zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 02:52 Uhr

ausstellung : Gerald Eckert museal

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Eckernförder Museum zeigt eine Ausstellung mit Werken des Komponisten und Künstlers Gerald Eckert. Bis zum 16. März können Besucher die Tusche-Zeichnungen noch bestaunen.

von
erstellt am 03.Feb.2014 | 17:58 Uhr

Gerald Eckert, pardon, Prof. Eckert, ist kein Unbekannter mehr. Weder in Eckernförde und schon gar nicht in der restlichen Welt. Seine Profession ist die neue Musik und diese hat seinen (glänzenden) Ruf so nachhaltig verbreitet. Aber eine weitere Leidenschaft gilt der Tusche-Zeichnung. Bereits die dritte Ausstellung (nach 2006 und 2007) im Eckernförder Museum widmet sich seinem Werk auf Papier. Die Eröffnung wurde musikalisch begleitet mit einem Eckertschen Werk: „Nen 7“ für Flöten (Beatrix Wagner), Cello (Gerald Eckert) und einem namenlosen Tonband.

Die Laudatio am Sonnabend hielt Dirk Homrighausen. Doch wer kritisch hinterfragte, was ein Pastor zu einem zeichnerischen Werk denn sagen könne, wurde schnell belehrt: Wortgewaltig, in einer literarisch anmutenden, geschliffenen Rede entwickelte der Laudator einen nachvollziehbaren Zugang zu des Künstlers Werk. Er wusste, dass Eckert nicht mit Pinseln arbeitet, sondern mit selbstgebauten Holzstäbchen, dass „Meister Eckert“ nicht reduziert, sondern das Komplexe sucht. Und augenscheinlich: „Auf den ersten Blick sehen alle Bilder gleich aus, aber wenn aus dem Sehen Schauen wird, kann sich des Künstlers Werk dem Betrachtenden erschließen.“

Während die Laudatio schon ein Kunstwerk für sich war, spielten doch die Bilder im Ausstellungsraum die Hauptrolle. Neben drei Zyklen Zeichnungen und zwei Videos wird in den Vitrinen auch das musikalische Schriftbild, die Noten, gewürdigt.

Die Zeichnungen beeindrucken auf den ersten Blick mit dem Mut zur Fläche. Nicht große „laute“ Motive dominieren das Bild, sondern kleine, fast unscheinbare Tuschwerke beherrschen den Raum des Blattes. Leise, aber durchsetzungsfähig. Die Analogie der Werke des Künstlers zur Musik drängt sich zwangsweise auf. Eckert selber spricht in dem zur Ausstellung erschienenen Museumsblatt, von „den Rändern der Klänge“ und von „den Rändern der Stille“. Wer die Musik von Gerald Eckert kennt, findet die selben Imaginationen in seinen beiden Professionen. Wenn im Konzert der Klang der Töne die Hörgrenze unterschreitet und in dem Intensiv-Hörenden weiter schreitet, ihn jenseits allen Materiellens, zum musikalisch Gestaltenden erhebt, dass ist der Punkt, in denen die Tuschzeichnungen ihren Ort finden.

Gerald Eckert ist auch studierter Physiker und Mathematiker. Dies ist sein Ausgangspunkt. Und er vermag in seinen Künsten die Naturwissenschaften in zeitgemässer Weise zu ihren Ausgangspunkt zu bringen – zur Transzendenz. Oder wie Homrighausen in seiner Einführung sagte, „vom Sehen zum Schauen“ zu gelangen.

Die Ausstellung „Gerald Eckert – Nahtstelle über dem Nichts“, ist noch bis zum 16. März im Museum Eckernförde zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Das nächste Konzert mit Werken von Gerald Eckert ist am Freitag, 14. Februar, um 20 Uhr in der St. Nicolai-Kirche unter dem Titel „Hommage an die Besessenheit I“ zu hören.






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen