Strandranger im Ehrenamt : Gerd Callsens Einsatz an der Hundefront

Strandranger Gerd Callsen im Gespräch mit der Eckernförder Hundehalterin Kirsten Michelsen (mit Australian Shepherd Jonny). Die Eckernförderin findet den freiwilligen Einsatz des ausgebildeten Tierpflegers „fabelhaft“.
Strandranger Gerd Callsen im Gespräch mit der Eckernförder Hundehalterin Kirsten Michelsen (mit Australian Shepherd Jonny). Die Eckernförderin findet den freiwilligen Einsatz des ausgebildeten Tierpflegers „fabelhaft“.

Gelernter Tierpfleger aus Eckernförde engagiert sich ehrenamtlich als Strandbeauftragter. Hundehalter und Fahrradfahrer werden von ihm freundlich auf die Regeln hingewiesen. Callsen zieht positive Zwischenbilanz.

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27. Mai 2015, 06:21 Uhr

Eckernförde | Man nennt ihn „Strandranger“ oder „Strandsheriff“. Sein Revier sind der vier Kilometer lange Eckernförder Strand und die Promenade. Seit einigen Wochen sorgt Strandbeauftragter Gerd Callsen nun schon für Sauberkeit und Ordnung im Ostseebad. Seine Bilanz: „Es läuft gut an.“

Hundebesitzer und Fahrradfahrer standen in den vergangenen Wochen im Fokus von Gerd Callsen. Durchsetzungsbefugnisse hat der ehrenamtliche Strandbeauftragte zwar nicht, aber ausgerüstet mit Infobroschüren der Touristik informiert Gerd Callsen Einheimische wie Urlauber höflich über die Beseitigungspflicht von Hundekot, den Leinenzwang auf der Promenade, das Strandverbot für Hunde und den jüngst um 100 Meter erweiterten Hundestrand des Ostseebads. Seine Arbeitszeiten wählt der ausgebildete Tierpfleger selbst: „Ich gehe meine Strecke zeitversetzt ab, mal morgens um 7 Uhr, mal abends zwischen 20 und 22 Uhr. Mitunter bin ich auch mal zwölf Stunden am Tag unterwegs.“ Er liebe den Kontakt mit den Menschen, sagt Callsen. Anfeindungen habe er bisher nicht erlebt. Im Gegenteil, viele Menschen, die der Strandranger auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht, zeigten sich einsichtig. Insbesondere von den Eckernfördern erhalte er eine durchweg positive Resonanz: „Immer mehr Einheimische kommen auf mich zu und sagen mir, wie super sie finden, was ich tue, weil die Hunde an der Promenade plötzlich alle angeleint sind“, sagt Gerd Callsen.

Auch Hundebesitzerin Kirsten Michelsen findet den ehrenamtlichen Einsatz des Eckernförders „fabelhaft. Das hat uns gefehlt. Es wird immer uns Einheimischen zur Last gelegt, wenn Hundehaufen nicht beseitigt wurden. Dabei sind es häufig die Fischmarktbesucher und Urlauber, die sich nicht an die Regeln halten“, sagt die Eckernförderin. Sie selbst habe schon mehrfach versucht, Hundebesitzern ins Gewissen zu reden, die ihre Tiere außerhalb des Hundestrandes frei laufen ließen, und nicht selten skurrile Antworten bekommen. „Einer fragte, woher sein Hund das wissen sollte, wo er doch nicht lesen kann“, erzählt Kirsten Michelsen. Umso größer sei ihre Hochachtung darum vor der Arbeit Gerd Callsens. „Es ist eine Herausforderung, sich Hundebesitzern oder Fahrradfahren entgegenzustellen. Es wäre schön, wenn Herr Callsen dafür auch entlohnt würde“, sagt Kirsten Michelsen.

Auch der Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, weiß um die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements Callsens. „Es ist hervorragend. Man kann an der Promenade und am Strand schon sehen, dass sich etwas getan hat.“ So sei auch die Zahl der bei der Touristik eingehenden Beschwerden angesichts rücksichtsloser Hundeführer oder Fahrradfahrer rückläufig. Über eine Honorierung sei aber bisher nicht gesprochen worden, räumt Borgmann ein. Wenn es ums Geld gehe, müsse man abwägen, ob die Mittel dafür zur Verfügung stehen. „Das liegt aber nicht an Herrn Callsen, sondern an der allgemeinen Situation.“ Am Ende der Saison werde man sehen, ob sich der Einsatz des Strandbeauftragen bewährt oder nicht, so Borgmann.

Ursprünglich wollte Gerd Callsen sein Amt als Strandranger nach drei Monaten am 1. Juni niederlegen. Diese Frist hat er nun bis zum 6. September verlängert, um auch während der Sommermonate im Bereich des Strandes und der Promenade für Ordnung sorgen zu können. „Die Einheimischen haben es schon begriffen. Jetzt sind die Touristen dran“, lacht der Strandranger.

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