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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 21:29 Uhr

Allzeit bereit : Gemeinschaft erleben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pastor Frank Boysen übernimmt Pfadfinder in Osdorf / Gründungsgottesdienst am Sonntag

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 06:30 Uhr

Da ist Stimmung in der Bude: Pastor Frank Boysen greift beherzt in die Saiten seiner Gitarre, und 20 junge Pfadfinder klatschen und singen lautstark mit. Es ist Mittwoch, und in den Gemeinderäumen der Vater-Unser-Kirche trifft sich die evangelische Pfadfinderschaft Osdorf. Seit gut einem Jahr gibt es die Gruppe nun, die mit Vikar Florian Niemöller startete, der im Zusammenhang mit seiner Ausbildung in der Kirchengemeinde Osdorf-Felm-Lindhöft auch ein Projekt vorweisen musste. Aus dem Projekt wurde mehr, und die Suche nach einem Nachfolger für Niemöller begann. Die beliebte Gruppe war bereits auf sechs Kinder geschrumpft, als Rettung aus der Nachbargemeinde winkte. Nun kümmert sich Pastor Frank Boysen aus Gettorf um die jungen Pfadfinder.

„So eine Gruppe darf nicht sterben, das hätte mir leid getan, da musste ich helfen“, erklärt er. Immerhin liege ihm die Pfadfinderschaft schon lange am Herzen. Zehn Jahre war er Beauftragter für Pfadfinderarbeit in der Nordelbischen Kirche und hat unter anderem Zeltlager mit mehr als 1000 Pfadfindern organisiert. „Ich erfülle mir hiermit selbst einen Wunsch: Nicht mehr am großen Rad drehen, sondern hier in der Gruppe mit den Kindern sitzen“, sagt Boysen. Er selbst sei erst als Erwachsener zu den Pfadfindern gekommen, ebenso wie Niemöller. „Da haben die es hier besser“, sagt der Pastor. Yella und Marie sind mit sieben Jahren die Jüngsten, die älteren sind schon zwölf. Aus Osdorf, Stubbendorf, Krusendorf, aber auch aus Gettorf und Altenholz kommen die jungen Pfadfinder, spielen gemeinsam, haben schon wichtige Knoten gelernt und eine Messerprüfung abgelegt. Auch wird viel gesungen: Mal von den Taten Wilhelm von Oraniens, mal von der Güte Gottes. „Wir singen zwei Sorten von Liedern“, fasst Hanna-Lisette (9) zusammen. „Die, die wir zu Hause singen dürfen und die, die wir unter keinen Umständen zu Hause singen dürfen“, erklärt sie und die Gruppe lacht. Manchmal gehe es auch etwas derber zu, erläutert Boysen schmunzelnd. Das gehöre dazu, genauso wie die Vorfreude und die Spannungskurve, die sich aufbaut, wenn es um Aktionen wie ein Sommercamp oder den bevorstehenden Gottesdienst am Sonntag gehe. Warum ist das ein besonderer Gottesdienst? „Das ist der offizielle Gründungsgottesdienst – da bekommen wir unsere Tücher verliehen“, ruft Jan Philipp (10). Deshalb wird im Moment auch fleißig das Pfadfinderversprechen und das Pfadfindergesetz gelernt. Dass Pfadfinder ritterlich, höflich und genügsam sind und sich in die Gemeinschaft einordnen können, all das steht in den zehn Regeln – und natürlich, dass die Pfadfinder ihr Leben nach Jesus Christus richten.

„Gemeinschaft erleben“ – so bringt Boysen die Pfadfinderschaft auf den Punkt. Die Kinder lernen, miteinander umzugehen, aufeinander angewiesen zu sein und Verantwortung zu übernehmen. „Wenn sie das können, fühlen sie sich ernst genommen. Das macht sie stolz, das macht sie stark“, so der Leiter der Gruppe. Dabei nehme er bewusst und unmittelbar den Kampf gegen die zahlreichen Bildschirm-Versuchungen auf. „Am Ende der Gruppenstunde gibt es immer noch eine biblische Geschichte“, sagt Insa-Marie (10). Auseinander gehen sie nach einem Abschlusslied, dem Vater-Unser und dem Pfadfindergruß „Allzeit bereit“.

Wer die evangelische Pfadfinderschaft Osdorf kennen lernen möchte, kann das im Gottesdienst am Sonntag, 10 Uhr, in der Vater-Unser-Kirche. Wer Lust bekommen hat mitzumachen, wendet sich an Frank Boysen unter Tel. 04346/93 88 30.

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