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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 23:18 Uhr

Fracking : Gemeinsam gegen Fracking

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Grünen legen für alle Fraktionen eine Resolution im Kreistag vor, um umstrittene Fördermethode zu verbieten

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 05:41 Uhr

Bohrtürme im Kreis Rendsburg-Eckernförde, von denen aus Öl und Gas unter Einsatz giftiger Chemikalien gefördert werden – das wollen die Parteien im Kreistag verhindern. Unter Federführung der Grünen bereiten sie eine Resolution vor, mit der die Landesregierung aufgefordert werden soll, sich gegen die Fördermethode Fracking einzusetzen. Sie soll im Kreistag am kommenden Montag gemeinsam verabschiedet werden.

„Es geht uns um den Trinkwasserschutz, das ist ureigenste Kreisaufgabe“, sagt Armin Rösener, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag. Zurzeit müsse zwar nicht damit gerechnet werden, dass Fracking in Rendsburg-Eckernförde angewendet werde. Doch es gibt bereits ausgewiesene Gebiete: In einem Korridor vom Dänischen Wohld aus nach Süden bis nach Bordesholm besteht ein Aufsuchungsgebiet (s. Grafik unten). Darin können Firmen ohne Eingriff in den Boden klären, ob dort Rohstoffe unter der Erde liegen. Ein solches Gebiet tangiert auch die westliche Kreisgrenze vor Erfde. Zudem gibt es ein Bewilligungsgebiet in Schwedeneck, das sich zum größten Teil im Seegebiet vor der Eckernförder Bucht befindet. In diesem Areal wurde in der Vergangenheit bereits Öl gefördert. In Aufsuchungs- und Bewilligungsgebieten prüfen Firmen lediglich, ob eine Förderung wirtschaftlich vertretbar ist. In den genehmigten Gebieten geht es nach Angaben von Frank Grewsmühl aus dem Umweltministerium um Ölförderung. Das Unternehmen PRD Energy wolle dort auf konventionelle Weise bohren. Dem Ministerium zufolge liegen derzeit keine Anträge für Fracking vor. Die Bergbaumethode ist stark umstritten, weil dabei durch Tiefbohrungen chemische Flüssigkeiten in den Boden gepresst werden, die öl- oder gashaltige Gesteinsschichten aufbrechen. Die größte Sorge der Kritiker ist, dass der Boden und das Grundwasser vergiftet werden. Die Resolution aus dem Kreistag unterstützt die Initiative der Landesregierung im Bundesrat. Gemeinden, Wasserbehörden und Wasserversorgungsunternehmen sollen der Resolution zufolge von Anfang an beteiligt werden. Dazu müsse das Bergrecht geändert werden. Bis dahin solle das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie angewiesen werden, alle Fracking-Anträge abzulehnen. Bürger sollen informiert werden, mit welchen Stoffen die Firmen in ihrer Umgebung arbeiteten. Zudem müsse „das Bergrecht insgesamt aus dem Wirtschaftsrecht in das Umweltrecht“ überführt werden. Zudem solle immer eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen werden, sobald es um die Nutzung unterirdische Bodenschätze gehe. Insgesamt verfolge die Resolution das Ziel, „das Fracking in Deutschland zu verbieten“.

Zurzeit könne nach dem Bergrecht nicht verhindert werden, dass Firmen Gebiete aufsuchen, so Armin Rösener. „Wehret den Anfängen. Wir wollen die Vorhaben im Voraus abwürgen“, sagt er. Seine Fraktion hat die Resolution gestern an die anderen Parteien gesendet. Die signalisierten ihm zufolge bereits im Vorfeld ihr Einverständnis. „Wir gehen von großer Zustimmung aus“, sagt Armin Rösener.

> Der Kreistag kommt am Montag, 5. Mai, um 17 Uhr im Kreishaus zusammen.

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