Für die 54-Jährige spielt die Vermittlung der Inhalte eine große Rolle. „Ich möchte die Geschichte hinter den Dingen ergründen und weitergeben, sei es die eines Gemäldes oder eines volksgeschichtlichen Gegenstandes.“ Außer Schulklassen könne sie sich langfristig auch eine stärkere Einbindung der älteren Generation vorstellen, beispielsweise durch Kurse im Museum, wie beispielsweise Kreatives Schreiben. Noch seien das Gedankenspiele, aber sie wolle den Eckernfördern deutlich machen, dass das Museum einen Teil ihrer eigenen geschichtlichen Vergangenheit repräsentiert. Den Besuchern wolle sie vermitteln, dass das Museum zeige, was Eckernförde eigentlich ausmache.

Außenwirkung ist ein wichtiges Stichwort für Dr. Bieske. Diese bedarf ihrer Ansicht nach einer Verbesserung. Dementsprechend will sie demnächst Gespräche mit der Kulturbeauftragten, Andrea Stephan, und dem Geschäftsführer der Eckernförder Touristik und Marketing GmbH, Stefan Borgmann, suchen. Als erstes Vorhaben könne sie sich eine Verbesserung der Ausschilderung vorstellen.

Auf rund 400 Quadratmetern werden im Heimatmuseum sehr viele Exponate gezeigt. Als gelungen bezeichnet Dorothee Bieske die Themenausstellungen, in denen sowohl Möbel, Gemälde, Porzellan oder auch einzelne Bestecke zu sehen sind. Auf diese Weise gewinnt der Besucher einen Eindruck aus der jeweiligen Epoche, und Geschichte wird erfahrbar. Gewisse Strukturen möchte sie aber klarer herausarbeiten. So stellt das Museum die herausragenden Eckernförder Persönlichkeiten Wilhelm Lehmann, Lorenz von Stein, Hans Gudewerdt und Graf von Saint Germain ihrer Ansicht nach vergleichsweise gering dar. „Das Alleinstellungsmerkmal dieser Persönlichkeiten könnte stärker herausgearbeitet werden“, sagt sie, da sich dem Besucher ihre Bedeutung auf diese Weise nur schwer erschließe.

Im Anschluss an die Sonderausstellung mit Werken von Peter F. Piening ist eine Ausstellung von Heiko de Groot von Ende Juli bis September geplant. Parallel zum Naturfilmfestival Green Screen werden Naturfotos, in bewährter Weise ausgewählt von Heinz Teufel, gezeigt. Ab Oktober findet der Kieler Verein der Kunstfreunde „multiple art“ Raum im Museum. In dieser Ausstellung, deren Werke im Vorfeld von einer Jury ausgewählt werden, werden serielle Arbeiten und keine Unikate gezeigt. „Es ist ein niederschwelliges Angebot für die Besucher“, so Dorothee Bieske, auch ein Gemälde könne in Serie entstehen und auf diese Weise erschwinglich werden.

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