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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 20:58 Uhr

Gemeinsames Ziel, aber getrennte Wege

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bruch an der Spitze der Anwohnerinitiative Berliner Straße

Wegen „gravierender Auffassungsunterschiede“ über die Art und Weise, das Problem „Verkehrslärm in der Berliner Straße“ mit Politik und Verwaltung zu kommunizieren und es in der Öffentlichkeit darzustellen, hat Bärbel Dreyer die Zusammenarbeit mit Lutz Rittmeier von der Anwohnerinitiative gegen den Verkehrslärm in der Berliner Straße (siehe EZ v. 17. August) beendet. Ihre Kommunikation mit den Vertretern der Ratsversammlung sei für sie hingegen zufriedenstellend gewesen. „Wir sind auf breites Verständnis gestoßen und haben die Zusage der Ratsfraktionen und einzelner Ratsmitglieder, Lösungen erarbeiten zu wollen.“ Das Thema Verkehrsbelastung Berliner Straße wird in der nächsten Umweltausschusssitzung am 11. September behandelt.

„Eckernförde hat“, so Dreyer, „nicht nur entlang der zwei Bundesstraßen, die mitten durch die Stadt führen, ein großes Lärmproblem.“ Bei entsprechender Windrichtung werde sogar der Kurstrand beschallt; und der Südstrand ja ohnehin ständig. Das störe inzwischen auch die Urlaubsgäste der Stadt. Sie hoffe deshalb auch im Interesse des Tourismus, dass schnell erste Entlastungsmaßnahmen durchgeführt werden könnten. Mittel- und Langfristig müssten allerdings Lösungen erarbeitet werden, die den Durchgangsverkehr ganz aus Eckernförde heraushielten. Um eine Entlastung für die Anwohner der Berliner Straße zu erreichen, werde es nach Dreyers Einschätzung jedoch noch einiger Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit bedürfen.

Die Verkehrs- und Lärmbelastung sei schon vor der Sperrung der Rader Hochbrücke für Lkw und Busse viel zu hoch gewesen. Das belege auch die Lärmkartierung 2012 des Landes Schleswig-Holstein. Den Anwohnern der Berliner Straße gehe es mit ihren Anträgen um eine dauerhafte Entlastung. Die Zusatzbelastungen durch die Teilsperrung der Rader Hochbrücke seien zwar enorm. Aber selbst den Anwohnern der dadurch extrem belasteten Straßen sei klar, dass ein Teil des Verkehrs über Eckernförde umgeleitet werden müsse. Sie hätten allerdings die Erwartung, dass die Stadt bei den verantwortlichen Stellen eine Einhaltung der empfohlenen Ausweichstrecken einfordere.

In der Berliner Straße als Teil der Bundesstraße 76 könnten Dreyers Meinung nach sehr wohl Nutzungsbeschränkungen ausgesprochen werden wie zum Beispiel Höchstgeschwindigkeit 30 Stundenkilometer oder Höchstgewicht 7,5 oder 12 Tonnen. Wenn man es mit dem Lärmschutz ernst meine, solle man es zumindest versuchen, diese Beschränkungen durchzusetzen, die zu Lärmreduzierungen führten.

Dem Argument, die Bundesstraße sei zuerst da gewesen, die Anwohner seien erst später dorthin gezogen, dann können sie doch wieder wegziehen oder ihr Haus verkaufen, kann Dreyer nicht folgen: „Die Berliner Straße zwischen Lornsenplatz und Seegarten ist eine Straße mit überwiegender Wohnbebauung. Die meisten Wohnhäuser wurden zwischen 1900 und 1930 errichtet. Viele Anwohner leben dort schon seit Jahrzehnten. Sie können sehr gut beurteilen, wie sich das Verkehrsaufkommen in diesem Zeitraum verändert hat.“ Der Individualverkehr habe sich auch durch die Grenzöffnung gen Osten vervielfacht, zudem hätten sich der Schwerlastverkehr und auch der Ernte- und Biogasverkehr enorm vermehrt. „Man kann also auch nicht sagen, die Anwohner hätten es gewusst oder ahnen müssen und sollten doch ihr Haus verkaufen und wegziehen. So eindimensional ist das Problem leider nicht.“

Von den Vertretern der Stadt Eckernförde wünscht sich Bärbel Dreyer einen sachlichen und offenen Dialog auf Augenhöhe mit den Anwohnern der Berliner Straße.

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von
erstellt am 24.Aug.2013 | 00:35 Uhr

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