zur Navigation springen

Feuerwehr-Großübung in Gettorf : Gerüstet für die Katastrophe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fiktiver Flugzeugabsturz über der Isarnwohld-Schule in Gettorf: 250 Einsatzkräfte der Feuerwehr üben für den Ernstfall.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 05:43 Uhr

Gettorf | Ein Flugzeug bekommt auf dem Weg nach Kiel Holtenau technische Probleme und stürzt über Gettorf im Bereich der Isarnwohld-Schule ab. Durch die Explosion sind Teile des Schulgebäudes und des Bildungszentrums eingestürzt. Etwa 30 Kinder und Betreuer halten sich dort auf und werden verletzt. Einige Personen sind vermisst, die Ausmaße der Katastrophe sind nicht ersichtlich.

Es ist kein einfaches Szenario, das sich Kay-Uwe Greggersen für die Übung der 4. und 5. Allgemeinen Feuerwehrbereitschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Sonnabend ausgedacht hat. Rund 250 Einsatzkräfte sind an der zweiten Katastrophen-Großübung dieser Art beteiligt. „Die Teilnehmer wissen, dass etwas passiert. Die Lage erkennen sie jedoch erst vor Ort“, erläutert Kreisbereitschaftsführer Lothar Jöns.

Neben den Feuerwehrbereitschaften des Kreises sind auch die Feuerwehr Gettorf, das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk als Berater mit eingebunden. „Wenn ein Gebäudeteil einsturzgefährdet ist, ist es wichtig, einen Fachberater vor Ort zu haben, der weiß, welches Gerät angefordert werden muss“, beschreibt Kay-Uwe Greggersen, stellvertretender Bereitschaftsführer der 4. Bereitschaft, die notwendige Zusammenarbeit.

Als die Einsatzkräfte die inszenierte Unglücksstelle erreichen, erfolgt zunächst eine Einweisung durch Lothar Jöns. „Der Bereitschaftsführer gibt Anweisungen, welche Aufgaben anliegen und entscheidet, welcher Zug welche Aufgabe bekommt“, erklärt Pressewart Jürgen Beyer. Bei Betreten des Schulgeländes erwartet die Kameraden beißender Rauch. Lautes Geheul von Sirenen und das Brummen der kaputten Maschinen mischen sich in Schreie verletzter Personen.

Neben der per Lautsprecher erzeugten Geräuschkulisse machen auch reale Unfallopfer – dargestellt von Angehörigen der Jugendfeuerwehren – schnell auf sich aufmerksam. Während einige Trupps mit der Brandbekämpfung beginnen, leiten weitere Kameraden die Rettung und Bergung der Verletzten ein und machen sich unter Atemschutz auf die Suche nach vermissten Personen. So werden wenig später verletzte Kameraden versorgt und verletzte Kinder an den Rettungsdienst übergeben. „Bei einer Großschadenslage wird zunächst eine Verletztensammelstelle eingerichtet“, erläutert Jürgen Beyer das weitere Vorgehen. „Als erstes sichten der Leitende Notarzt und die Rettungssanitäter die Personen“, kennt Matthias Hoffmann, Bereitschafsleiter des DRK, die Abläufe genau. Anschließend werde der Patient je nach Schwere der Verletzung kategorisiert. „Die technische Einsatzleitung und der Notarzt entscheiden dann, wohin und in welcher Reihenfolge die Patienten abtransportiert werden“, so Hoffmann weiter.

Die Kommunikation im Einsatz zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst ist laut Kreisfeuerwehrverband neben der Strukturierung des Einsatzes, der Brandbekämpfung sowie der Krisenintervention und der Versorgung der Betroffenen ein Hauptschwerpunkt der Bereitschaftsübung.

Neben Bürgermeister Jürgen Baasch verfolgt auch Matthias Meins, Amtsdirektor im Dänischen Wohld, die Übung. „So wie wir das gesehen haben, haben die Feuerwehren das hochprofessionell und mit hoher Einsatzbereitschaft gelöst“, zeigt sich Meins beeindruckt von dem realistisch aufgebauten Szenario. Er richtet den Blick auch auf den Ernstfall, bei dem das Amt begleitende Maßnahmen für die umliegenden Anwohner durchführen müsste. „Bei einem Wechsel der Windrichtung hätten wir evakuieren müssen.“

Zufrieden mit der Großübung zeigt sich auch Organisator Kay-Uwe Greggersen: „Die Zusammenarbeit war so, wie ich mir das vorgestellt habe“. „Das haben wir in Gettorf ganz gut hinbekommen“, zog auch Pressesprecher Jürgen Beyer ein positives Fazit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen