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Brodersby reicht’s : Genug Windkraft: Brodersby sagt Nein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinde fürchtet um ihr Landschaftsbild und lehnt nach umfangreicher Abwägung die Errichtung weiterer Anlagen ab

von
erstellt am 17.Dez.2015 | 15:58 Uhr

Keine weiteren Windkraftanlagen in Brodersby, das ist der Tenor einer umfangreichen Abwägung, die nun Bestandteil einer Stellungnahme der Gemeinde an die Kieler Staatskanzlei ist. Einstimmig votierte die Gemeindevertretung unter Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters Dieter Olma (demIni) Mittwochabend für die Ausarbeitung, in der mit den Erfahrungen der Gemeinde mit Windkraft begründet wird, warum sie keine weiteren Anlagen vertragen könne. Man investiere viel Geld in den Tourismus und wolle die Landschaft so erhalten, wie sie sei, so Olma. Grundsätzlich sei die Gemeinde nicht gegen regenerative Energiegewinnung, aber man leiste schon mehr als genug. So weist der Ort nicht nur drei Windkraftanlagen, die ersten in Schleswig-Holstein als Kleingruppe errichteten, auf, sondern auch noch eine Freiflächenphotovoltaikanlage sowie Biogasanlagen. Ob die Stellungnahme, erarbeitet von Michael Mikulsky (demIni), Jürgen Thietje (CDU) und Peter Kühlcke (SPD), etwas bewirke wisse man nicht. Rechtswirksamkeit habe sie nicht, aber die Gemeinde habe damit begründet ihre Position mitgeteilt.

Voraussichtlich die gesamte Rücklage der Gemeinde Brodersby wird in der Haushaltssatzung für 2016 aufgebraucht. Einstimmig votierte die Gemeindevertretung für das Zahlenwerk. Für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Schönhagen hat die Gemeinde rund 500  000 Euro im Vermögenshaushalt eingestellt. Es sei ein Risiko, und es gebe auch Bedenken, das dies zu teuer sei, so Olma, der in Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Christian Schlömer (CDU) die Sitzung leitete. Ängste aber, dass die Gemeinde die Realsteuern für die Bürger deshalb anheben müsse, seien unbegründet. Mit dem Neubau, der in 2016 erfolgen soll, werde ein zukunftsfähiges Gerätehaus geschaffen, das einerseits mehr Platz zum Üben biete aber auch so viel Reserve habe, um Platz für ein größeres Feuerwehrfahrzeug zu haben, so Olma. Da vermutlich nicht die gesamte Bausumme in 2016 gezahlt werden müsse, sei damit zurechnen, dass nicht die vollen 500  000 Euro den Haushalt 2016 belasten. Der Haushalt weist ein Defizit von rund 50  000 Euro auf, das durch eine Umbuchung aus der rund 380  000 Euro Rücklage der gemeindeeigenen Kurbetriebe Schönhagen ausgeglichen wird. Der Haushalt hat in Ein- und Ausgaben im Verwaltungshaushalt ein Volumen von 1,342 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt von 660  000 Euro.

Weitere Beschlüsse in Kürze:
>Die Gemeinde verzichtet auf Fördermittel des Kreises, um den Drasberger Weg auszubauen. Die Haushaltslage gebe dies nicht her, zumal die 55-Prozentige Förderung der ausbaufähigen Nettokosten nur den Gemeindeanteil reduzieren würde. Die Anlieger müssten nach Aufstellung einer Straßenausbaubeitragssatzung an den Kosten beteiligt werden, erläuterte Olma.
> Der Jahresabschluss 2014 der Kurbetriebe Schönhagen schließt mit einem Defizit von rund 23  000 Euro. Würde man die Kurtaxenbeiträge der Brodersbyer Bürger hinzuzählen, die von der Kurtaxe befreit sind, so wäre man nahe bei Null Defizit, so Olma, der die Entwicklung lobte. In 2015 werde zusätzlich die Auswirkung der dann ganzjährig erhobenen Kurabgabe im Haushalt spürbar sein.
> Die Nachtragssatzung zur Erhebung einer Zweitwohnungssteuer wurde beschlossen. Sie sorgt für ein Einnahmeplus von rund 22  000 Euro.
> Abgelehnt wurde ein Zuschussantrag der Angelner Dampfeisenbahn zum Schwellenwechsel. 

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