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Gerda Kaschke: Ein halbes Leben für die Sauberkeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

80-Jährige arbeitet seit 38 Jahren als Reinigungskraft / Heute Geburtstag / In drei Wochen 60. Hochzeitstag

Eigentlich wollte sie als dienstälteste Putzfrau ins Guinnesbuch der Rekorde kommen, doch mittlerweile steckt sich Gerda Kaschke kleinere Ziele: 38 Jahre arbeitet sie nun als Reinigungskraft im südlich gelegenen Ärztehaus am Bahnhof. „Die 40 Jahre will ich jetzt noch vollbekommen“, sagt sie. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag.

Als Reinigungskraft angefangen hat Gerda Kaschke 1977, als das Ärztehaus fertiggestellt wurde. 20 Jahre lang wohnte die Familie Kaschke im Haus gegenüber in der Reeperbahn 12. Eigentlich habe sie nur ein Jahr dort arbeiten wollen, „um mir das Taschengeld aufzubessern“. Doch einmal angefangen, habe sie nicht mehr aufhören wollen.

Das Verhältnis zwischen ihr und den Ärzten sei immer gut gewesen, erzählt die gebürtige Eckernförderin. Vor allem zu der Zahnarztpraxis von Wolfram Splittgerber. Sie war „Gerdas Praxis“, sagt Wolfram Splittgerber. Hier hat sie bekommen, was sie für die Arbeit brauchte – und für ihre gute Stimmung: Gemeinsam haben sie viele Feste gefeiert. „Mit schlechter Laune kennt man sie nicht“, sagt Wolfram Splittgerber, der von 1977 bis 2007 die Praxis geführt hat.

„Was immer gut getan hat bei dem Ehepaar Kaschke, war seine Zuverlässigkeit“, sagt Heinz Lorenzen, Verwalter der Wohnungseigentumsgemeinschaft (WEG), die das Gebäude seit 28 Jahren betreut. Gerda Kaschke ist bei der Gemeinschaft angestellt.

Seit 32 Jahren wohnt das Ehepaar nun schon im Kattsund – der Eckernförder Innenstadt ist Gerda Kaschke immer treu geblieben. Im Kattsund ist sie auch geboren. Heute wird sie 80 Jahre alt. „Wo sind die ganzen Jahre geblieben?“, fragt sie sich. „Ich kann es gar nicht begreifen, dass ich schon 80 werde.“ So alt fühle sie sich noch gar nicht.

In drei Wochen, am 28. Mai, folgt das nächste große Fest: Dann feiert das Ehepaar Kaschke Diamanthochzeit – 60 Jahre Eheleben. Kennengelernt haben sich die Kaschkes über Gerdas Brüder, die Klaus Kaschke aus dem Boxverein in Loose kannten. Eine erste Begegnung war in der Küche ihres Elternhauses. Anschließend hat er zu seiner Mutter gesagt: „Ich habe eine Frau kennengelernt, die ich heiraten werde.“ Ab und zu habe es auch mal gekracht. „Aber das hält die Liebe frisch“, sagt Gerda Kaschke. Gemeinsam hat das Ehepaar einen Sohn, Klaus Kaschke, der Leiter des hiesigen Ordnungsamtes ist, und zwei Enkelkinder.

Ihr Mann Klaus stammt aus Pommern (Stettin). Von Pommern kam er zunächst nach Altenhof und lernte Maschinenbauer in der Siegfried-Werft. Anschließend war er Zeitsoldat bei der Bundeswehr in Schleswig und Plön. Dort hätten sie hinziehen sollen, das habe seine Frau aber nicht gewollt, erzählt Klaus Kaschke. Nach vier Jahren beim Bund hat er bei der WTD, damals Erprobungsstelle, als Zivilkraftfahrer angefangen. 34 Jahre lange hat er dort gearbeitet. Nachdem er 1994 in Pension ging, hat er seine Frau im Ärztehaus unterstützt und übernahm die Hausmeisterdienste. Anfang des Jahres hat er nun aufgehört. „Ich habe sozusagen bei meiner Frau gekündigt.“

Die 60 Ehejahre sollen gemeinsam mit Familie, Freunden und Wegbegleitern im EMTV-Heim gefeiert werden. Was haben sie sich für die kommenden Ehejahre vorgenommen? „Gesundheit und Liebe“, antworten sie fast unisono.

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erstellt am 29.Apr.2015 | 06:52 Uhr

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