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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 23:54 Uhr

Gedenken : Gemeinsame Zukunft unterm EU-Dach

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es war die erste Schlacht im zweiten Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Aus Anlass des 150. Jahrestags der Schlacht bei Missunde am 2. Februar 1864 wird am Wochenende zu einer Deutsch-Dänischen Gedenkveranstaltung eingeladen.

von
erstellt am 28.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Kosel | Als am 2. Februar 1864 die Granaten in Missunde einschlugen, fand die erste Schlacht im Zweiten Schleswig-Holsteinischen Krieg statt. Begonnen hatte er am 1. Februar und endete am 30. Oktober des selben Jahres mit einem Friedensvertrag. In Kürze jährt sich das Datum zum 150. Mal und wird als Anlass zur Versöhnung von Deutschen und Dänen mit einer Gedenkveranstaltung am Sonntag, 2. Februar, 15 Uhr, in Missunde gewürdigt. Schätzungen zufolge kamen bei der Schlacht rund 60 Soldaten um, weitere über 300 wurden verletzt.

„Wir wollen die Veranstaltung zum Anlass nehmen, an den überwundenen Zwist der benachbarten Völker zu erinnern und gleichzeitig zur Brüderlichkeit zu mahnen“, sagt Heinz Zimmermann-Stock, der mit Kosels Bürgermeister Hartmut Keinberger seit gut drei Jahren die Veranstaltung vorbereitet. Man wolle die gute Nachbarschaft von Deutschen und Dänen betonen und daran erinnern, dass Grenzen unter einem gemeinsamen europäischen Dach verschwimmen und unwichtig werden, so Zimmermann-Stock weiter. Zahlreiche Gäste werden zu der öffentlichen Veranstaltung erwartet. Das Original Schlei-Blasorchester unter Leitung von Andreas Ehmer wird die Gedenkstunde musikalisch mit dem Spielen verschiedener Hymnen begleiten.

Die Schlacht in Missunde, am schmalsten Übergang über die Schlei, stand am Anfang des zweiten Krieges zwischen Dänemark und Preußen/Österreich um die Loslösung der Herzogtümer Schleswig und Holstein von Dänemark. Der Waffengang fand vor dem Hintergrund nationalistischer Bestrebungen in ganz Europa statt. Am Morgen des 2. Februar 1864 zog der preußische Prinz Friedrich Karl mit einem Armeekorps mit rund 10 000 Soldaten auf die dänischen Stellungen bei Kochendorf zu. Als sie ankamen, waren die Dänen nicht mehr da. Die Preußen rückten Richtung Missunde weiter. Gegen 10 Uhr erreichte eine Vorhut Missunde, wo sie schnell mit dänischen Verteidigern in einen Kampf verwickelt wurden. Die Preußen konnten die äußeren Stellungen besetzten, in die die nachrückenden Truppen samt 64 Feldkanonen einzogen. Oberhalb des Ortseingangs von Missunde (etwa im Bereich der heutigen Gedenkstätte) befanden sich zwei starke dänische Schanzen (Abwehranlagen mit Geschützen). Schätzungsweise 2200 Mann waren auf der Halbinsel Missunde stationiert. Um die Mittagszeit setzte ein heftiger gegenseitiger Beschuss ein. Da dichter Nebel über dem Schlachtfeld lag, konnten die Kanoniere die feindlichen Anlagen schwer ausmachen. In folge dessen gingen Geschosse zu weit und setzten viele Gebäude in Missunde in Brand. Am Nachmittag wagten die Preußen einen Sturmangriff, der jedoch scheiterte. Nach rund acht Stunden Gefecht befahl Karl Friedrich den Rückzug. Die Truppen zogen Richtung Norden weiter. Tage später überquerten sie bei Kappeln die Schlei.

„Von den alten Anlagen und Schanzen ist nichts mehr in der Landschaft zu sehen“, berichtet Zimmermann-Stock. Im Bereich der alten nördlichen Schanze wurde später eine Gedenkstätte errichtet. Dabei wurde ein dort befindliches Steinzeitgrab genutzt. Auf dessen Steinen wurde eine gusseiserne Platte angebracht. Sie war 1964 zum 100-jährigen Gedenken der Schlacht auf einem neuen Platz mit einem Gedenkstein installiert worden.

Im letzten Dezember hatten die Koseler Gemeindearbeiter mit Bürgermeister Keinberger und Bürgern aus Missunde das Ehrenmal aufgeräumt und freigelegt. Als letztes ergänzten die Organisatoren der Gedenkveranstaltung jetzt ein Infoblatt zu dem Ehrenmal, das auf Dänisch verfasst ist. An den Kampf erinnern noch heute an zahlreichen Häusern in Missunde eingebaute dänische Kanonenkugeln, so Zimmermann-Stock. Julie Mylord, Gutsherrin auf Ornum, ließ im Kampf beschädigte Gebäude, die zum Gut gehörten, wieder aufbauen. Dabei wurden zur Erinnerung und zum Andenken an Mylord die Kugeln samt Gussplatte mit den Initialen „JM 1864“ angebracht.

 

Gedenkfeier in  Missunde 2. Februar

Die öffentliche Gedenkveranstaltung der Gemeinde Kosel beginnt um 15 Uhr. Als Gast wird Kreispräsident Lutz Clefsen erwartet. Zugleich werden folgende Institutionen beteiligt sein:  Landeskommando Schleswig-Holstein der Bundeswehr, Kommandeur Oberst Hannes Wendroth; Unteroffiziersschule Sonderburg; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesvorsitzender Dr. Volkram Gebel; Deutsches Rotes Kreuz Schleswig-Holstein, Präsident Henning Kramer; Heimatgemeinschaft Eckernförde-Schwansen-Hütten-Dänischer Wohld, Vorsitzende Dr. Telse Stoy.  Moderiert wird die Gedenkstunde von Heinz Zimmermann-Stock.

 

 

 

 

 

 

 

 

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