Bürgermeister Jörg Sibbel : Generationengerechtes Wirtschaften ist oberstes Gebot

In seiner Rede beim 40. Neujahrsempfang der Eckernförder Bank ging Bürgermeister Jörg Sibbel auf die aktuelle Stadtentwicklung ein. An der Haushaltskonsolidierung soll festgehalten werden. Sibbel bedauert die Haltung der Bahn beim Bahnhofsverkauf.

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14. Januar 2015, 06:33 Uhr

Eckernförde | Nicht nur eine Bank muss verantwortungsvoll mit dem Geld ihrer Kunden umgehen, auch eine Stadt muss die ihr anvertrauten Steuergelder zum Wohle aller Bürger verwenden und dafür auch Rechenschaft ablegen. Bürgermeister Jörg Sibbel sprach beim 40. Neujahrsempfang der Eckernförder Bank gestern Abend in der Hauptgeschäftsstelle nicht nur ein Grußwort, sondern erläuterte die Stadtentwicklung beispielhaft an einigen markanten Entscheidungen und Ereignissen.

Dabei ging es auch um die „solide schwarze Null“, die Eckernförde im 38 Millionen Euro schweren Haushalt 2015 erreichen werde. „Im Gegensatz zum Bundeshaushalt gelingt ein ausgeglichener Haushalt in Eckernförde jedoch regelmäßig“, fügte Sibbel hinzu. In Eckernförde werde „generationengerecht“ gewirtschaftet, ohne künftige Generationen zu belasten. Die Verschuldung in der steuerschwachen Stadt Eckernförde sinkt von 8,8 auf 8,3 Millionen Euro Ende 2015, um sich dann allerdings wegen diverser Großinvestionen in Höhe von 9,1 Millionen Euro bis 2018 zu verdoppeln. „Daher darf Eckernförde den Weg der Haushaltskonsolidierung nicht verlassen“, sagte der Bürgermeister. Auch wenn die Pro-Kopf-Verschuldung von 394 Euro zum Jahresende vergleichsweise niedrig und im Vergleich zur Kreisstadt Rendsburg geradezu traumhaft niedrig sei – Rendsburg hat fast fünfmal so hohe Schulden wie Eckernförde. „Und dies, obwohl Eckernförde deutlich geringere Hebesätze bei der Grund- und Gewerbesteuer und insgesamt wesentlich geringere Einnahmen erzielt“, so Sibbel. Das Ostseebad nehme im Vergleich zu den anderen 15 Mittelstädten im Land bei der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer den 2. und 3. Platz ein.

Eine große Herausforderung sei der demografische Wandel. „Wir werden weniger, und wir werden älter“, brachte der Bürgermeister die Zunahme der über 60-Jährigen und den Verlust der unter 20-Jährigen auf den Punkt. Die Auswirkungen würden in allen Lebensbereichen von der Kita über die Betriebe und Wohnungswirtschaft bis zur Betreuungseinrichtung für Senioren spürbar werden. Eckernförde habe mit dem Wohnraumversorgungskonzept und dem Schulentwicklungsplan darauf reagiert. Als „sichtbarste Konsequenz“ der rückläufigen Schülerzahlen nannte Sibbel die Schließung der Willers-Jessen-Schule“. Dort wurde gerade ein neues Nutzungskonzept mit einem Dreiklang aus Kita, Tourismuszentrale und Kulturräumen von der Ratsversammlung verabschiedet. Auch die Stadthalle werde durch Umbau und Sanierung für die Zukunft fit gemacht. Für die wirtschaftliche Entwicklung sei das neue Gewerbegebiet Grasholz wichtig. Die ersten Grundstücke seien verkauft, weitere stünden kurz vor dem Vertragsabschluss. Sibbel bedauerte abschließend die Verzögerung durch die Deutsche Bahn beim geplanten Ankauf des Bahnhofgebäudes, auf dessen Grundstück ein neues Kino-Center mit Einzelhandelsflächen geplant ist.

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